Gesunde Ernährung
Mindesthaltbarkeitsdatum: Wie lange kann man es überschreiten?
Veröffentlicht am:21.07.2022
aktualisiert am 24.07.2026
5 Minuten Lesedauer
Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist eine vorgeschriebene Kennzeichnung auf fertig verpackten Lebensmitteln, aber was sagt es aus? Wann dürfen Lebensmittel tatsächlich nicht mehr verzehrt werden? Und was ist der Unterschied zum Verbrauchsdatum?

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Was ist ein Mindesthaltbarkeitsdatum?
Lebensmittelhersteller sind gesetzlich verpflichtet, jedes fertig verpackte Lebensmittel mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) – auch Haltbarkeitsdatum genannt – zu versehen. Dafür wird eine Standardformulierung verwendet: „mindestens haltbar bis …“.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird je nach Haltbarkeit angegeben: Bei unter 3 Monaten mit Tag und Monat, bei 3 bis 18 Monaten mit Monat und Jahr, bei längeren Zeiträumen nur mit dem Jahr.
Darüber hinaus stehen auf Verpackungen die Bedingungen, unter denen das Produkt gelagert werden muss. Bei frischen Waren wird dort beispielsweise die erforderliche Kühltemperatur angegeben.
Was gibt das Mindesthaltbarkeitsdatum an?
Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein „Verfallsdatum“, sondern eine Garantie des herstellenden Unternehmens: Bis zu diesem Datum sind Lebensmittel mikrobiologisch einwandfrei und bewahren Farbe, Geruch, Konsistenz, Geschmack sowie Nährwerte.
Ausnahmen gibt es für Lebensmittel, die zum sofortigen Verzehr bestimmt sind, wie Backwaren und Obst. Für Produkte mit extrem langer Lagerungsdauer kann auf ein Mindesthaltbarkeitsdatum verzichtet werden. Das betrifft zum Beispiel Zucker, Salz (Ausnahme jodiertes Salz), Essig, Kaugummis und hochprozentigen Alkohol.
Wer legt das Mindesthaltbarkeitsdatum fest?
Da es sich um eine Garantie des produzierenden Unternehmens handelt, legen diese das Mindesthaltbarkeitsdatum selbst fest. Sie sind am besten mit den Eigenschaften der jeweiligen Lebensmittel vertraut und können einschätzen, wie sich beispielsweise Geruch und Geschmack entwickeln. Das Gleiche gilt für potenzielle Keime.
Was ist der Unterschied zwischen dem MHD und dem Verbrauchsdatum?
Mit dem Verbrauchsdatum werden Lebensmittel ausgestattet, die sehr schnell verderben und die Gesundheit gefährden könnten, wenn sie dann noch verzehrt werden. Ein gutes Beispiel ist Hackfleisch. Aber auch Eier, frischer Fisch und anderes Fleisch gehören in diese Gruppe.
Auf den Verpackungen findet sich die Aufschrift „zu verbrauchen bis“ und das Datum. Nach Ablauf dieses Datums ist es verboten, diese Lebensmittel noch zu verkaufen. Sie müssen entsorgt werden, falls sie bereits zu Hause im Kühlschrank liegen. Zusätzlich gehört die Angabe der notwendigen Lagerbedingungen dazu, etwa „Bei Aufbewahrung bei maximal 7 °C zu verbrauchen bis…“.

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Mindesthaltbarkeitsdatum: Wie lange kann man es überschreiten?
Beim Mindesthaltbarkeitsdatum handelt es sich um eine Qualitätsgarantie der produzierenden Betriebe. Diese setzen den Zeitraum daher in der Regel deutlich kürzer an als nötig, um eventuelle Reklamationen zu vermeiden. Die meisten Lebensmittel sind weitaus länger genießbar – und lecker.
Das weit verbreitete Missverständnis, das Mindesthaltbarkeitsdatum sei ein Verfallsdatum, führt zu einer enormen Lebensmittelverschwendung. Ein Greenpeace-Langzeittest zeigt, dass fünf von sechs Lebensmitteln selbst 28 Tage nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch genießbar sind. Getestet wurden frische und hartgekochte Eier, Hefegebäck, Mischbrot, geräucherter Schweinebraten und Frischkäse. Lediglich die gefärbten, hartgekochten Eier fielen durch.
Einige Lebensmittel können sogar noch deutlich länger über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus verzehrt werden. Dazu gehören:
- Reis: + 1 Jahr
- Nudeln: + 1 Jahr
- Mehl: + 1 Jahr
- Kakao und Kaffee: + 1 Jahr
- Marmelade: + 6 Monate
- Butter: + 21 Tage
- Wurst: + 7 Tage
- Frische Milch: + 2 Tage
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Was tun, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist?
Keinesfalls sollten Sie Lebensmittel einfach entsorgen, nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Diese Kriterien helfen Ihnen bei der Einschätzung, ob die Produkte noch genießbar sind:
- Sehen: Sehen die Lebensmittel tadellos aus? Oder haben Sie sich verfärbt? Falls Sie Schimmel entdecken, müssen Sie die Produkte wegwerfen.
- Riechen: Sobald etwas „komisch“ riecht, das kann auch ein ungewöhnlich intensiver Duft sein, ist Vorsicht geboten. Das Gegenteil ist ebenfalls aussagekräftig: Wenn das typische Aroma verfliegt, geht mit ihm meistens der gute Geschmack verloren.
- Schmecken: Als Letztes steht der Geschmack auf dem Prüfstand.
Solange es keine auffälligen Veränderungen gibt, können Sie Lebensmittel unbedenklich verzehren.
Wie lange sind angebrochene Lebensmittel noch haltbar?
Das Mindesthaltbarkeitsdatum bezieht sich auf ungeöffnete Lebensmittel. Einmal angebrochen, gelten für Lebensmittel neue Haltbarkeitsregeln, die oft vom MHD abweichen. Luft, Feuchtigkeit und Keime beeinflussen die Qualität schnell. Bei Lebensmitteln wie Säften oder Milch gibt es oft konkrete Verzehrempfehlungen („innerhalb von zwei Tagen verbrauchen"). Allgemeine Lagerhinweise („kühl und trocken") sind dagegen ungenauer, hier kann im Zweifel nur der Hersteller Klarheit schaffen.
Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten: Was macht der Supermarkt damit?
Die meisten Supermärkte nehmen Produkte aus dem Regal, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Gesetzlich vorgeschrieben ist das jedoch nicht. Sie müssten sich nur vor dem Verkauf versichern, dass die Qualität der Lebensmittel einwandfrei ist.
Unter bestimmten Voraussetzungen, zu denen vor allem Haltbarkeitstests gehören, dürfen Lebensmittel sogar umetikettiert werden. Zum Teil werden entsprechende Produkte kurz vor Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums reduziert angeboten. Einige Supermärkte verschenken Lebensmittel auch an Organisationen wie die regionalen Tafeln für Bedürftige, anstatt sie wegzuwerfen.
Abgelaufene Medikamente
Nach Ablauf des Verfallsdatums verlieren Medikamente rasch ihre Wirksamkeit. Beginnt das Medikament, sich selbst abzubauen, können sich gesundheitsschädliche Stoffe bilden. Deshalb sollten Sie abgelaufene Arzneimittel immer rechtzeitig entsorgen. Dabei kann auch eine unsachgemäße Aufbewahrung den Verfall vorantreiben. Halten Sie sich bitte an die Empfehlungen im Beipackzettel, um ein Medikament richtig zu lagern und seine Qualität möglichst lange zu erhalten. Sofern nicht anders beschrieben, können Sie verfallene Arzneimittel in den Restmüll geben – allerdings gilt das nicht für alle Orte. In Berlin dürfen Medikamente nur über Schadstoffmobile oder Recyclinghöfe entsorgt werden.
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