A1-Bescheinigung zur Entsendung

Werden Arbeitnehmer aus Deutschland entsandt, sollte der Arbeitgeber die Entsendebescheinigung (A1-Bescheinigung) entsprechend rechtzeitig beantragen, damit eine vorschnelle Beitragserhebung im Beschäftigungsstaat von vornherein vermieden wird. Das Verfahren läuft auf elektronischem Weg.

Elektronisches Verfahren (A1-Bescheinigung)

Bei Entsendungen in das europäische Ausland übermittelt der Arbeitgeber einen A1-Antrag (auf Ausstellung einer Entsendebescheinigung) über die Fortgeltung der deutschen Rechtsvorschriften für den Beschäftigten durch Datenübertragung aus einem systemgeprüften Programm oder mittels einer maschinell erstellten Ausfüllhilfe.

Die Entsendebescheinigung sollte entsprechend vorher beantragt werden – auch für kurze und kurzfristige Entsendungen –, damit eine vorschnelle Beitragserhebung im Beschäftigungsstaat von vornherein vermieden wird.

Zuständig für die Ausstellung der Entsendebescheinigung ist die Krankenkasse, bei der der Arbeitnehmer versichert ist.

Verfahren bei nicht gesetzlich krankenversicherten Beschäftigten

Für Arbeitnehmer, die nicht gesetzlich krankenversichert sind, stellt die Deutsche Rentenversicherung die Entsendebescheinigung aus.

Die Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen (ABV) nimmt A1-Anträge für nicht gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer entgegen, die aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der berufsständischen Versorgungseinrichtung von der Rentenversicherungspflicht befreit sind, beispielsweise Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte oder Architekten.

Entscheidung und Dokumentation

Bei Vorliegen aller Voraussetzungen für eine Entsendung wird innerhalb von drei Arbeitstagen auf elektronischem Weg mit dem Nachrichtentyp „A1-Rückmeldung Genehmigung Arbeitgeber“ eine entsprechende Mitteilung versandt. Dieser liegt die A1-Bescheinigung als PDF-Dokument bei.

Liegen die Voraussetzungen einer Entsendung nicht vor, erhält der Arbeitgeber eine Mitteilung des Nachrichtentyps „A1-Rückmeldung Ablehnung Arbeitgeber“, in der der Grund für die Ablehnung gekennzeichnet ist. Gegen die Ablehnung des Antrags kann der Arbeitgeber außerhalb des elektronischen Verfahrens Widerspruch erheben.

Vorlage in den EU-Staaten

Legt ein Arbeitnehmer ein A1-Formular vor, weist er damit gegenüber dem in Deutschland ansässigen Arbeitgeber nach, dass für ihn in Deutschland keine Sozialversicherung durchzuführen ist. Die A1-Bescheinigung verpflichtet den Arbeitgeber in Deutschland, die Sozialversicherung entsprechend den im Wohnstaat des Beschäftigten geltenden Regelungen durchzuführen.

Ausnahmen

Für den Fall, dass ein Arbeitnehmer länger als 24 Monate entsandt werden muss, ist es möglich, eine Ausnahmevereinbarung zu beantragen. Den Antrag stellt der Arbeitgeber ebenfalls elektronisch beim GKV-Spitzenverband, Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland (DVKA)

Stand

Erstellt am: 01.07.2019

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