Erste Hilfe am Arbeitsplatz: Geschult für den Ernstfall
Gut geschulte Ersthelfende können Leben retten und dazu beitragen, betriebliche Ausfallzeiten zu verringern. Das gilt für physische Unfälle ebenso wie für akute seelische Ausnahmezustände am Arbeitsplatz. Wer hier vorsorgt und vorbereitet, stellt sein Unternehmen auf die sichere Seite.
Im Notfall gut gerüstet
Im Notfall muss jeder Handgriff sitzen. Schnelle und korrekte Erste Hilfe erfüllt grundlegende gesetzliche Pflichten, sichert die Betriebsabläufe und hilft vor allem der Gesundheit der Beschäftigten. Das gilt für körperliche Probleme ebenso wie für psychische. Beide können lange Ausfallzeiten zur Folge haben.
Eine gute Vorbereitung auf kritische Situationen kann helfen, gesundheitliche Auswirkungen zu begrenzen. Regelmäßige Schulungen mit Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz vermitteln essenzielles Wissen und stärken das Bewusstsein der Belegschaft für die eigenen Fähigkeiten im Notfall.
Gut organisierte Notfallvorsorge
„Wichtig ist, dass allen Beteiligten die Abläufe bekannt sind“, sagt Dr. Dario Zaremba, Psychologe und Teamleiter Gesundheitsmanagement beim Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung BGF in Köln. „Das gibt Beschäftigten die Sicherheit, in einer Ausnahmesituation Verantwortung zu übernehmen.“ Zu einer gut organisierten Notfallvorsorge gehören darum unter anderem:
- regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse für betriebliche Ersthelfende
- Auffrischungsschulungen in den vorgeschriebenen Abständen
- praktische Notfallübungen, um Abläufe zu festigen
- klar geregelte Alarmwege und gut sichtbare Ansprechpartner
Eine Evaluation der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zeigt zudem, dass insbesondere praktische Übungen das Zutrauen erhöhen, im Ernstfall tatsächlich Hilfe leisten zu können. „Wer genau weiß, was bei Unfällen oder gesundheitlichen Krisen zu tun ist, reagiert besonnen“, so Dario Zaremba. „Das schützt alle und kann lebensrettend sein.“
Vorausschauende Unternehmenskultur
Dario Zaremba empfiehlt, sämtliche Erste-Hilfe-Maßnahmen in ein Gesamtkonzept einzubetten: „Als Grundlage eignet sich die Gefährdungsbeurteilung. Diese zeigt, welche präventiven Maßnahmen und Schulungen im jeweiligen Betrieb sinnvoll sind.“ Konkrete Schritte an den tatsächlichen Risiken im Unternehmen auszurichten, trägt laut Zaremba entscheidend dazu bei, dass Beschäftigte im Ernstfall korrekt handeln können.
Unterstützung durch die AOK
Mit Analysen im Rahmen Betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) unterstützt die AOK Unternehmen dabei, relevante Faktoren zu ermitteln, die auch in der Gefährdungsbeurteilung relevant sind. Das gilt auch für die psychische Gefährdungsbeurteilung. Explizit Stressfaktoren wie Arbeiten unter Zeitdruck oder gesundheitsgerechte Führung sind ein Schwerpunkt der BGF. „Niemand kann Arbeitgebern die Aufgabe der Gefährdungsbeurteilung abnehmen, aber BGF kann unterstützen und zuarbeiten“, erläutert Zaremba.

So unterstützt die AOK
Das kostenfreie AOK-Programm „Gesund führen“ unterstützt Führungskräfte dabei, eine gesundheitsförderliche Unternehmenskultur zu gestalten. Dazu gehört regelmäßige Kommunikation und die Förderung einer gelebten Präventionskultur.
In unserem Themenspecial erfahren Sie, wie Betriebsärztinnen und Betriebsärzte sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit Unternehmen dabei unterstützen, den Schutz von Gesundheit und Sicherheit systematisch umzusetzen.
Mit kostenfreien Online-Programmen können Mitarbeitende ihre psychische Gesundheit stärken. Diese AOK-Angebote vermitteln alltagsnahe Strategien für den Umgang mit Belastungen und helfen, das seelische Wohlbefinden langfristig zu fördern.
Stand
Erstellt am: 17.09.2026
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