Expertenforum - Werkstudent

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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

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Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Profitieren Sie rund um den Jahreswechsel von einem besonderen Angebot. Stellen Sie auch Fragen zum Steuer- und Arbeitsrecht, die Bezug zum Sozialversicherungsrecht haben. Ihre Frage wird dann direkt von unseren externen Steuer- und Arbeitsrechtsexperten beantwortet.

  • 01
    Werkstudent

    Liebes Expertenteam,


    wir bitten um Einschätzung zu folgendem Sachverhalt:

    unser Mitarbeiter hat in der Zeit bis 06/2022 seine Bachelorarbeit in unserem Betrieb angefertigt. Für die Zeit 01.07.22 - 31.03.23 hat er einen Werkstudentenvertrag bei uns unterschrieben, da er noch seinen "Master" machen möchte. Die wöchentliche Arbeitszeit beläuft sich auf 10 Stunden. Wie ist die Beschäftigung einzustufen?


    Vielen Dank.

    Herzliche Grüße, Team Payroll

  • 02
    RE: Werkstudent

    Guten Tag,
     
    Voraussetzung für die Anwendung der Vorschriften über die Versicherungsfreiheit der von Studenten ausgeübten Beschäftigungen im Rahmen des „Werkstudentenprivilegs“ ist zunächst die Zugehörigkeit zum Personenkreis der ordentlichen Studierenden. Dies setzt voraus, dass eine wissenschaftliche Ausbildung in einem geordneten Studien- oder Ausbildungsgang erfolgt und der Student sich einer mit dem Studium in Verbindung stehenden oder darauf aufbauenden Ausbildungsregelung unterwirft. Zu den ordentlichen Studierenden gehören diejenigen, die an einer Hochschule oder einer der fachlichen Ausbildung dienenden Schule eingeschrieben (immatrikuliert) sind.
     
    Hat der Studierende die von der Hochschule für den jeweiligen Studiengang nach den maßgebenden Prüfungsbestimmungen vorgesehene letzte Prüfungsleistung (z. B. Abgabe der Bachelorarbeit bzw. Ablegung des ersten Staatsexamens) erbracht, so wird die Hochschulausbildung im Sinne der Anwendung des Werkstudentenprivilegs nicht mit dieser letzten Prüfungsleistung, sondern mit Ablauf des Monats, in dem der Studierende vom Gesamtergebnis der Prüfungsleistung offiziell schriftlich unterrichtet worden ist, als beendet angesehen.
     
    Beim Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium ist grundsätzlich nicht von einem durchgehenden Fortbestehen der Zugehörigkeit zum Personenkreis der ordentlichen Studierenden auszugehen, da der neue Ausbildungsabschnitt in Form des Masterstudiums sich in aller Regel nicht lückenlos an das Ende des Bachelorstudiums anschließt. Bei derartigen Unterbrechungen kann angesichts der erforderlichen Hochschulzugehörigkeit Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs nicht eingeräumt werden. Allein die Absicht, zum nächstmöglichen Zeitpunkt das weiterführende Studium aufnehmen zu wollen, reicht für den Lückenschluss nicht aus.
     
    Frühestens mit der Einschreibung zum Masterstudiengang könnten dann bei dem Student die besonderen Regelungen für die Versicherungsfreiheit von beschäftigten Studierenden erneut greifen.
     
    Demzufolge finden zwischen den Studiengängen die allgemeinen Regelungen für die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung Anwendung.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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