Expertenforum - Verdienstgrenze Minijobber 2022

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  • 01
    Verdienstgrenze Minijobber 2022

    Sehr geehrte Damen und Herren,


    eine langjährige Mitarbeiterin (geringfügig beschäftigt) soll mit der Dez 2022er-Abrechnung eine Prämie in Höhe von 300 € erhalten. In Summe hat sie in 2022 ein Arbeitsentgelt in Höhe von 5.307,75 € erhalten. Zuzüglich der 300 € Prämie wären es dann 5.607,75 € - wäre das dann noch im Rahmen der Geringfügigkeitsgrenze? Wie wird diese für 2022 berechnet? (10x450 + 2x520 =5.540 € ?)

  • 02
    RE: Verdienstgrenze Minijobber 2022

    Guten Tag,
     
    bei der Prüfung der Frage, ob das Arbeitsentgelt die Geringfügigkeitsgrenze übersteigt, ist vom regelmäßigen Arbeitsentgelt auszugehen. Das regelmäßige Arbeitsentgelt ermittelt sich abhängig von der Anzahl der Monate, für die eine Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt besteht, wobei maximal ein Jahreszeitraum (12 Monate) zugrunde zu legen ist.
     
    Dabei darf das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt im Durchschnitt einer Jahresbetrachtung die Geringfügigkeitsgrenze nicht übersteigen (bis 30.09.2022: maximal 5.400,00 Euro pro Jahr bzw. ab 01.10.2022: maximal 6.240,00 Euro bei durchgehender mindestens 12 Monate dauernder Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt in jedem Monat).
    Es ist mindestens auf das Arbeitsentgelt abzustellen, auf das der Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch hat (z. B. aufgrund eines Tarifvertrags, einer Betriebsvereinbarung oder einer Einzelabsprache); insoweit kommt es auf die Höhe des tatsächlich gezahlten Arbeitsentgelts nicht an.
     
    Die Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts hat stets bei Beginn der Beschäftigung und erneut bei jeder nicht in der bisherigen Prognose berücksichtigten Veränderung in den Verhältnissen (z. B. Erhöhung oder Reduzierung des Arbeitsentgelts), die nicht nur gelegentlich und unvorhersehbar ist, im Wege einer vorausschauenden Betrachtung zu erfolgen. Die hiernach erforderliche Prognose berücksichtigt alle Entgelte, welche bekannt und der Höhe nach feststehen. Lediglich bei schwankenden Bezügen ist eine gewissenhafte Schätzung vorzunehmen.

    Die für geringfügig entlohnte Beschäftigungen maßgebende monatliche Entgeltgrenze betrug bis zum 30.09.2022 konstant 450,00 Euro und ab 01.10.2022 monatlich 520,00 Euro. Demzufolge ist im Kalenderjahr 2022 grundsätzlich eine Verdienstgrenze von 5.610,00 Euro (450,00 x 9 + 3 x 520,00) maßgebend.
     
    Erfolgte zum 01.10.2022 keine Entgeltänderung, so war keine neue versicherungsrechtliche Beurteilung des geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnisses ab diesem Zeitpunkt erforderlich.
     
    Wurde hingegen mit der Erhöhung der Geringfügigkeitsgrenze die Gelegenheit genutzt, auch das Arbeitsentgelt in der Beschäftigung zu erhöhen, hatte der Arbeitgeber ab diesem Zeitpunkt eine neue vorausschauende Betrachtung im Rahmen einer Jahresprognose vorzunehmen und zu prüfen, ob weiterhin eine geringfügig entlohnte Beschäftigung vorliegt.
     
    Unterstellt, dass das monatliche Entgelt zum 01.10.2022 nicht angepasst wurde, ist das von Ihnen ermittelte Jahresentgelt von 5.607,75 Euro innerhalb der Verdienstgrenze von 5.610,00 Euro und es verbleibt bei dem Minijob.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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