Expertenforum - Werkstudenten - 20-Stunden-Grenze bei Feiertagen

© ZORAN ORCIK / Adobe Stock
Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Werkstudenten - 20-Stunden-Grenze bei Feiertagen
    Liebes Expertenteam,

    ich habe eine Frage zur Berechnung der 20-Stunden-Grenze bei Werkstudenten in Wochen mit Feiertagen:
    Wir rechnen natürlich einen Feiertag, an dem ein Werkstudent sonst gearbeitet hätte, als bezahlte Zeit. Meine Frage ist, ob der Feiertag dann auch als Arbeitszeit im Sinne der 20-Stunden-Grenze gilt.
    Ein konkretes Beispiel wäre ein Student, der einen Vertrag über 15 Stunden/Woche hat und üblicherweise Dienstag und Donnerstag je 7,5 Stunden arbeitet. Wenn nun z.B. in einer Woche donnerstags ein Feiertag wäre und er dafür mittwochs 7,5 Stunden arbeitet, würde er ja für 22,5 Stunden bezahlt werden. Gearbeitet hätte er aber tatsächlich 15 Stunden. Welche Stundenberechnung ist dann relevant für das Einhalten der 20-Stunden-Grenze? Wäre die Stundengrenze hier eingehalten oder darf er an dem Mittwoch höchstens 5 Stunden arbeiten?

    Vielen Dank.
  • 02
    RE: Werkstudenten - 20-Stunden-Grenze bei Feiertagen
    Hallo TANTFS,

    Personen, die neben ihrem Studium nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich beschäftigt sind, gehören ihrem Erscheinungsbild nach grundsätzlich zu den Studenten und nicht zu den Arbeitnehmern. Die Höhe des Arbeitsentgelts ist dabei ohne Bedeutung.
    Urlaubs-, Krankheits- und Feiertage, sind bei der Beurteilung der 20-Stunden-Grenze ebenfalls entsprechend der vereinbarten Arbeitszeit zu berücksichtigen. Dies gilt unabhängig davon, dass an diesen Tagen tatsächlich nicht gearbeitet wurde.
     
    Die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit ist allerdings dann kein allein entscheidungsrelevantes Kriterium für die versicherungsrechtliche Beurteilung, wenn sie im Einzelfall so liegt, dass sie sich den Erfordernissen des Studiums anpasst und unterordnet. Dementsprechend kann bei Beschäftigungen am Wochenende sowie in den Abend- und Nachtstunden Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs auch bei einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden in Betracht kommen, vorausgesetzt, dass Zeit und Arbeitskraft des Studenten überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden.

    Vom Erscheinungsbild eines Studenten ist jedoch nicht mehr auszugehen, wenn eine derartige Beschäftigung mit einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden ohne zeitliche Befristung ausgeübt wird oder auf einen Zeitraum von mehr als 26 Wochen befristet ist; in diesen Fällen tritt die Zugehörigkeit zum Kreis der Beschäftigten in den Vordergrund.  

    Bezogen auf das in Ihrem Sachverhalt konkrete Beispiel wäre bei Überschreiten der 20-Stunden-Grenze (mit 22,5 Stunden) grundsätzlich von Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung auszugehen.  
    Sofern ab dem Folgemonat die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit wieder bei max. 20 Stunden/Woche liegen wird, ist ab diesem Zeitpunkt die Werkstudentenregelung wieder zu berücksichtigen und es besteht lediglich Versicherungspflicht zur Rentenversicherung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam
Kontakt zur AOK AOK/Region wählen
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.