Krebs

Was sind erste Symptome von Magenkrebs?

Veröffentlicht am:13.01.2026

12 Minuten Lesedauer

Ein Magenkarzinom zeigt im frühen Stadium keine eindeutigen Symptome. Spätere Beschwerden werden oft falsch gedeutet. Eine rechtzeitige Diagnose und frühe Behandlung erhöhen jedoch die Heilungschancen. Wie lässt sich Magenkrebs erkennen?

Ein Mann mit schmerzverzerrtem Gesicht sitzt auf einer Couch und hält sich mit beiden Händen den Magen.

© iStock / elenaleonova / KI-bearbeitet

Welche Symptome können auf Magenkrebs hindeuten?

Magenkrebs macht sich zu Beginn oft gar nicht oder nur durch unspezifische Beschwerden bemerkbar. Deswegen nehmen Betroffene sie oft nicht ernst oder schieben sie auf Stress oder eine harmlose Magenverstimmung. Halten solche Symptome jedoch länger an, sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden:

Was sind erste Symptome von Magenkrebs?

Erste Symptome bleiben häufig unerkannt. Frühe Krankheitszeichen sind leicht mit harmlosen Verdauungsproblemen zu verwechseln:

  • Völlegefühl, auch nach kleinen Mahlzeiten
  • Appetitlosigkeit oder eine plötzliche Abscheu gegenüber bestimmten Speisen, insbesondere Fleisch
  • leichte Übelkeit oder unspezifisches Druckgefühl im Oberbauch

Wenn diese Symptome nach zwei Wochen nicht abklingen oder sich sogar verschlimmern, sollten Sie eine ärztliche Praxis aufsuchen.

Was sind spätere Anzeichen von Magenkrebs?

Wenn der Krebs weiter fortgeschritten ist, zeigen sich deutlichere Symptome. Betroffene sollten in jedem Fall den Hausarzt oder die Hausärztin aufsuchen bei

  • länger anhaltenden Schmerzen im Oberbauch
  • Schmerzen beim Essen und danach
  • Schluckbeschwerden
  • ungewolltem Gewichtsverlust
  • anhaltender Appetitlosigkeit
  • länger anhaltender Übelkeit und Erbrechen
  • Abnahme der Leistungsfähigkeit
  • dunkel gefärbtem Stuhl, dem sogenannten Teerstuhl

Ist Magenkrebs eine häufige Krebserkrankung?

2022 gab es laut Robert Koch-Institut in Deutschland rund 14.600 Neuerkrankungen, betroffen waren ungefähr 9.000 Männer und 5.600 Frauen. Magenkrebs steht bei Männern an sechster, bei Frauen an achter Stelle der häufigsten Krebserkrankungen. Obwohl die Zahlen in den vergangenen 30 Jahren stark rückläufig sind, ist das Magenkarzinom immer noch eine der häufigsten krebsbedingten Todesursachen hierzulande.

Die meisten Betroffenen sind bereits älter, wenn die Krankheit bei ihnen erkannt wird. Männer bekommen die Diagnose Magenkrebs im Schnitt mit 71 Jahren, Frauen mit 75. Magenkrebs wird unter anderem oft erst spät erkannt, weil die Erkrankung zunächst keine oder nur unspezifische Symptome zeigt.

Wie hoch sind die Überlebenschancen bei Magenkrebs?

Fünf Jahre nach der Diagnose lebt nur noch ein gutes Drittel der Betroffenen – rund 37 Prozent der Frauen und etwa 33 Prozent der Männer. Zwar haben sich die Überlebenschancen in den letzten Jahren leicht verbessert, doch im Vergleich zu anderen Krebsarten sind sie weiterhin niedrig.

Meist handelt es sich bei Magenkrebs um ein sogenanntes Adenokarzinom. Dabei entwickelt sich der bösartige Tumor aus den Drüsenzellen in der Magenschleimhaut. Da typische Beschwerden häufig erst ab einem fortgeschrittenen Stadium auftreten, können Diagnose und Behandlung oft erst spät erfolgen. Das mindert in vielen Fällen die Aussicht auf Heilung. Deswegen ist es besonders wichtig, Magenkrebs möglichst früh zu erkennen.

Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es für Magenkrebs?

Eine Erkrankung mit Magenkrebs kann genetisch bedingt sein, bestimmte Risikofaktoren können auch im Laufe des Lebens hinzukommen. Deswegen sprechen Ärzte und Ärztinnen auch von erblichen und erworbenen Faktoren, die das Krebsrisiko erhöhen.

Welche Bedeutung hat Heliobakter pylori als Auslöser von Magenkrebs?

Die wohl wichtigste Ursache für ein Magenkarzinom ist eine Infektion mit dem Bakterium Heliobakter pylori.

  • Das Risiko von Infizierten liegt zwei- bis dreimal so hoch wie das von nicht infizierten Menschen, irgendwann an Magenkrebs zu erkranken.
  • Das Bakterium nistet sich im Magen ein und kann dort eine Gastritis, also eine chronische Magenschleimhautentzündung, oder ein Magengeschwür verursachen. Diese Vorerkrankungen gelten als Risikofaktoren für ein Magenkarzinom. Viele Menschen leben jedoch auch mit Heliobakter pylori völlig beschwerdefrei und ohne Folgeerkrankungen.

Welche Erkrankungen können das Risiko für Magenkrebs erhöhen?

Weitere, allerdings seltene Entzündungserkrankungen des Magens können das Risiko für ein Magenkarzinom erhöhen:

  • chronische Gastritis Typ A, eine Autoimmunerkrankung
  • das sogenannte Ménétrier-Syndrom, das mit einer Verdickung der Schleimhautfalten des Magens einhergeht.
  • Infektionen mit dem Epstein-Barr-Virus, dem Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers
  • Selten löst eine bösartige Veränderung in einem Magenpolypen die Krebserkrankung aus.

Kann es durch Magenoperationen zu Magenkrebs kommen?

Fachleute vermuten, dass es nach einer Operation am Magen zu einem erhöhten Rückfluss von Verdauungssäften aus der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase in den Restmagen kommen kann. Das verursacht möglicherweise eine Veränderung in den Zellen der Magenschleimhaut, wodurch bei manchen Patienten und Patientinnen eine Magenkrebserkrankung entsteht.

Wie kann die Ernährung das Risiko für Magenkrebs erhöhen?

Wie sich Menschen ernähren, spielt beim Risiko für Magenkrebs eine große Rolle. Die Ernährung gehört zu den „erworbenen Faktoren“:

  • Salzkonsum: Wer generell sehr salzhaltig isst, erhöht wahrscheinlich sein persönliches Risiko für Magenkrebs. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um Fastfood handeln, auch stark gesalzenes Gemüse ist ungesund.
  • Auch gepökelte oder geräucherte Lebensmittel, etwa Fleisch oder Fisch, erhöhen die Gefahr für ein Magenkarzinom. Da Pökeln und Räuchern als Konservierungsmethode jedoch rückläufig sind, gehen auch die Zahlen von Magenkrebs-Neuerkrankungen in den letzten Jahren zurück.
  • Insgesamt senkt eine Ernährung, die reich an pflanzlichen Bestandteilen ist, das Risiko für ein Magenkarzinom.

Passende Artikel zum Thema

Welche Lebensgewohnheiten erhöhen das Risiko auf ein Magenkarzinom?

  • Rauchen gilt als ein gesicherter Risikofaktor. Das Risiko steigt bei Rauchern und Rauchrinnen etwa auf das Dreifache gegenüber nichtrauchenden Menschen.
  • Alkohol: Häufiger und starker Alkoholkonsum schädigt die Magenschleimhaut und kann Entzündungsprozesse hervorrufen, was zu Krebs führen kann. Das Risiko ist besonders hoch bei Menschen, die mit Helicobacter pylori infiziert sind.

Gibt es familiäre Faktoren, die das Magenkrebsrisiko erhöhen?

  • Erbanlagen: Eltern, Kinder oder Geschwister von Menschen, die an Magenkrebs erkrankt sind, haben ein zwei bis dreimal so hohes Risiko, ebenfalls zu erkranken.
  • Beim Lynch-Syndrom handelt es sich um eine vererbte Genveränderung, die das Risiko für Darmkrebs, Magenkrebs und eine Reihe weiterer Krebserkrankungen erhöht.
  • Familiäre Lebensumstände: Auch durch gleiche Gewohnheiten unter Familienmitgliedern, wie eine salzreiche und fleischlastige Ernährung, kann das Magenkrebsrisiko in der Familie steigen.
  • Eine Übertragung von Heliobakter pylori bei engem Kontakt innerhalb der Familie. Viele Menschen stecken sich bereits im Kindesalter an.
Doc Felix erklärt, wie es zu einem Magengeschwür kommen kann.

Die AOK hilft, das Richtige im Gesundheitsbereich zu finden

Diagnose: Wie lässt sich Magenkrebs erkennen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie sich bei einem Verdacht auf Magenkrebs die Diagnose abklären lässt. Erste Anlaufstelle ist die hausärztliche Praxis. Nach der Anamnese, also der genauen Abfrage der Krankheitsgeschichte, erfolgt eine körperliche Untersuchung. Bei Verdacht auf Magenkrebs überweist der Arzt oder die Ärztin in eine gastroenterologische Praxis, die auf die Organe des Verdauungstrakts spezialisiert ist.

Mit welchen Untersuchungen lässt sich Magenkrebs nachweisen?

  • Mit einer Magenspiegelung, medizinisch Gastroskopie, bei der auch von verdächtigen Stellen Gewebeproben entnommen werden können (Biopsie). Diese lassen sich anschließend im Labor auf Krebszellen untersuchen.
  • Bleibt das Ergebnis auch einer wiederholten Biopsie unklar, obwohl es verdächtige Stellen im Magen gibt, nutzt der Arzt oder die Ärztin einen sogenannten endoskopischen Ultraschall. Hierbei wird die Ultraschallsonde an einem Schlauch in den Magen eingeführt (Endosonographie). So lässt sich eine Verdickung der Magenwand genauer untersuchen, was Hinweise darauf gibt, ob die Veränderung im Gewebe gut- oder bösartig ist. Eine weitere Biopsie unter Ultraschall kann zusätzliche Klarheit bringen.

Passende Artikel zum Thema

Wie lässt sich bei Magenkrebs das Krebsstadium erkennen?

Bei einem positiven Untersuchungsergebnis, also der Diagnose Magenkrebs, stehen verschiedene Untersuchungen zur Verfügung, um die Erkrankung genauer einzuschätzen, beispielsweise

Medizinerinnen und Mediziner legen anhand dieser und eventuell weiterer Untersuchungsergebnisse das sogenannte Tumorstadium fest – Fachleute bezeichnen diesen Vorgang als Staging. Dazu zählen unter anderem die Größe und Ausbreitung des Tumors sowie die Information, ob auch anliegende Lymphknoten betroffen sind oder der Krebs in andere Organe gestreut, also Metastasen gebildet hat. Die anschließende Behandlung lässt sich gezielt auf das Tumorstadium ausrichten. Medizinerinnen und Mediziner besprechen und planen diese sorgfältig mit den Betroffenen.

Therapie: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Magenkrebs?

Als kurativ bezeichnen Fachleute eine Behandlung, die darauf abzielt, den Krebs vollständig zu entfernen und zu heilen. Ist eine vollständige Heilung nicht möglich, versuchen die Ärzte und Ärztinnen, die Beschwerden der Betroffenen zu mildern, ihre Lebensdauer zu verlängern und ihre Lebensqualität weitgehend zu sichern. Dann spricht man von einer palliativen Behandlung.

Ein Mann und eine Frau tragen Kochschürzen und stehen in einer Küche. Sie schneiden Gemüse für eine gesunde Mahlzeit.

© iStock / evgenyatamanenko

Eine ausgewogene, salzarme Ernährung mit viel Obst und Gemüse aber wenig Fleisch kann ein guter Schutz vor Magenkrebs sein.

Wie sieht die kurative Behandlung bei Magenkrebs aus?

  • Operation mit vollständiger oder teilweiser Entfernung des Magens und der umliegenden Lymphknoten. Bei der Operation wird die Speiseröhre oder der verbleibende Teil des Magens mit dem Dünndarm verbunden, wodurch die Nahrungsaufnahme weiterhin möglich ist.
  • Endoskopische Entfernung kleinerer Tumore unter Erhalt des Magens.
  • Chemotherapie (Medikamentöse Therapie) vor und nach der Operation, um den Tumor vorab zu verkleinern und eventuelle Krebsreste zu bekämpfen.
  • Eine Strahlentherapie zur Behandlung von Schmerzen und Metastasen wird bei Magenkrebs eher selten angewandt, da weitere wichtige Organe in direkter Umgebung des Magen geschädigt werden könnten.

Im Anschluss an die Behandlung erfolgen regelmäßige Nachuntersuchungen, um zu verhindern, dass sich ein sogenanntes Rezidiv bildet, der Tumor also erneut wächst.

Wie verläuft die palliative Behandlung des Magenkarzinoms?

Wenn die Krankheit weiter fortschreitet, kann es bei den Betroffenen zu mehr und auch neuen Symptomen kommen. Dann stehen die Linderung von Beschwerden und die Verbesserung der Lebensqualität im Vordergrund.

Hierzu können Medikamente, Ernährungsunterstützung und andere Maßnahmen beitragen, unter anderem

  • Schmerztherapie: Medikamente gegen sehr starke Schmerzen, sogenannte Durchbruchschmerzen.
  • Bestrahlung, beispielsweise von Knochenmetastasen. Ergänzend auch physiotherapeutische Maßnahmen zur Entspannung.
  • Künstliche Ernährung bei Einengung der Verdauungsorgane oder Schluckstörungen.
  • Maßnahmen gegen Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen.
  • Psychoonkologische Unterstützung bei ausgeprägter Fatigue, also einer krankhaften Erschöpfung und Schwäche.
  • Ausdauer- und Krafttraining gegen den Muskelabbau.

Prävention: Wie kann man Magenkrebs vorbeugen?

Sie können einiges tun, um einer Erkrankung mit Magenkrebs vorzubeugen. Beispielsweise

  • Rauchen Sie nicht beziehungsweise hören Sie mit dem Rauchen auf.
  • Trinken Sie wenig oder keinen Alkohol.
  • Sorgen Sie für eine ausgewogene, salzarme Ernährung mit viel Obst und Gemüse, aber wenig verarbeiteten Fleischprodukten.
  • Treiben Sie regelmäßig Sport oder sorgen Sie für ausreichend Bewegung im Alltag.
  • Ernähren Sie sich ausgewogen und streben Sie ein Normalgewicht an, denn das kann das Risiko einer Magenkrebserkrankung senken.

Infektionen behandeln: Eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori ist ein bekannter Auslöser für chronische Magenschleimhautentzündungen und kann zu Magenkrebs führen. Sie lässt sich mit Antibiotika behandeln.

Einen vorsorglichen Test auf die Infektion mit Heliobakter pylori empfehlen Fachleute allerdings nur für Menschen mit einem erhöhten Risiko für Magenkrebs.

Fachlich geprüft
Fachlich geprüft

Die Inhalte unseres Magazins werden von Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft und sind auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.


Waren diese Informationen hilfreich für Sie?

Noch nicht das Richtige gefunden?