Expertenforum - Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

© ZORAN ORCIK / Adobe Stock
Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Profitieren Sie rund um den Jahreswechsel von einem besonderen Angebot. Stellen Sie auch Fragen zum Steuer- und Arbeitsrecht, die Bezug zum Sozialversicherungsrecht haben. Ihre Frage wird dann direkt von unseren externen Steuer- und Arbeitsrechtsexperten beantwortet.

  • 01
    Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

    Sehr geehrtes Expertenteam,


    ein/eine Mitarbeiter/in ist seit 23.8.2021 bis 25.09.2021 (Samstag) arbeitsunfähig krankgeschrieben. Innerhalb dieses Zeitraums kommt zur ersten Diagnose eine weitere Diagnose dazu. Am 27.09.2021 (Montag) geht der/die Mitarbeiter/in zu einer anderen Ärztin und erhält lt. seiner/ihrer Info eine erneute Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf Grund der zweiten Diagnose (lt. Auskunft Mitarbeiter/in) , allerdings als Erstbescheinigung gekennzeichnet.

    Startet hier wirklich wieder ein neuer 6-Wochen-Zeitraum, so dass wir als Arbeitgeber wieder bezahlen müssen? Geklärt ist auch nicht ob die erste

    Krankheit ausgeheilt ist, da hier ein weitere Untersuchungstermin am 15.10.2021 ansteht.

    Im voraus vielen Dank.


    Mit freundlichen Grüßen




     

  • 02
    RE: Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

    Hallo PersonalabteilungMF,

    da Ihre Fragestellung zur Entgeltfortzahlung zum einen vordergründig das Arbeitsrecht betrifft und zum anderen die uns zur konkreten Beantwortung notwendigen Unterlagen (AU-Bescheinigungen, Diagnosen, Arztberichte etc.) nicht zur Verfügung stehen, bitten wir um Verständnis, dass wir im Rahmen dieses Forums nur eine allgemeine Stellungnahme zu Ihrem Sachverhalt abgeben können.

    Wenn nach den Regelungen des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EFZG) zu einer bestehenden Arbeitsunfähigkeit eine weitere Erkrankung mit einer anderen Diagnose „hinzutritt“, handelt es sich um eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit, so dass aufgrund der hinzugetretenen Erkrankung nicht erneut für 6 Wochen Entgeltfortzahlung zu leisten ist (Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 2.2.1994).  

    Liegen allerdings zwei voneinander völlig unabhängige (in ihrer Ursache und zeitlichen Abfolge deutlich getrennte) Arbeitsunfähigkeitsfälle vor, so beginnt mit dem 2. Fall ein neuer, wiederum 6 Wochen umfassender Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Ein erneuter 6-wöchiger Anspruch besteht selbst dann, wenn die 2. Arbeitsunfähigkeit bereits an dem Tag eintritt, an dem die 1. geendet hat. Es macht keinen Unterschied, ob der Zeitraum zwischen der 1. und der 2. Erkrankung mehrere Tage oder nur wenige Stunden umfasst. Im Zweifelsfall ist die vom Arzt vorgenommene Bestimmung des Zeitpunkts maßgebend, an dem die 1. Arbeitsunfähigkeit geendet hat (Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 12.7.1989).  

    Zusammenfassend gilt Folgendes: Selbstständige Verhinderungstatbestände bestehen, wenn der Arbeitnehmer zwischen den beiden Erkrankungen arbeitsfähig war und gearbeitet hat oder nur deswegen nicht arbeiten konnte, weil die Zeit der Arbeitsfähigkeit (u.U. nur wenige Stunden) außerhalb der Arbeitszeit lag.

    Letztlich kann Ihre Frage nur die zuständige Krankenkasse anhand der dort vorliegenden Unterlagen verbindlich beantworten. Wir empfehlen, sich mit der zuständigen Krankenkasse in Verbindung zu setzen, um mit dieser den Sachverhalt abschließend zu klären.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam

Kontakt zur AOK AOK/Region wählen
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.