Expertenforum - Unternehmen in Kurzarbeit MA vergisst Arbeitsunfähigkeit zu melden

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  • 01
    Unternehmen in Kurzarbeit MA vergisst Arbeitsunfähigkeit zu melden

    Wir haben folgendes Problem- unsere MA befindet sich in 100% Kurzarbeit

    -MA teilt am 14.10. mit, dass ab 25.10 eine Reha ansteht, Arbeitgeber muss Unterlagen ausfüllen

    -MA fragt am 22.10. nach ob die auszufüllenden Unterlagen angekommen sind und teilt im Telefongespräch mit, dass Sie im September 3 Wochen

    wegen Corona und der Klinik war, und seither nicht in der Lage ist irgendetwas zu tun, nicht einmal autofahren wäre möglich

    auf die Frage warum uns als Arbeitgeber keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt hat, teilt sie mir mit, dass sie nicht wusste, dass sie uns dies hätte mitteilen sollen

    -MA hat im September Kurzarbeitergeld bezahlt bekommen

    -am 27.10. trifft eine Anwesenheitsbescheinigung über eine stationäre Anschlussheilbehandlung vom 25.10.-25.11. bei uns ein

    -am 03.11. trifft eine Anwesenheitsbescheinigung für die Zeit vom 11.09-25.09. der Klinik bei uns ein

    Wir haben für die Zeit vom 11.09.-23.10. arbeitsunfähig in unseren Unterlagen hinterlegt, und die Daten entsprechend korrigiert und die Bundesagentur informiert.

    Wir haben zum 23.10. eine EEL-Meldung gemacht.

    Vermutlich war die MA bereits vor der Einweisung in die Klinik arbeitsunfähig, aber das ist uns nicht bekannt.


    Wie soll hier eine vernünftige Lohnabrechnung stattfinden?


    wer teilt uns mit, ob die MA in der stationären Anschlussbehandlung weiterhin arbeitsunfähig ist?


    Vielen Dank.


     

  • 02
    RE: Unternehmen in Kurzarbeit MA vergisst Arbeitsunfähigkeit zu melden

    Guten Tag,
     
    § 5 Abs. 1 EFZG verpflichtet den Arbeitnehmer, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich, d. h. ohne schuldhaftes Zögern anzuzeigen. Dies bedeutet in aller Regel, dass der Arbeitgeber am 1. Tag der Arbeitsunfähigkeit zu unterrichten ist. Eine bestimmte Form ist für die Anzeigepflicht nicht vorgeschrieben, sodass die Anzeige auch mündlich oder telefonisch erfolgen kann.
     
    Anzuzeigen ist die Tatsache der Arbeitsunfähigkeit (der Unfall, die Erkrankung). Als Grund für die Arbeitsunfähigkeit braucht nur angegeben zu werden, dass sie auf Krankheit beruht. Der Arbeitnehmer braucht hingegen nicht die Art der Krankheit mitzuteilen. Der Arbeitnehmer hat darzulegen und zu beweisen, dass er arbeitsunfähig krank war. Diesen Beweis führt der Arbeitnehmer in der Regel durch Vorlage einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (ggf. einer (Liege-)Bescheinigung des Krankenhauses oder der Reha-Klinik).
     
    Die Angabe der voraussichtlichen Dauer der Arbeitsunfähigkeit in der Bescheinigung begrenzt deren Wirksamkeit. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als angegeben, ist eine erneute ärztliche Bescheinigung (Folgebescheinigung) beizubringen. Für die Vorlage dieser Folgebescheinigung sieht das Gesetz keine Frist vor. Doch ist es nach dem Gesetzeszweck gerechtfertigt, die Nachweisfrist in entsprechender Anwendung des § 5 Abs. 1 Satz 2 EFZG zu bemessen. Die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit setzt die Befragung des Versicherten durch den Arzt zur aktuell ausgeübten Tätigkeit und den damit verbundenen Anforderungen und Belastungen voraus. Das Ergebnis der Befragung ist bei der Beurteilung von Grund und Dauer der Arbeitsunfähigkeit zu berücksichtigen.
     
    Die ärztlich festgestellte Arbeitsunfähigkeit ist Voraussetzung für den Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und für den Anspruch auf Krankengeld.
    Ihre Frage betrifft vordergründig das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber und ist somit arbeitsrechtlicher Natur. Wir bitten um Verständnis, dass wir im Rahmen des Expertenforum nur bezüglich der krankenversicherungsrechtlichen Aspekte informieren können.
    Antworten auf arbeitsrechtliche Fragen erhalten Sie u. a. von Arbeitgeberverbänden, Kammern (Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer) sowie Fachanwälten für Arbeitsrecht- und Privatrecht
     
    Wir empfehlen Ihnen zur weiterer Klärung, die Kontaktaufnahme mit der zuständigen Krankenkasse, um die EEL-Meldung anhand der dort vorliegenden Daten abzuklären.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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