Zum Hauptinhalt springen
AOK WortmarkeAOK Lebensbaum
Gesundheitsmagazin

Gesunde Ernährung

Was Schokolade gesund oder ungesund macht

Veröffentlicht am:29.08.2023

5 Minuten Lesedauer

Sie gilt als Nervennahrung und Seelentröster – viele Menschen lieben Schokolade. Ist sie besonders kakaohaltig, schmeckt sie nicht nur gut, sondern gilt auch als gesund. Kann man also jeden Tag Schokolade essen?

Weiße, Vollmilch- sowie dunkle Schokolade gestapelt, daneben Kakaopulver und Kakaobohnen.

© iStock / carlosgaw

Welche Schokolade ist gesund?

Mit Schokolade verbinden viele Menschen kleine Glücksmomente wie das Öffnen der Adventskalendertürchen in der Vorweihnachtszeit oder den Schokohasen im Osterkörbchen. Nüchtern betrachtet umfasst der Begriff Schokolade verschiedene verarbeitete Produkte, deren Hauptbestandteile aus der Kakaobohne stammen – vor allem Kakaobutter, Kakaomasse und Kakaopulver. Hinzu kommen je nach Rezeptur noch weitere Zutaten wie Zucker, Milch, Nüsse, Trockenfrüchte oder scharfe Gewürze wie Chili.

Je nachdem, wie hoch der Anteil der Kakaobestandteile ist, lassen sich verschiedene Schokoladensorten unterscheiden. So enthält weiße Schokolade kein dunkel färbendes Kakaopulver, sondern nur die Kakaobutter. In Milchschokolade stecken mindestens 25 Prozent Gesamtkakaotrockenmasse, in Vollmilchschokolade 30 Prozent und bei Zartbitterschokolade sind es 50 Prozent. Das ist einer der Gründe, warum dunkle Schokolade als gesund gilt: Schokoladen mit besonders hohem Kakaoanteil enthalten automatisch weniger Zucker. Gleichzeitig ist der Anteil an Kakao, der potenziell gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzenstoffe enthält, höher.

Passende Artikel zum Thema

Warum ist 100-Prozent-Schokolade gesund?

Neben Zartbitterschokolade gehört auch Bitterschokolade zur dunklen Schokolade. Obwohl es im Lebensmittelrecht nicht klar festgelegt ist, enthält diese in der Regel rund 70 Prozent Kakao, manche Sorten auch 85 oder sogar 100 Prozent. Im Verhältnis enthalten diese Sorten demnach weniger Zucker und Milchbestandteile – und schmecken entsprechend weniger süß und cremig, besitzen dafür aber ein intensives und leicht bitteres Kakaoaroma. Gerade für die bittere Note sind einige der sekundären Pflanzenstoffe verantwortlich, die dunkle Schokolade gesund machen – vor allem sogenannte Polyphenole.

Gesundheitsfördernde Flavonoide

Besonders hoch ist der Anteil an Flavonoiden, einer Gruppe von färbenden und schützenden Stoffen, die zu den Polyphenolen gehören. Kakaobohnen übertreffen mit dem Gehalt dieser sekundären Pflanzenstoffe sogar Äpfel und Zwiebeln. Studien zufolge können Flavonoide mit ihrer antioxidativen Wirkung die Haut vor UV-Schäden schützen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken. Zudem gibt es Hinweise, dass sie die Durchblutung stärken und das Absterben von Krebszellen begünstigen. Demnach liegt es nicht nur am geringeren Zuckergehalt, dass dunkle Schokolade wie Zartbitterschokolade als gesunde Alternative gilt: Sie enthält bis zu fünfmal mehr Flavonoide als weiße und Vollmilchschokolade.

Junge Frau isst ein Stück dunkle Schokolade.

© iStock / Phoenixns

Dunkle Schokolade enthält nicht nur weniger Zucker als helle, sondern auch mehr gesundheitsförderliche sekundäre Pflanzenstoffe aus der Kakaobohne.

Weitere gesunde Bestandteile

In kleineren Mengen stecken in den Kakaobestandteilen auch weitere potenziell gesundheitsfördernde Stoffe wie Methylxanthine, die sich etwa positiv auf den Cholesterinspiegel sowie Herz- und Lungenfunktion auswirken können. Daneben punktet dunkle Schokolade mit wertvollen Mineralien und Spurenelementen wie Eisen, Magnesium, Kalium, Phosphor und Zink.

Beeinflusst Schokolade die Stimmung?

Forschende diskutieren, ob Flavonoide sowie einige in Schokolade enthaltene Aminosäuren sich auch auf die Gehirnfunktion und die Stimmung auswirken. Einige Fachleute sind der Überzeugung, dass bestimmte Kakaobestandteile die Durchblutung des Gehirns fördern und via Interaktion mit bestimmten Botenstoffen (wie Serotonin und Dopamin) eine antidepressive Wirkung haben. Andere wiederum argumentieren, dass die meisten Menschen bei schlechter Stimmung eher zu Milchschokolade mit geringerem Kakaoanteil greifen; es sei also vielmehr das angenehme Geschmackserlebnis und Mundgefühl, das die Stimmung aufhelle – unabhängig von der genauen Zusammensetzung der Bestandteile. In jedem Fall deuten Studien darauf hin, dass der stimmungshebende Effekt der Schokolade nicht von Dauer ist und nach etwa 30 Minuten wieder abnimmt.

Kann Schokolade schlecht werden?

Schokolade gehört zu den Lebensmitteln, die mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum gekennzeichnet sind.

Gleichzeitig ist sie nicht leicht verderblich und oft noch mehrere Monate über das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) hinaus uneingeschränkt genießbar; dunkle Schokolade sogar noch etwa ein Jahr nach dem Ablauf des MHD. Allerdings kann die Schokolade mit der Zeit an Geschmack verlieren oder Fremdaromen annehmen, insbesondere weiße Schokolade. Zudem bilden sich – etwa bei zu feuchter Lagerung – manchmal weiße Schlieren, der sogenannte Fettreif. Dieser ist ungefährlich, kann aber unappetitlich aussehen. Optimalerweise lagern Sie Schokolade kühl (circa 12 bis 18 Grad), trocken, dunkel und ohne Fremdgerüche in der Nähe. Allerdings sollten Sie Schokolade nicht im Kühlschrank aufbewahren – sie beginnt sonst zu bröckeln und verliert ihren Glanz.

Wie viel Schokolade am Tag ist gesund?

Ob dunkle Schokolade tatsächlich vor Krebs schützt oder Depressionen lindert, ist bislang nur unzureichend erforscht. Die bisherigen Studienergebnisse beziehen sich zum größten Teil auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und lassen ein vorsichtig positives Zwischenfazit zu: In Maßen genossen kann dunkle Schokolade dazu beitragen, die Blutgefäße vor Arteriosklerose zu schützen und das Risiko für Herzinfarkte zu verringern.

Klare Empfehlungen dazu, wer besonders von den Wirkungen profitiert und in welchen Mengen Schokolade gesund ist, gibt es bislang jedoch nicht. Fachleute raten von Schokolade als Genussmittel nicht generell ab (wobei Bitterschokolade eher zu empfehlen ist) – das bedeutet aber dennoch nicht, dass man aus gesundheitlichen Gründen jeden Tag eine Tafel Schokolade essen sollte.

Warum kann Schokolade auch ungesund sein?

Das Problem ist, dass Schokolade – anders als Gemüse, Obst und Nüsse, die ebenfalls sekundäre Pflanzenstoffe enthalten – ein hoch verarbeitetes Lebensmittel ist. Neben den wertvollen Inhaltsstoffen der ursprünglichen Kakaobohne stecken in Schokolade auch reichlich Zucker und Fett. Insgesamt hat Schokolade eine hohe Energiedichte, enthält also viele Kalorien (im Durchschnitt etwas über 500 Kilokalorien pro 100 Gramm); und das gilt auch für die dunklen Sorten, in denen weniger Zucker steckt. Im Hinblick darauf, dass jede Person in Deutschland statistisch gesehen über neun Kilo Schokolade pro Jahr verzehrt, kann das ein durchaus relevanter Faktor für Übergewicht und somit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein.

Video: Schokolade gesund integrieren

Ob Schokolade also gesund oder ungesund ist, entscheidet einerseits der Kakao- und Zuckeranteil, andererseits die verzehrte Menge. Fachleute von der Deutschen Herzstiftung empfehlen, Schokolade in Maßen zu genießen. Wer gerne nascht, sollte zudem auf ausreichend Bewegung achten.

Ernährungsberater Oliver Preschner erklärt, worauf beim Kauf von Schokolade zu achten ist.

Waren diese Informationen hilfreich für Sie?

Noch nicht das Richtige gefunden?