Innere Kündigung erkennen und verhindern

Wenn Führungskräfte frühzeitig die Anzeichen für eine innere Kündigung erkennen, können sie aktiv entgegenwirken.

Innere Kündigung frühzeitig erkennen

Rund 80 Prozent der Beschäftigten gehen motiviert zur Arbeit. Das bedeutet aber auch: Etwa jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland verrichtet seinen Job laut iga.Report 33 „Engagement erhalten – innere Kündigung vermeiden“ ohne jegliche Motivation. Die Folgen für den Betrieb, das Team und den Beschäftigten selbst sind es wert, beachtet zu werden. Wird nichts dagegen unternommen, kann es zu

  • weniger Motivation im ganzen Team,
  • weniger Innovation, Qualität und Produktivität,
  • steigenden Fehlzeiten aufgrund psychischer oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
  • mehr Arbeitsunfällen und
  • wirtschaftlichen Einbußen für das Unternehmen führen.

Für die deutsche Wirtschaft entstehen nach einer Studie des US-Beratungsunternehmens Gallup durch innere Kündigung Kosten in Höhe von rund 100 Milliarden Euro jährlich.

Enttäuschung und fehlende Wertschätzung als Ursache für innere Kündigung

Innere Kündigung basiert häufig auf Enttäuschungen: Das Engagement des Mitarbeiters wurde nicht auf die erwartete Weise honoriert und es kommt so zum Bruch des „psychologischen Vertrags“. Eine gewichtige Rolle im Arbeitsleben spielt dabei die subjektive Einschätzung des Beschäftigten, ob die geleistete Arbeit entsprechend und gerecht belohnt wird.

Das bestätigten für die iga-Studie befragte Vorgesetzte: Sie nannten unter den wichtigsten Auslösern für einen solchen lautlosen Rückzug aus dem Job das Gefühl mangelnder Wertschätzung durch Kollegen und Vorgesetzte, fehlende Mitbestimmungsmöglichkeiten sowie ungelöste Konflikte bei der Arbeit.

Wertschätzung ausdrücken

Führungskräfte, die ihren Mitarbeitern mit Respekt, Interesse und Wohlwollen gegenübertreten, erleben, dass genau diese Einstellung von den Mitarbeitern zurückkommt.

Ein wertschätzender Umgang zeigt sich in erster Linie in der täglichen Kommunikation mit dem Team. Offenes Feedback und Austausch sind wichtige Bestandteile eines vertrauensvollen Umgangs miteinander. Wichtig ist, den Mitarbeitern den Eindruck zu vermitteln, dass sie in ihrer Arbeit und als Menschen wertvoll für das Unternehmen sind.

Wertschätzung lässt sich aber auch ganz handfest ausdrücken. Das kann eine faire Entlohnung, eine Gratifikation oder ein Bonus für gute Arbeit sein. Auch Gehaltsextras wie Dienstwagen oder Mobiltelefon können Wertschätzung signalisieren. Sie kann sich aber auch durch Sicherheit des Arbeitsplatzes (zum Beispiel durch das Angebot eines unbefristeten Arbeitsvertrags für Beschäftigte mit befristeten Verträgen) oder Aufstiegschancen und Weiterbildungsangebote zeigen.

Mitarbeiterzufriedenheit stärken

Wer regelmäßig mit seinen Mitarbeitern spricht, kann ihnen Feedback zu ihrer Arbeit geben. So entstehen Gelegenheiten, damit Beschäftigte auch „Demotivierendes“ ansprechen und selbst Vorschläge für Verbesserungen am Arbeitsplatz machen können.

Mit einem kooperativen Führungsstil lässt sich ein stabiles Fundament für die Mitarbeiterzufriedenheit erreichen. Anzeichen wie reduziertes Engagement oder sozialen Rückzug im Arbeitsumfeld und im Team sollten beachtet werden. Gerade ehemals hoch motivierte Arbeitnehmer rutschen durch enttäuschte Erwartungen in Motivationskrisen. Dieses rechtzeitig zur Sprache zu bringen, beugt der inneren Kündigung vor und stärkt die Mitarbeiterbindung.

iga zeigt Ausweg

Für den iga-Report 33 „Engagement erhalten – innere Kündigung vermeiden“ wurden rund 380 Personalverantwortliche und Führungskräfte in Unternehmen befragt. Per Studie und Podcast informiert die Initiative Arbeit und Gesundheit (iga) über Ursachen sowie Folgen der inneren Kündigung und zeigt Gegenmaßnahmen auf, wie die Mitarbeitermotivation wieder erhöht werden kann.

iga
iga-Podcast „Innere Kündigung“

Die drei Episoden des iga-Podcasts zum Thema „Engagement erhalten – innere Kündigung vermeiden“ richten sich an betroffene Beschäftigte und Führungskräfte.

Stand

Erstellt am: 01.07.2019

Alle Artikel im Thema
Zurück zum Thema

Weiteres zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Passende Informationen zum Thema Innere Kündigung erkennen und verhindern

Sinnvolles Arbeiten reduziert Fehlzeiten

Beschäftigten ist es wichtig, eine sinnvolle Arbeit auszuüben. Wenn die Kriterien dafür erfüllt sind, sinken die Fehlzeiten im Unternehmen.

Mehr erfahren
Präsentismus und seine Folgen

Krank sein und trotzdem zur Arbeit gehen: Das ist Präsentismus. Warum das keine gute Idee ist für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Mehr erfahren
Positive Psychologie

Erfolgreiche Mitarbeiterführung heißt auch, eine gute Mitarbeitermotivation zu leisten. Mithilfe der Positiven Psychologie wird das möglich.

Mehr erfahren
Ihr persönlicher Ansprechpartner bei der AOK Sachsen-Anhalt AOK/Region ändern

Bei Fragen rund um das Thema Betriebliche Gesundheit

Finden Sie Ihren persönlichen Ansprechpartner

Ihre AOK/Region
Ihre PLZ
Land
Kontakt zur AOK Sachsen-Anhalt AOK/Region ändern
Grafik Ansprechpartner
Nehmen Sie direkten Kontakt zu Ihrem persönlichen Ansprechpartner auf.
Hotline 0800 226 5354
24 Std. rund um die Uhr kostenlos aus dem deutschen Fest- & Mobilfunknetz
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.