Expertenforum - Kurzfristige Beschäftigung?

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Expertenforum

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  • 01
    Kurzfristige Beschäftigung?

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    eine Abiturientin (Abschluss Sommer 2022) plant, ab November 2022 eine mehrmonatige Auslandsreise zu unternehmen. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland im Sommer 2023 beabsichtigt sie zu studieren.

    Ist für den Zeitraum August bis November eine kurzfristige Beschäftigung (max. 70 AT) möglich oder ist hier Berufsmäßigkeit anzunehmen?


    Vielen Dank.

     

  • 02
    RE: Kurzfristige Beschäftigung?

    Guten Tag,
     
    eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigungszeiten im Laufe eines Kalenderjahres insgesamt nicht mehr als drei Monate oder 70 Arbeitstage betragen und die Beschäftigung nicht berufsmäßig ausgeübt wird.
    Berufsmäßig wird eine Beschäftigung dann ausgeübt, wenn sie nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist. Entscheidend ist hier, ob der Arbeitnehmer zum Personenkreis der berufsmäßig Erwerbstätigen zu zählen ist.
    Die Eigenschaft als Schüler endet mit dem Bestehen der Abschlussprüfung des jeweiligen Ausbildungsabschnitts im Rahmen der Schulausbildung oder wenn eine solche nicht vorgesehen ist, mit der tatsächlichen planmäßigen Beendigung der Schulausbildung.
    Wird ein Prüfungs- oder Abschlusszeugnis erteilt, lässt sich der Zeitpunkt der Beendigung der Ausbildung aus dem Datum dieses Zeugnisses herleiten.
     
    Sofern also eine kurzfristige Beschäftigung nach Ausstellung des Abschluss-Zeugnisses gilt die differenzierte Betrachtungsweise für „Schulentlassene“.
     
    Der Auslandsaufenthalt alleine ist kein Indiz für die Klärung der Berufsmäßigkeit, relevant ist vielmehr, was die Beschäftigte dort beabsichtigt zu tun. Sofern die Aushilfskraft während eines Auslandsaufenthaltes (z.B. im Rahmen von „Work & Travel“) arbeiten sollte, wäre von Berufsmäßigkeit auszugehen.
    Dies bedeutet beispielsweise, dass, sofern eine kurzfristige Beschäftigung nach der Schulentlassung aufgenommen wird, von einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis auszugehen wäre.
     
    Für eine verbindliche Entscheidung empfehlen wir Ihnen, die zuständige Krankenkasse der Schülerin einzubinden.

    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam 

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