Organe

Ohrenschmalz entfernen: Tipps für die schonende Ohrenreinigung

Veröffentlicht am:24.11.2021

aktualisiert am 02.07.2026

11 Minuten Lesedauer

Ohrenschmalz reinigt und schützt den Gehörgang. Sammelt es sich im Übermaß an, kann das Ohr verstopfen. Um Verletzungen zu vermeiden, dürfen Sie das Ohr nur an der Muschel säubern. Mit diesen Tipps werden Sie hartnäckiges Ohrenschmalz los.

Eine Frau schaut sich ihr Ohr im Spiegel an.

© iStock / bymuratdeniz / KI-berarbeitet

Was ist Ohrenschmalz?

Ohrenschmalz ist kein Schmutz, sondern eine natürliche Substanz, die das menschliche Ohr vor Staub, Bakterien und anderen Fremdkörpern schützt. Es besteht aus Fetten und anderen Stoffen, hat eine gelblich-bräunliche Farbe und wird in speziellen Drüsen im äußeren Gehörgang gebildet. In der Fachsprache heißt das Ohrenschmalz Cerumen.

Viele Menschen finden Ohrenschmalz lästig und unansehnlich. Doch Ohrenschmalz ist ein wichtiges Mittel, mit dem der äußere Gehörgang, also der Abschnitt zwischen dem Trommelfell und der Ohrmuschel, sich selbst reinigt. Das Sekret hält die Haut des Gehörgangs geschmeidig, und transportiert Schmutz sowie abgestorbene Hautschüppchen nach draußen.

Ohrenschmalz sorgt für ein saures Milieu, in dem sich Pilze und Bakterien unwohl fühlen. Bei den meisten Menschen funktioniert dieser Selbstreinigungsprozess ohne Probleme. In einigen Fällen wird jedoch zu viel Ohrenschmalz gebildet oder das Sekret ist so trocken, dass sich ein Pfropf im Gehörgang ansammelt und nicht mehr herausgelangt.

Kann Ohrenschmalz das Ohr verstopfen?

Ohrenschmalz wird normalerweise durch die natürliche Bewegung des Kiefers aus dem Gehörgang ausgestoßen, doch manchmal versagt dieser Prozess. Das Ohrenschmalz bleibt im Ohr, sammelt sich an und kann verhärten. Es bildet sich ein Pfropf, der den Gehörgang ganz oder teilweise blockiert.

Das führt oft dazu, dass Betroffene schlechter hören, Gespräche nicht gut verstehen und Geräusche leiser und dumpf klingen. Weitere Symptome sind:

  • ein Verstopftheitsgefühl im Ohr
  • Juckreiz
  • Fiepen und Ohrgeräusche (Knacken, Knistern)
  • Schmerzen

Was begünstigt eine Pfropfbildung?

Wer regelmäßig Wattestäbchen benutzt, um von außen den Gehörgang zu reinigen, kann das Ohrenschmalz noch tiefer in den Gehörgang drücken. So kann sich ein Pfropf bilden. Auch Hörgeräte, Ohrstöpsel und Kopfhörer, die im Ohr getragen werden, können bei häufigem Gebrauch dazu beitragen.

Das Alter spielt ebenfalls eine Rolle. Bei älteren Menschen wird das Ohrenschmalz trockener und es fließt langsamer ab. Außerdem werden die Härchen im Gehörgang allmählich gröber, sodass der Abtransport dadurch zusätzlich behindert wird.

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Wie können Sie die Ohren reinigen?

Das Ohrenschmalz können Sie mit einem weichen Lappen oder Kosmetiktuch entfernen, das mit lauwarmem Wasser angefeuchtet ist. Achten Sie aber darauf, dass Sie auf keinen Fall in den Ohrenkanal eindringen. Die Außenseite des Ohrs reinigen Sie am besten mit einem Waschlappen.

Beim Haarewaschen unter der Dusche lässt sich die Haut in und hinter der Ohrmuschel auch mit Wasser und dem Finger reinigen. Nach dem Duschen oder Baden sollten Sie die Ohren so gut wie möglich abtrocknen.

Trockene Ohrmuscheln, die vielleicht sogar jucken, werden durch ein paar Tropfen Mandel-, Oliven- oder Babyöl wieder geschmeidig. Massieren Sie das Öl einfach sanft in die Haut ein. Die Öle sollten Sie aber nur sparsam benutzen.

Ohren reinigen: wichtig zu wissen

Egal ob Wasser oder Öl: Die Reinigung der Ohren sollte sich auf den Bereich der Ohrmuschel beschränken. Der Eingang zum Gehörgang ist tabu. Das gilt insbesondere für die Verwendung von Wattestäbchen: Sie dürfen nicht in den Gehörgang geschoben werden, weil sie das Trommelfell verletzen können.

Doc Felix erklärt im Video, wie sich Ohrenschmalz bildet und wie man es richtig entfernt.

Helfen Ohrentropfen bei einem verstopften Ohr?

Wenn das Ohr durch hartnäckiges Ohrenschmalz verstopft ist, können bestimmte Ohrentropfen oder Ohrensprays zum Einsatz kommen. Die Kosten dafür erstatten die gesetzlichen Krankenkassen jedoch nicht. Diese sogenannten Cerumenolytika weichen das Ohrenschmalz auf, sodass es sich leichter entfernen lässt oder aus dem Ohr fließen kann.

Selten treten Reizerscheinungen bei unsachgemäßer, zu häufiger Anwendung und zu langem Einwirken  auf. Wichtig ist, sie nur bei intaktem Trommelfell anzuwenden. Ohrensprays und -tropfen, die das Fett im Ohr auflösen, werden auch eingesetzt, um die Ohren auf eine Ohrspülung in der HNO-Praxis vorzubereiten.

Ein HNO-Arzt untersucht das Ohr eines Mannes, ob eine Ohrenreinigung notwendig ist.

© iStock / Vladimir Vladimirov

Wenn Sie das Gefühl haben, dass ein Pfropf im Gehörgang das Hören erschwert, stellen sich bei einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt vor. Er kann festsitzenden Ohrenschmalz professionell entfernen.

Wann sollte ein Arzt oder eine Ärztin die Ohren reinigen?

Wenn sich übermäßig viel Ohrenschmalz angesammelt hat und Schmerzen, Schwindel, Hörverlust, Juckreiz oder Tinnitus auftreten, sollten Sie Ihren Hausarzt oder Hausärztin aufsuchen, um die Ursache der Beschwerden abzuklären und das Ohrenschmalz entfernen zu lassen.

Das gilt auch, wenn sich ein Pfropf im Gehörgang gebildet hat, der das Hören erschwert. Eine Verstopfung ist zwar unangenehm, aber in der Regel nicht gefährlich.

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Mit welcher Methode wird Ohrenschmalz in der Arztpraxis entfernt?

Wie Ohrenschmalz entfernt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Konsistenz des Ohrenschmalzes, die Anatomie des Gehörgangs und eventuell auch Vorerkrankungen. Festsitzendes Ohrenschmalz lässt sich zum Beispiel durch eine Ohrspülung entfernen. Überschüssiges Ohrenschmalz läuft einfach aus dem Ohr mit heraus.

Um einen Ohrenschmalz-Pfropf zu entfernen, ist das Absaugen mithilfe eines dünnen Metallröhrchens eine Option. Eine andere Möglichkeit ist, mit feinen Instrumenten wie Küretten und Zangen das verhärtete Ohrenschmalz zu lösen und herauszuholen.

Eine besonders schonende Methode ist die Mikrosuktion. Mit einem speziellen Mikroskop und einem feinen Saugschlauch wird das Ohrenschmalz präzise und kontrolliert entfernt. Da bei dieser Methode völlig trocken gearbeitet wird, ist das Risiko gering, dass es zu Infektionen oder Schwindel kommt.

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Was sollten Sie nach der Ohrreinigung beachten?

Nach der Ohrreinigung ist der Gehörgang besonders empfindlich und benötigt eine entsprechende Pflege, damit sich nicht wieder Ohrenschmalz ansammelt. Deshalb sollten Sie folgendes beachten:

  • Halten Sie die Ohren 24 Stunden trocken und vermeiden Sie, dass Wasser beim Duschen oder Baden ins Ohr gelangt.
  • Benutzen Sie keine Wattestäbchen zum Reinigen des Ohres, sondern einen Waschlappen.
  • Tritt Juckreiz auf, keinesfalls kratzen. Kontaktieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.
  • Verwenden Sie Ohrentropfen nur nach ärztlicher Anweisung.
  • Schützen Sie die Ohren vor starkem Lärm.
  • Lassen Sie Allergien wie Heuschnupfen behandeln.
Fachlich geprüft
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