Expertenforum - Umlage1/ Entgeltumwandlung Fahradleasing

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  • 01
    Umlage1/ Entgeltumwandlung Fahradleasing

    Hallo,

    ich habe ein Frage zum Erstattungsantrag U1, MA hat festes Gehalt 1000,- € + 100,- Persönliche Zulage= 1100,- € Brutto, der Abzug Fahrradleasing 50,- € wird aus der Persönlichen Zulage umgewandelt. RV-Brutto 1050,- €. Kann die Erstattung aus dem Bruttogehalt 1100,- € gestellt werden oder aus dem gekürzten 1050,- €.

    Vielen Dank.

  • 02
    RE: Umlage1/ Entgeltumwandlung Fahradleasing

    Guten Tag,
     
    dem Arbeitgeber werden nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz (AAG)  Aufwendungen, die er aus Anlass der Arbeitsunfähigkeit oder aus Anlass der Mutterschaft an seine Arbeitnehmer zu zahlen hat, erstattet.
     
    Bei der Erstattung des fortgezahlten Arbeitsentgelts und des Zuschusses zum Mutterschaftsgeld ist vom arbeitsrechtlichen Entgeltbegriff auszugehen. Zum Arbeitsentgelt in diesem Sinne zählen grundsätzlich alle Zuwendungen, die nach ihrer Zweckbestimmung zumindest auch als Gegenleistung für geleistete oder noch zu leistende Arbeit aufzufassen sind. Ob es sich bei den vorgenannten Aufwendungen um Arbeitsentgelt handelt, das im Sinne der Sozialversicherung beitragspflichtig ist, ist für die Qualifizierung als erstattungsfähiges Arbeitsentgelt nicht ausschlaggebend. Lediglich einmalig gezahltes Arbeitsentgelt gehört nicht zu den erstattungsfähigen Aufwendungen.
     
    Daher ist, bezogen auf den von Ihnen geschilderten Fall, im Rahmen der Umlage 1 das Bruttogehalt von 1.100 Euro erstattungsfähig.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     

  • 03
    RE: Umlage1/ Entgeltumwandlung Fahradleasing

    Guten Tag,

    ich würde mich bei dem Sachverhalt gerne einklinken und hätte hier noch eine Anmerkung, die im Gegensatz zu Ihrer Ausführung steht. Jetzt stellt sich die Frage, was letztendlich richtig ist.


    Gemäß den Ausführungen im Sozialversicherungs-Handbuch Beitragsrecht, tritt beim Dienst­fahrrad-Leasing der Arbeitgeber als Leasingnehmer in Erscheinung. Er zahlt abhängig vom Händlerpreis des Dienstfahrrads eine monatliche Leasingrate und daneben einen Betrag für die erforderliche Versicherung des Dienstfahrrads gegen Diebstahl. In aller Regel sehen die Job­rad-Leasing-Modelle eine entgeltliche Beteiligung des Arbeitnehmers in Höhe der monatlichen Leasinggebühren durch Gehaltsumwandlung vor. Das heißt, die jeweilige Leasingrate wird vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers abgesetzt. Damit verringert sich das steuer- und beitragspflich­tige Bruttoarbeitsentgelt. Dem nach der Entgeltumwandlung verbleibenden Bruttoarbeitsentgelt ist der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung i. H. des pauschalen 1 %-Betrags (ggf. zuzüglich 0,03 %-Erhöhungsbetrag für S-Pedelecs) hinzuzurechnen.


    Da es sich um eine Reduzierung des beitragspflichtigen Entgelts handelt, sind keine Beiträge zur Umlageversicherung U1 und U2 zu entrichten und eine Erstattung im Rahmen der Umlage U1 ist somit ausgeschlossen.

  • 04
    RE: Umlage1/ Entgeltumwandlung Fahradleasing

    Guten Tag,
     
    grundsätzlich richtet sich das erstattungsfähige Arbeitsentgelt nach dem arbeitsrechtlichen Entgeltbegriff. Die beitragsrechtliche Beurteilung in Bezug auf die Sozialversicherung ist hier für die Erstattung unerheblich. Insoweit kommt es hier nicht auf das beitragspflichtige Bruttoarbeitsentgelt an.
     
    Eine Ausnahme gilt hier bei Sachbezügen. Diese sind nur in Höhe des Sachbezugswertes ( § 17 SGB IV in Verbindung mit der Sozialversicherungsentgeltverordnung) erstattungsfähig.
     
    Zur Klarstellung des Sachverhaltes gilt bei zulässigen Entgeltumwandlungen folgendes:
     
    Bei Gehaltsumwandlung wird grundsätzlich Barlohn in Sachlohn umgewandelt. Insoweit wird auf die Zahlung des ursprünglichen Arbeitsentgeltes zugunsten eines Sachbezuges verzichtet.
     
    Der damit nun vorliegende Sachbezug ist unter Berücksichtigung der bisherigen Ausführungen in Höhe des Sachbezugswertes erstattungsfähig.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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