Expertenforum - Werkstudent 20h-Grenze

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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Werkstudent 20h-Grenze
    Sehr geehrtes Expertenteam,

    unser Mandant möchte gerne eine Werkstudentin unbefristet einstellen. Es handelt sich um eine ordentlich studierende Person.
    Die Arbeitszeiten wären:
    alle 14 Tage Montags ab 2.30h (für 8 Std.)
    jede Woche Donnerstags und Freitags ab 2.30 h (für jeweils 8 Std.)

    Bei dieser Konstellation würde alle 14 Tage die wöchentliche Arbeitszeit von 20 h überschritten werden (wöchentlicher Wechsel zwischen 16 h und 24 h). Handelt es sich bei der 20h-Grenze um einen Durchschnittswert? Dieser würde ja dann nicht überschritten werden und der Status als Werkstudentin würde bestehen bleiben.
    Oder gilt bei dieser Konstellation die 26-Wochen-Regelung?

    In den Semesterferien soll die Wochenarbeitszeit auf max. 40 Std./Woche erhöht werden. Das würde ja dann mit in die 26-Wochen-Regelung fallen.

    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.

    Mit freundlichen Grüßen
    MP
  • 02
    RE: Werkstudent 20h-Grenze
    Hallo MP,
     
    Personen, die neben ihrem Studium nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich beschäftigt sind, gehören ihrem Erscheinungsbild nach grundsätzlich zu den Studierenden und nicht zu den Arbeitnehmern.
    Die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit ist allerdings dann kein allein entscheidungsrelevantes Kriterium für die versicherungsrechtliche Beurteilung, wenn sie im Einzelfall so liegt, dass sie sich den Erfordernissen des Studiums anpasst und unterordnet. Dementsprechend kann bei Beschäftigungen am Wochenende sowie in den Abend- und Nachtstunden Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs auch bei einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden in Betracht kommen, vorausgesetzt, dass Zeit und Arbeitskraft des Studierenden überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden.
    Vom Erscheinungsbild eines Studierenden ist jedoch nicht mehr auszugehen, wenn eine derartige Beschäftigung mit einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden ohne zeitliche Befristung ausgeübt wird oder auf einen Zeitraum von mehr als 26 Wochen befristet ist; in diesen Fällen tritt die Zugehörigkeit zum Kreis der Beschäftigten in den Vordergrund.
    Dies gilt auch in den Fällen, in denen nur ein geringfügiges Überschreiten vorliegt. Eine monatliche oder jährliche Durchschnittsberechnung der wöchentlich Stundenzahl ist hierbei nicht zulässig.
     
    Sofern ein Studierender in der vorlesungsfreien Zeit mehr als 20 Stunden arbeitet, ist davon auszugehen, dass dessen Zeit und Arbeitskraft weiterhin überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen wird.
    Allerdings ist auch hier entscheidend, dass der Studierende im Laufe eines Zeitjahres (von dem voraussichtlichen Ende der zu beurteilenden Beschäftigung ein Jahr zurückgerechnet) nicht mehr als 26 Wochen/182 Kalendertage mit mehr als 20 Stunden in der Woche beschäftigt war.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     
     
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