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Sorbit als beliebter Zuckerersatz: Verwendung, Wirkung und Verträglichkeit

Veröffentlicht am:25.08.2022

aktualisiert am 07.09.2026

7 Minuten Lesedauer

Sorbit ist ein Zuckeralkohol mit weniger Kalorien als Haushaltszucker. Er kommt in Obst vor und wird als Zuckerersatz eingesetzt. Wie sich eine Unverträglichkeit äußert und ob Sorbit für Menschen mit Diabetes geeignet ist, erfahren Sie hier.

Eine Frau gibt mit einem kleinen Löffel Sorbit in eine Tasse Kaffee.

© iStock / DragonImages

Wie wird Sorbit als Zuckerersatz verwendet?

Der Zuckerersatzstoff Sorbit ist ein bereits seit längerem bekanntes Süßungsmittel. Er findet sich nicht nur in verarbeiteten, sondern auch in natürlichen Lebensmitteln und in verschiedenen Kosmetika. Als Zuckerersatz ist Sorbit allerdings nur bedingt geeignet.

Vor allem bei gesundheitsbewussten Menschen ist Sorbit sehr beliebt. Denn der Ersatzstoff liefert den süßen Geschmack, aber in der Regel viel weniger Kalorien als normaler Zucker.

Neben Sorbit steht mittlerweile eine Vielzahl verschiedener Zuckeralternativen zur Verfügung. In der EU sind derzeit 19 Süßungsmittel, zu denen auch Süßstoffe zählen, zugelassen. Sie sind oft in industriell hergestellten Produkten wie Kaugummis, Getränken, Joghurts oder Süßstofftabletten enthalten.

Was genau ist Sorbit oder Sorbitol?

Sorbit gehört zur chemischen Gruppe der Zuckeralkohole. Es ist auch unter den Bezeichnungen Glucitol oder Sorbitol zu finden. Der menschliche Körper produziert Sorbit als Teil des Kohlenhydratstoffwechsels.

Ursprünglich hat man Sorbit aus den Früchten der Eberesche, auch Vogelbeere genannt, gewonnen. Diese enthalten von Natur aus bis zu zwölf Prozent des Süßungsmittels. Sorbit kommt natürlicherweise in vielen weiteren Früchten vor. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Birnen
  • Äpfel
  • Pfirsiche
  • Pflaumen
  • Aprikosen

Natürlich gibt es auch reichlich sorbitarme Obstsorten. Unter anderem:

  • Avocado
  • Ananas
  • Banane
  • Beerenfrüchte
  • Kiwi

Als Lebensmittelzusatzstoff unter der Nummer E 420 kann Sorbit für verschiedene industriell hergestellte Lebensmittel verwendet werden. Eine Höchstmenge gibt es dafür, mit Ausnahme von Getränken, nicht.

In welchen Lebensmitteln steckt Sorbit?

Sorbit steckt nicht nur in frischem Obst, sondern auch in vielen Erzeugnissen, die aus sorbitreichen Obstsorten hergestellt werden. Dazu gehören zum Beispiel

  • Kompott
  • Marmelade
  • Wellnessgetränke
  • Trockenobst
  • Milchmischgetränke
  • Most
  • Wein
  • Bier
In Kompott und Konfitüren kann Sorbit auch vorkommen, wenn das Eingemachte sorbithaltig ist.

© iStock / Zbynek Pospisil

Auch in Kompott und Konfitüren ist oft Sorbit enthalten.

In welchen Supermarkt-Produkten ist Sorbit enthalten?

Aufgrund der besonderen chemischen Eigenschaften ist Sorbit ein beliebter Zusatzstoff in der Industrie. Er schmeckt süß, liefert mit 236 Kilokalorien pro 100 Gramm aber weniger Energie als die gleiche Menge normaler Haushaltszucker (400 Kilokalorien pro 100 Gramm).

Sorbit findet sich daher vor allem in zuckerreduzierten Süßwaren wie Desserts, Speiseeis oder Backwaren und in Lebensmitteln, die mit dem Zusatz „Light“ versehen sind. Weitere Produkte, die Sorbit enthalten können, sind:

  • Fertigsoßen
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • zuckerfreie Kaugummis
  • Bonbons

Welche Eigenschaft macht Sorbit so nützlich?

Da Sorbit hygroskopisch wirkt, also Wasser aus der Umgebung binden kann, wird es zudem als Feuchthaltemittel verwendet. Es verhindert, dass Kosmetika, Zahnpasta oder Lebensmittel wie abgepackter Toast, Senf oder abgepacktes Gebäck austrocknen.

Auch in der Medizin kann man von dieser Eigenschaft profitieren. Ärztinnen und Ärzte verwenden es zum Beispiel als harntreibendes Mittel oder Abführmittel. Darüber hinaus kann Sorbit als Emulgator in Reinigungsmitteln, als Trägerstoff für Aromen und Vitamine sowie als Hilfsstoff in Medikamenten dienen.

Wie gut eignet sich Sorbit als Zuckerersatz?

Sorbit ist ein weißes, geruchloses Pulver, das sowohl wasserlöslich als auch koch- sowie backfest ist. Tatsächlich hat es zwar weniger Kalorien als normaler Haushaltszucker, aber auch seine Süßkraft ist geringer, sie liegt bei nur 60 Prozent der Süßkraft von Zucker.

Im Umkehrschluss bedeutet das: Wer die gleiche Süße in einem Lebensmittel erreichen möchte, braucht mehr Sorbit.

Ist Sorbit als Zuckerersatz für Menschen mit Diabetes geeignet?

Der Körper verstoffwechselt das Süßungsmittel insulinunabhängig, das heißt, Sorbit lässt den Blutzuckerspiegel nicht beziehungsweise nur sehr gering ansteigen. Aus diesem Grund galt Sorbit lange als geeigneter Zuckerersatz für Menschen mit Diabetes.

Generell besteht bei der Verwendung von Süßungsmitteln die Gefahr, dass eine Gewöhnung an süße Speisen entsteht und das Verlangen nach Süßem insgesamt zunimmt. Zudem glauben viele Menschen, dass mit Süßstoffen gesüßte Lebensmittel grundsätzlich kalorienarm sind. Sie essen mehr davon, was zu einer Gewichtszunahme führen kann, die die Diabetes-Erkrankung zusätzlich ungünstig beeinflusst.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Menschen mit Diabetes die gleiche vollwertige Ernährung, die allgemein für gesunde Erwachsene gilt. Aus diesem Grund gibt es seit 2012 auch keine speziellen Lebensmittel für Menschen mit Diabetes mehr im Supermarkt zu kaufen.

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Wie schädlich ist Sorbit?

Für den Verzehr von Sorbit gibt es – anders als bei anderen Süßungsmitteln wie Aspartam oder Steviolglycosiden – keine zulässige tägliche Aufnahmemenge (englisch: Acceptable Daily Intake – ADI-Wert). Der ADI-Wert wurde von den unabhängigen Organisationen EFSA (European Food Safety Authority) und JECFA (Joint Expert Committee on Food Additives) erarbeitet.

Dieser Wert gibt die Dosis eines Stoffes an, die ein Mensch lebenslang und täglich aufnehmen kann, ohne dass sich dadurch negative Auswirkungen auf die Gesundheit ergeben. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bewertet die Aufnahme von Sorbit als unbedenklich.

Welche gesundheitlichen Folgen können zu große Mengen Sorbit haben?

Gleichzeitig kann eine tägliche Aufnahme von mehr als 20 Gramm Sorbit zu Durchfall, Krämpfen, Übelkeit und Bauchschmerzen führen. Bei vielen treten leichte Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen schon ab etwa 10 Gramm auf. Der Dünndarm kann nämlich nur eine begrenzte Menge an Sorbit aufnehmen.

Ist das Limit erreicht, wird der Zuckeralkohol in den Dickdarm weitertransportiert und von Bakterien verstoffwechselt. Dabei entstehen Gase, die die Beschwerden auslösen.

Da Sorbit auch Wasser aus den Darmzellen zieht, macht es in größeren Mengen den Stuhl weich und kann zu Durchfall führen. Lebensmittel, die mehr als zehn Prozent des Süßungsmittels E 420 enthalten, müssen daher den folgenden Warnhinweis tragen: „...kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“.

Wie äußert sich eine Sorbit-Unverträglichkeit?

Empfindliche Menschen reagieren manchmal auch schon auf einen sehr geringen Gehalt an Sorbit mit Verdauungsproblemen. Etwa ein bis drei Stunden nach einer sorbithaltigen Mahlzeit kann es zu Symptomen wie Blähungen, Durchfall, Aufstoßen, Bauchschmerzen oder Übelkeit kommen.

Mediziner und Medizinerinnen sprechen dann von einer Sorbitunverträglichkeit, Sorbitintoleranz oder Sorbitmalabsorption. Dabei funktioniert die Aufnahme des Zuckeralkohols über den Dünndarm nur eingeschränkt oder gar nicht, sodass die im Dickdarm lebenden Bakterien das Süßungsmittel verstoffwechseln und dabei die genannten Symptome auslösen.

Wie wird eine Sorbit-Unverträglichkeit ausgelöst und wie wird sie festgestellt?

Was genau eine Sorbitintoleranz auslöst, ist bislang unklar. Fest steht aber, dass es sich nicht um eine allergische Reaktion handelt. Das Immunsystem spielt keine Rolle für die Unverträglichkeitsreaktionen. Der oft umgangssprachlich verwendete Begriff Sorbitallergie ist daher falsch.

Wer den Verdacht hat, an einer Sorbitunverträglichkeit zu leiden, kann beim Arzt oder der Ärztin für die Diagnose einen sogenannten H2-Atemtest machen. Auch wird ein sogenanntes Symptomprotokoll empfohlen. Es hilft die Unverträglichkeiten zu erkennen. Oft tritt die Sorbitintoleranz zusammen mit einer Unverträglichkeit gegenüber Fruchtzucker (Fruktose) oder Milchzucker (Laktose) auf.

Ist eine Sorbit-Unverträglichkeit heilbar?

Eine Sorbitintoleranz ist nicht heilbar. Die Beschwerden lassen sich jedoch durch eine angepasste Ernährung eindämmen. Dafür hat sich das Drei-Phasen-Modell bewährt. Ziel ist es, den Darm zunächst zu entlasten und anschließend die individuelle Verträglichkeitsgrenze für Sorbit zu ermitteln.

Das Drei-Phasen-Modell umfasst folgende Schritte:

  1. Karenzphase: Betroffene verzichten auf sorbithaltige Lebensmittel (circa zwei Wochen).
  2. Testphase: Betroffene führen sorbithaltige Lebensmittel schrittweise in kleinen Mengen wieder ein. So lässt sich feststellen, welche Menge sie gut vertragen (ein bis zwei Wochen).
  3. Langzeiternährung: Die Ernährung wird dauerhaft an die persönliche Verträglichkeitsgrenze angepasst.

Da eine Sorbitintoleranz ein Mengenproblem ist, müssen Betroffene langfristig meist nicht vollständig auf Sorbit verzichten. Entscheidend ist die individuell verträgliche Menge.

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Bundesinstitut für Risikobewertung:

Süßungsmittel in Lebensmitteln – Ausgewählte Fragen und Antworten.

Bewertung von Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Diabetiker-Lebensmittel sind vom Tisch. Vollwertige Ernährung größeres Plus als teure Produkte.

Kamp, A. & Schäfer, C.: Fruktose, Laktose & Sorbit vermeiden, Georg Thieme Verlag, 2015, S. 12.

Ledochowski, M.: Wegweiser Nahrungsmittel-Intoleranzen, Georg Thieme Verlag, 2014, S. 79 ff.

Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK): ADI-Wert.

diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe e.V: Ist Süßstoff bei Diabetes empfehlenswert?

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