Zum Hauptinhalt springen
AOK WortmarkeAOK Lebensbaum
Gesundheitsmagazin

Immunsystem

Bewährt, sicher, verträglich: So wirkt Kortison

Veröffentlicht am:13.06.2023

4 Minuten Lesedauer

Aktualisiert am: 21.12.2023

Kortison hat keinen besonders guten Ruf. Das Medikament ist vor allem für unerwünschte Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme oder Blutzuckeranstieg bekannt. Wird Kortison jedoch sorgfältig und kurzzeitig angewendet, gilt es als sicherer Wirkstoff.

Mann sieht in den Badspiegel und trägt Kortisonsalbe auf.

© iStock / miniseries

Was ist Kortison eigentlich und wann wird es eingesetzt?

Sogenannte Kortikoide regen Teile des Stoffwechsels an und sind eine Reaktion des Körpers auf äußere Belastungen. Deshalb werden sie auch Stresshormone genannt. Als Medikament lindert Kortison Entzündungen, wo auch immer sie sich im Körper befinden. Es wirkt immunsuppressiv – heißt, das Arzneimittel macht die Abwehraktivitäten des Körpers weniger aggressiv. Gezielt eingesetzt, wirkt es optimal auf Entzündungsherde ein.

Bei diesen Krankheiten wird Kortison zum Beispiel verschrieben:

  • Ekzeme, Hautausschlag, Schuppenflechte
  • Gelenk- und Schleimbeutelentzündungen, Rheuma
  • Asthma, Allergien, Lungenkrankheit COPD
  • Akuter Tinnitus
  • zur Minderung von Schüben bei verschiedenen chronischen Krankheiten
  • zur Lungenreifung des Embryos bei einer drohenden Frühgeburt

Warum hat Kortison einen schlechten Ruf?

Kortison wurde Mitte der Vierzigerjahre zum ersten Mal eingesetzt. Es bescherte der Medizin riesige Erfolge: Starke Rheuma-Schmerzen konnten gelindert werden, Asthma-Patienten und -Patientinnen erhielten einen Lebensretter, der ihnen Luft schenkte.

Kortison bekam den Ruf eines Wunderheilmittels. Doch schon bald kamen die Schattenseiten zum Vorschein: Das neue Medikament wurde überaus großzügig verwendet, es traten zum Teil sehr starke Nebenwirkungen auf. Mittlerweile hat die Medizin viel dazugelernt. Ärzte und Ärztinnen setzen Kortison gezielt und sehr gut dosiert ein. Mit einer umsichtigen Behandlung treten heute wenige bis keine Nebenwirkungen auf.

Anwendungsformen von Kortison

Kortisonsalbe: Auf der Haut ein sicherer Helfer

Fachärzte und -ärztinnen für Dermatologie verschreiben Kortison meist als Creme, wenn sich die Entzündungszellen direkt am Ort des Geschehens abwehren lassen – zum Beispiel auf der gereizten Haut. Ein Vorteil der lokalen Anwendung ist, dass Kortison nicht unnötig in die Blutbahn gelangt, sondern auf direktem Wege dahin, wo es schmerzt und brennt. Gerade Juckreiz und Hautrötungen lassen sich so zuverlässig lindern. Wichtig ist zu wissen, dass die Anwendung zeitlich und lokal begrenzt sein sollte. Eine dauernde Nutzung kann als Nebenwirkung die Haut verdünnen. Ärzte und Ärztinnen stimmen die Kortisonbehandlung auf die jeweilige Körperpartie ab: An den Oberschenkeln werden beispielsweise höherdosierte Präparate eingesetzt als an empfindlichen Stellen wie im Gesicht oder im Genitalbereich.

Apotheker verkauft Frau Präparate mit Kortison und erklärt mögliche Nebenwirkungen.

© iStock / jakoblund

Lassen Sie sich in der Apotheke oder Arztpraxis beraten, wie Sie ein Medikament mit Kortison richtig anwenden und welche Nebenwirkungen möglich sind.

Kortisonspray: Erste Hilfe bei Asthma und heftigem Heuschnupfen

Wer hypersensible Bronchien oder Asthma hat, braucht bei plötzlicher Atemnot blitzschnell Linderung. Dosiersprays bringen dann das lebenswichtige Kortison direkt in die Bronchien, wo es helfen kann. Auch bei schwerem Heuschnupfen können Kortison-Nasensprays die Immunreaktion in der Nase unterdrücken. Im Allgemeinen ist Kortison zum Inhalieren problemlos, effektiv und in den empfohlenen Dosierungen sicher. Wichtig ist dennoch immer der Blick auf den Beipackzettel: Als Nebenwirkungen können Rachensprays unter anderem die Schutzfunktion der Mundschleimhäute senken und eine Pilzinfektion auslösen. Es wird empfohlen, nach jeder Inhalation den Mund auszuspülen oder die Zähne zu putzen.

Sie sind bei der AOK versichert und mit uns zufrieden?

Dann empfehlen Sie uns gerne weiter. Für jedes neue Mitglied, das Sie uns vermitteln, bedanken wir uns bei Ihnen mit einem Bonus.

Kortisontabletten und -spritzen: hochdosiert und hochwirksam

Bei Erkrankungen wie Rheuma wird Kortison in Form von Tabletten, Spritzen oder Infusionen verabreicht. Verordnet Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Ihnen eine Einnahme für zwei bis drei Wochen, riskieren Sie kaum ernsthafte Nebenwirkungen. Spritzen wird er oder sie Ihnen Kortison wahrscheinlich nur einmalig oder in Abständen.

Nehmen Sie Tabletten ein, gelangt das Kortison ins Blut und wirkt im ganzen Körper. Deshalb sollten Sie diese Regeln bei der Einnahme von Kortison-Tabletten beachten:

  • Nehmen Sie Ihr Medikament immer zwischen 6 und 8 Uhr morgens ein. Zu dieser Zeit schüttet der Körper das meiste Cortisol selbst aus und Sie verhindern, dass er die eigene Produktion senkt.
  • Kortison-Tabletten können die Wirkung von anderen Wirkstoffen verstärken oder abschwächen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie bereits andere Medikamente einnehmen.
  • Warten Sie mit einer Impfung lieber, bis Ihre Kortison-Behandlung abgeschlossen ist. Sonst kann Ihr Körper durch die immunsuppressive Wirkung des Kortisons eventuell nicht ausreichend Antikörper bilden.
  • Setzen Sie Kortison-Tabletten nie abrupt ab, sondern nur in ärztlicher Absprache. Sonst sind Entzugserscheinungen möglich.
  • Während der Behandlung mit Kortison steigt der morgendliche Blutzuckerspiegel an. Behalten Sie darum Ihre Werte in dieser Zeit gut im Auge, wenn Sie Diabetes haben.

Passende Artikel zum Thema

Was Kortison kann – und was nicht

Kortison ist keine Wunderwaffe. Es heilt nicht, sondern lindert die Symptome Ihrer Erkrankung. Allergien etwa haben meist Ursachen, die durch Kortison nicht behoben werden. Deshalb verschreiben Ärzte und Ärztinnen Kortison meist nur für eine bestimmte Zeit, danach empfehlen sie ein Medikament ohne den Wirkstoff. Ein einheitliches Behandlungsschema gibt es allerdings oft nicht.

Wenn Sie sicher sein wollen, ob Kortison der richtige Wirkstoff für Ihre Symptome ist, können Sie sich zum Beispiel bei Ihrer Apotheke des Vertrauens beraten lassen oder eine ärztliche Zweitmeinung einholen. Für eine weitere Online-Recherche zu Kortison empfehlen wir Ihnen darauf zu achten, ob es sich um vertrauenswürdige Gesundheitsinformationen handelt.

Die AOK hilft Ihnen weiter

Waren diese Informationen hilfreich für Sie?

Noch nicht das Richtige gefunden?