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Medikamente aufbewahren und richtig lagern

Senioren mit Lesebrille hält ein Medikament ihres Medizinschrankes in der Hand.

© iStock / SelectStock

Lesezeit: 4 Minuten13.09.2022

Wo ist der beste Platz für die Aufbewahrung von Medikamenten, wenn im Sommer die Temperaturen steigen? Welchen Einfluss haben Luftfeuchtigkeit und Licht? Hier erfahren Sie, wie Sie Medikamente lagern, um deren Wirksamkeit zu erhalten.

Inhalte im Überblick

    Arzneimittel-Aufbewahrung: Darauf kommt es an

    Manche Arzneimittel sind gegenüber zu hohen, andere gegenüber zu niedrigen Temperaturen empfindlich. Aber auch Luftfeuchtigkeit und Lichteinwirkung sind bei der Lagerung zu beachten. Pharmazeutische Unternehmen führen vor der Zulassung Stabilitätsprüfungen an ihren Arzneimitteln durch. Anhand dieser Prüfungen legen sie fest, wie ein Arzneimittel nach dem Verkauf im Haushalt gelagert werden sollte.

    Die Informationen zur Aufbewahrung der Medikamente finden sich auf der Verpackung und der Packungsbeilage. Da der Beipackzettel noch weitere wichtige Angaben zur Dosierung, zu Unverträglichkeiten oder zur Haltbarkeit enthält, sollten Medikamente stets in der Originalverpackung und zusammen mit dem Beipackzettel verwahrt werden. Außerdem sollten Sie Arzneimittel am besten in einem hoch angebrachten, abschließbaren Medikamentenschränkchen, welches sich nicht im Badezimmer oder der Küche befinden sollte, unterbringen, sodass Kinder nicht an die Arzneimittel herankommen können.

    Vor allem Tropfen, Säfte oder Salben sind oft nur begrenzt haltbar, wenn die Tube oder Flasche einmal geöffnet worden ist. In der Regel wird die Haltbarkeit nach Öffnung auf der Packung in Monaten angegeben. Am besten ist es, den Zeitpunkt, an dem Sie ein Medikament angebrochen haben, auf der Umverpackung zu notieren. Viele Umverpackungen enthalten entsprechende Felder, in denen das Anbruchsdatum vermerkt werden kann.

    Temperatur – Licht – Feuchtigkeit: Was ist zu beachten?

    Arzneimittel sind unterschiedlich temperaturempfindlich und müssen dementsprechend unterschiedlich gelagert werden. Es gibt drei Temperaturbereiche:

    • Raumtemperatur (15 bis 25 Grad Celsius)
    • Kühlschrank (2 bis 8 Grad Celsius)
    • Tiefkühlung (–18 Grad Celsius oder kälter)

    Die meisten Medikamente, die in Deutschland verschrieben und verkauft werden, können bei Raumtemperatur gelagert werden. Inzwischen prüfen einige pharmazeutische Unternehmen ihre Medikamente nicht mehr wie zuvor bei 25 Grad, sondern bei 30 Grad, da die Temperaturen im Sommer immer höher werden. Gegenwärtig ist aber für Arzneimittel eine Aufbewahrung zumeist bis 25 Grad vorgesehen. Im Sommer empfiehlt es sich daher, die Hausapotheke in einem Raum mit möglichst geringer und möglichst konstanter Temperatur unterzubringen. Das kann ein Flur mit wenigen Fenstern sein oder ein Schlafzimmer zur Nordseite. Die Küche und das Bad mit oftmals hohen Zimmertemperaturen, Temperaturschwankungen und hoher Luftfeuchtigkeit sind am wenigsten geeignet. Auf längeren Reisen im Sommer empfiehlt sich der Einsatz einer speziellen Kühl- oder Isoliertasche für Medikamente, um die jeweils notwendige Temperatur sicherzustellen.

    Seniorin lässt sich in einer Apotheke von einer jungen Mitarbeiterin beraten.
    Informationen zur Aufbewahrung von Medikamenten befinden sich auf der Verpackung und in der Packungsbeilage.

    © iStock / PeopleImages

    Was passiert, wenn Medikamente zu warm gelagert werden?

    Bei den meisten Arzneimitteln, die bei Zimmertemperatur gelagert werden sollen, ist eine kurzzeitige und geringe Überschreitung der vorgeschriebenen Temperatur unproblematisch. Viele Wirkstoffe und Arzneiformen sind relativ robust und büßen bei einer nur kurzen Hitzebelastung nichts von ihrer Wirksamkeit ein. Das gilt vor allem für Tabletten. In manchen Fällen kann auch bei Tabletten die Wirkung abnehmen, etwa weil die Wärme Abbaureaktionen des Wirkstoffs auslöst. Andere Arzneiformen sind hingegen besonders hitzeempfindlich: Cremes, Salben und Gele, Zäpfchen aus Hartfett, Gelatinekapseln oder Pflaster mit Wirkstoffen. Emulsionen können ausflocken, Zäpfchen schmelzen, Kapseln erweichen oder Gele sich verflüssigen. In allen Fällen gilt: Sind Sie sich nicht sicher, verzichten Sie lieber auf die Einnahme.

    Kann man Medikamente im Kühlschrank aufbewahren?

    Nicht alle bei Raumtemperatur zu lagernden Arzneimittel können auch im Kühlschrank aufbewahrt werden – bei Lösungen oder Gelen kann es zum Beispiel zu Ausfällungen kommen. Wenn die Packungsbeilage eine Verwahrung bei Zimmertemperatur angibt, sollte man sich daran halten. Arzneimittel wiederum, die laut Beipackzettel in den Kühlschrank gehören, dürfen meistens kurzzeitig für den Weg von der Apotheke nach Hause ungekühlt sein. Es gibt aber auch Medikamente, bei denen die Kühlkette niemals unterbrochen werden darf. Darauf werden Sie in der Apotheke aber hingewiesen. Was die Tiefkühlung betrifft: Das ist eine Methode der Aufbewahrung, die wirklich nur diejenigen Arzneimittel vertragen, für die eine solche Lagerung ausdrücklich vorgeschrieben ist.

    Sonnenlicht und Feuchtigkeit vermeiden

    Mit direktem Sonnenlicht ist immer auch eine erhöhte Temperatur verbunden. Allein aus diesem Grund ist es nicht ratsam, Medikamente der Sonne auszusetzen. Manche Medikamente können durch UV-Strahlung ihre Wirksamkeit verlieren. Deshalb ist direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Außerdem kann eine zu hohe Luftfeuchtigkeit die Wirksamkeit von Medikamenten beeinträchtigen, daher wird von einer Aufbewahrung im Badezimmer abgeraten. Die hohe Feuchtigkeit und Wärme kann die Wirkstoffe von Arzneimitteln zersetzen. Grundsätzlich wird empfohlen ein Medikament in der Originalverpackung zu lagern, da diese einen isolierenden Schutz bietet.

    Das Wichtigste im Überblick

    Medikamente lagern – das sollten Sie berücksichtigen

    • Möglichst in der Originalverpackung aufbewahren einschließlich Beipackzettel.
    • Für Kinder unzugänglich wegschließen.
    • Keiner großen Hitze oder direktem Sonnenlicht aussetzen.
    • Vor allem im Sommer Medikamente niemals im Auto lassen.
    • Keine Lagerung in Bad oder Küche; besser sind Flur oder Schlafzimmer.
    • Nur kühl zu lagernde Medikamente gehören in den Kühlschrank.
    • Keine Tiefkühlung, wenn es nicht ausdrücklich vorgeschrieben ist.
    • Kein Umfüllen in Tablettenboxen oder Döschen, wenn das Arzneimittel laut Beipackzettel in der Originalverpackung aufbewahrt werden soll.
    • Bei längerem Transport auf die notwendige Kühlung achten (Isoliertasche, Kühltasche).

    Woran erkenne ich nicht mehr verwendbare Arzneimittel?

    Abgelaufene Medikamente dürfen nicht mehr verwendet und müssen entsorgt werden. Es gibt Ausnahmen, aber in den meisten Fällen und Gemeinden in Deutschland können Sie diese in die Restmülltonne werfen. Wenn ein Arzneimittel noch nicht abgelaufen ist, aber falsch gelagert wurde, ist optisch oft nicht zu erkennen, ob es noch verwendbar ist. Allerdings gibt es ein paar Anhaltspunkte dafür, dass Sie ein Präparat auf keinen Fall mehr verwenden sollten:

    • Cremes, Salben, Gele und Zäpfchen: Verflüssigung oder Verfärbung
    • Tabletten: Verfärbung oder Risse
    • aufgeblähte Verpackung
    • ungewöhnlicher/auffälliger Geruch
    • Ausflockung oder Trübung von Flüssigkeiten

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