A1-Bescheinigung zur Entsendung

Werden Arbeitnehmer aus Deutschland in die EU, den EWR oder die Schweiz entsandt, sollte der Arbeitgeber die Entsendebescheinigung (A1-Bescheinigung) rechtzeitig beantragen. Das Verfahren läuft auf elektronischem Weg.

Elektronisches Verfahren (A1-Bescheinigung)

Bei Entsendungen in das europäische Ausland übermittelt der Arbeitgeber einen A1-Antrag (auf Ausstellung einer Entsendebescheinigung) über die Fortgeltung der deutschen Rechtsvorschriften für den Beschäftigten durch Datenübertragung aus einem systemgeprüften Programm oder mittels einer maschinell erstellten Ausfüllhilfe. Das gilt auch nach dem Brexit weiterhin für Entsendungen in das Vereinigte Königreich.

A1-Bescheinigungen werden für alle Personenkreise ausgestellt, also auch für Beamte und Beschäftigte des öffentlichen Dienstes, für beschäftigte Mitglieder von Flug- oder Kabinenbesatzungen und in der Seefahrt beschäftigte Personen. Wird eine Ausnahmevereinbarung geschlossen oder gelten die deutschen Rechtsvorschriften über soziale Sicherheit für Mehrfachbeschäftigte weiter, wird ebenfalls eine elektronische Entsendebescheinigung ausgestellt.

Für alle Personenkreise ist die elektronische Antragstellung seit 1. Januar 2021 verpflichtend. Die Rückmeldungen erfolgen ebenfalls von allen beteiligten Stellen elektronisch.

Die Entsendebescheinigung sollte entsprechend vorher beantragt werden – auch für kurze und kurzfristige Entsendungen –, damit eine vorschnelle Beitragserhebung im Beschäftigungsstaat von vornherein vermieden wird.

Zuständig für die Ausstellung der Entsendebescheinigung ist die Krankenkasse, bei der der Arbeitnehmer versichert ist. Für Mehrfachbeschäftigte und bei Ausnahmegenehmigungen übermittelt der GKV-Spitzenverband, DVKA, die A1-Bescheinigungen.

DVKA
Hinweise zum A1-Verfahren

Weitere Informationen zum elektronischen Antrags- und Bescheinigungsverfahren A1 finden Sie bei der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland.

Verfahren bei nicht gesetzlich krankenversicherten Beschäftigten

Für Arbeitnehmer, die nicht gesetzlich krankenversichert sind, stellt die Deutsche Rentenversicherung die Entsendebescheinigung aus.

Die Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen (ABV) nimmt A1-Anträge für nicht gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer entgegen, die aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der berufsständischen Versorgungseinrichtung von der Rentenversicherungspflicht befreit sind, beispielsweise Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte oder Architekten.

Entscheidung und Dokumentation

Bei Vorliegen aller Voraussetzungen für eine Entsendung wird innerhalb von drei Arbeitstagen auf elektronischem Weg mit dem Nachrichtentyp „A1-Rückmeldung Genehmigung Arbeitgeber“ eine entsprechende Mitteilung versandt. Dieser liegt die A1-Bescheinigung als PDF-Dokument bei, das dem Arbeitnehmer zugänglich gemacht werden muss. Das kann ebenfalls auf digitalem Weg erfolgen, ein Ausdruck ist nicht mehr erforderlich.

Um entsandten Personen den Nachweis über den Antrag auf Ausstellung einer A1-Bescheinigung zu ermöglichen, wird vom Entgeltabrechnungsprogramm ein einheitlicher Antragsnachweis auf Grundlage der Quittierung des Kommunikationsservers erstellt.

Liegen die Voraussetzungen einer Entsendung nicht vor, erhält der Arbeitgeber eine Mitteilung des Nachrichtentyps „A1-Rückmeldung Ablehnung Arbeitgeber“, in der der Grund für die Ablehnung gekennzeichnet ist. Gegen die Ablehnung des Antrags kann der Arbeitgeber außerhalb des elektronischen Verfahrens Widerspruch erheben.

Ausnahmen

Für den Fall, dass ein Arbeitnehmer länger als 24 Monate entsandt werden muss, ist es möglich, eine Ausnahmevereinbarung zu beantragen. Den Antrag stellt der Arbeitgeber ebenfalls elektronisch beim GKV-Spitzenverband, Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland (DVKA)

Stand

Zuletzt aktualisiert: 01.01.2022

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