Expertenforum - Werkstudentenprivileg bei Verlängerung der vorlesungsfreien Zeit aufgrund Corona und mehr als 20 Wochenstunden

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  • 01
    Werkstudentenprivileg bei Verlängerung der vorlesungsfreien Zeit aufgrund Corona und mehr als 20 Wochenstunden
    Guten Tag,
    bei einer Werkstudentin wurde die vorlesungsfreie Zeit an ihrer Hochschule aufgrund Corona verlängert.
    Sie hat in den nun zusätzlich freien Tagen/Wochen wie in den regulären Semesterferien mehr als 20 Std./Woche gearbeitet.
    Gilt das Werkstudentenprivileg noch in dieser Zeit, da ja keine Vorlesungen waren, oder wäre die 20-Stunden-Grenze direkt wieder nach den regulären Semesterferien einzuhalten gewesen?
    Vielen herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung und viele Grüße
    Stefanie Dörr
  • 02
    RE: Werkstudentenprivileg bei Verlängerung der vorlesungsfreien Zeit aufgrund Corona und mehr als 20 Wochenstunden

    Hallo Frau Dörr,

     

    ordentliche Studierende sind in einer neben dem Studium ausgeübten Beschäftigung unabhängig von der Höhe des Arbeitsentgelts im Rahmen des sog. Werkstudentenprivilegs kranken-, pflege- und arbeitslosenversicherungsfrei, wenn das Studium im Vordergrund steht, also Zeit und Arbeitskraft des Studenten überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden.

    Davon ist nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) immer dann auszugehen, wenn die Beschäftigungszeit 20 Stunden in der Woche nicht überschreitet.

    Auf die 20-Wochenstunden-Grenze kommt es hingegen u. a. nicht an, wenn die Beschäftigung während der vorlesungsfreien Zeit der Semesterferien ausgeübt wird.

     

    Wird in dieser Zeit eine Beschäftigung mit mehr als 20 Wochenstunden ausgeübt, ist davon auszugehen, dass Zeit und Arbeitskraft des Studenten in der Gesamtbetrachtung überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden. Dies gilt auch für eine Beschäftigung, die während des Semesters an nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich ausgeübt wird, in den Semesterferien auf mehr als 20 Stunden wöchentlich ausgedehnt und nach dem Ende der Semesterferien wieder auf eine Wochenarbeitszeit von nicht mehr als 20 Stunden zurückgeführt wird.

    Als vorlesungsfreie Zeit gelten in diesem Zusammenhang auch die Semesterferien, die aufgrund der Corona-Krise über das ursprünglich vorgesehene Ende hinaus ausgeweitet bzw. verlängert werden.

    Auch die krisenbedingt verlängerten Semesterferien ändern nichts daran, dass das Werkstudentenprivileg verlorengeht, wenn sich Beschäftigungen bzw. Beschäftigungszeiten mit mehr als 20 Wochenstunden (einschließlich solcher in den Semesterferien)

    im Laufe eines Jahres wiederholen und insgesamt mehr als 26 Wochen ausmachen.

     

    Mit freundlichen Grüßen

     

    Ihr Expertenteam

     

     

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