Expertenforum - Verschiebung bereits vereinbarter Abfindungszahlung

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  • 01
    Verschiebung bereits vereinbarter Abfindungszahlung

    Guten Tag, die Verscheibung der Auszahlung einer Abfindung (ins folgejahr) aus steuerlichen Gründen ist ja grundsätzlich möglich, sofern diese vor der eigentlichen Fälligkeit vereinbart wurde.

    Im aktuellen Fall wurde 2021 ein Aufhebungsvertrag zum 31.10.2023 mit Fälligkeit einer Abfindung bei Austritt vereinbart. Kann der Arbeitnehmer nach diesem Aufhebungsvertrag die ursprünglich vertraglich vereinbarte Fälligkeit nochmals in 2024 verschieben oder ist dies ausgeschlossen, da im Aufhebungsvertrag bereits eine Fälligkeit vereinbart wurde (mit Austritt).

    Ist eine Verschiebung damit grundsätzlich möglich, wenn die Abfindung noch nicht fällig wurde?


    Besten Dank im Voraus für Ihre Bemühungen.

  • 02
    RE: Verschiebung bereits vereinbarter Abfindungszahlung

    Sehr geehrter Fragesteller,


    tatsächlich ist in Anwendung der von Ihnen erwähnten Rechnung (bereits FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 20.11.2008, 3 K 101/05 und Bestätigung durch BFH, Urteil vom 11.11.2009, IX R 1/09) die steuer-optimierte Wahl des Zuflusszeitpunktes bei Abfindungen anerkannt.


    (Da auf Abfindung SV-Beiträge nicht entstehen, ist das SV-rechtliche Soll-Prinzip irrelevant.) Da der BFH (im zitierten Urteil) sogar abweichende Einzelvereinbarungen von einem (zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat abgeschlossenen) Sozialplan akzeptiert, gelten diese Grundsätze erst recht für Änderungen individualvertraglicher Absprachen.


    Der Grund dafür liegt im Zuflussprinzip: Selbst ohne ausdrückliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wäre die Abfindung erst im späteren Zeitpunkt steuerpflichtig, wenn der Arbeitgeber sie schlicht in diesem späteren Veranlagungszeitraum auszahlt. Ein Gestaltungsmissbrauch liegt (wiederum bei Anwendung der zitierten Rechtsprechung) nicht vor.


    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Fachexperte für Steuerrecht

     

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