Expertenforum - Werkstudent

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Expertenforum

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  • 01
    Werkstudent

    Liebes Expertenteam,

    wir beschäftigen eine Werkstudentin, die die Prüfungsleistungen für ihr Masterstudium soweit abgeschlossen hat und nur noch ihre Masterthesis anmelden muss. Lehrveranstaltungen muss sie auch keine mehr absolvieren. Kann die Studentin daher während sie ihre Masterthesis schreibt mehr als 20 Stunden/Woche arbeiten? Sie ist weiterhin immatrikuliert.

    Grundsätzlich ist eine Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden/Woche in den Semesterferien erlaubt, solange sie nicht länger als 26 Wochen mehr als 20 Stunden/Woche im Zeitjahr arbeitet. Trifft dies auch auf den geschilderten Fall zu?



    Viele Grüße

    Referentin1

  • 02
    RE: Werkstudent

    Guten Tag,
     
    wird eine Beschäftigung mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von nicht mehr als 20 Stunden lediglich in der vorlesungsfreien Zeit (Semesterferien) auf mehr als 20 Stunden ausgeweitet, so bleibt auch für diese Zeit das studentische Erscheinungsbild erhalten, sodass in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung grundsätzlich Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs anzunehmen ist.
     
    Vorlesungsfreie Zeit sind nur die offiziellen Semesterferien der Universitäten und Hochschulen. Die Semesterferien sind die Zeiten am Ende eines Semesters bis zum Beginn des neuen Semesters, in der regelmäßig keine Lehrveranstaltungen stattfinden. Andere Zeiten während der Vorlesungszeiten des Studiums ohne tatsächliche Lehrveranstaltungen werden den vorlesungsfreien Zeiten nicht zugerechnet.
     
    Dagegen sind die für einen bestimmten Studierenden außerhalb der offiziellen Zeiten zusätzlichen „individuellen“ veranstaltungsfreien Zeiten -z.B. weil während der Erstellung der Master-Thesis keine Präsenzphasen stattfinden - für die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung nicht zu berücksichtigen.
     
    Die Mitarbeiterin ist somit in Ihrem Fall bei einer Erhöhung der wöchentlichen Stundenzahl auf mehr als 20 Stunden in den Beitragsgruppenschlüssel „1111“ um zu schlüsseln.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

  • 03
    RE: Werkstudent

    Liebes Expertenteam,


    verstehe ich es also richtig, dass auch außerhalb der offiziellen Zeiten zusätzliche „individuelle“ veranstaltungsfreie Zeiten -z.B. weil während der Erstellung der Master-Thesis keine Präsenzphasen stattfinden - nicht der vorlesungsfreien Zeit zugerechnet werden können und der Student daher auch in dieser Zeit nicht mehr als 20 Stunden arbeiten darf?


    Viele Grüße

    Referentin1


    Viele Grüße

    Caroline Rieger

  • 04
    RE: Werkstudent

    Guten Tag,
     
    das Werkstudentenprivileg setzt voraus, dass der überwiegende Teil der Arbeitskraft für das Studium aufgewendet wird. Lediglich während der „offiziellen“ vorlesungsfreien Zeiten der Hochschule oder Universität kann die Grenze von 20 Stunden überschritten werden, ohne den sozialversicherungsrechtlichen Status als Student zu verlieren.
     
    Während der „individuellen“ vorlesungsfreien Zeiten ist dies nicht möglich. Wird in diesen Fällen die Grenze von 20 Stunden überschritten, steht der überwiegende Teil der Arbeitskraft nicht mehr dem Studium zur Verfügung und der Student wird versicherungsrechtlich als Arbeitnehmer eingestuft.
     
    Ergänzend weisen wir noch darauf hin, dass die Arbeitszeit bei einer Beschäftigung im Rahmen der 20-Wochenstunden-Grenze während der Vorlesungszeit auf über 20 Wochenstunden ausgeweitet werden kann. Dies setzt jedoch voraus, dass es sich um eine im Voraus befristete Zeit handelt. Außerdem darf das Überschreiten der 20-Wochenstunden-Grenze nur durch Beschäftigungszeiten am Wochenende oder in den Abend- und Nachtstunden erfolgen. Dabei dürfen diese Beschäftigungszeiten im Laufe eines Jahres 26 Wochen nicht überschreiten.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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