Expertenforum - Überstundenauszahlung (Vereinfachungsregelung)

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  • 01
    Überstundenauszahlung (Vereinfachungsregelung)

    Sachverhalt:

    Für einen Arbeitnehmer wurden im April 2022, mit dessen Austritt aus der Firma, Überstunden nach der Vereinfachungsregelung (Einmalbezug) in Höhe von 10.000 EUR abgegolten. Hiervon wurden 1.932 EUR (Rest SV -Luft) in der RV- und AV verbeitragt. Für den Restbetrag wurden wegen Überschreitens der Beitragsbemessungsgrenze keine Beiträge abgeführt.

    Gem. § 23 a SBG IV sind die Überstunden dem letzten Beitragsmonat (Austrittsmonat) April 2022 zuzurechnen.

    Ist die Verbeitragung im April 2022 korrekt?

    Vielen Dank schon mal im Voraus.

  • 02
    RE: Überstundenauszahlung (Vereinfachungsregelung)

    Hallo Irina,
     
    da wir unsere Nachforschungen zu der von Ihnen angefragten Thematik noch nicht abschließen konnten, bitten wir um Ihr Verständnis, dass wir hierzu noch keine Stellungnahme abgeben können. Sobald diese abgeschlossen sind, werden wir Sie über das Ergebnis informieren.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam  

  • 03
    RE: Überstundenauszahlung (Vereinfachungsregelung)


    Hallo Irina,
     
    nach Abschluss unserer Recherche erhalten Sie von uns folgende Information.
    Bei der von Ihnen beschriebenen Auszahlung der Überstunden handelt es sich nicht um einen Einmalbezug, sondern um laufendes Arbeitsentgelt und das Entstehungsprinzip findet hierbei Anwendung.
    Werden die angesparten Überstunden aus vergangen Zeiträumen gesammelt ausbezahlt, so sind die entsprechenden Zeiträume, in denen sie angefallen waren, nochmals rückwirkend aufzurollen. Eine Abrechnung als einmaliges Arbeitsentgelt ist nicht zulässig.


    Eine vereinfachte Beitragsberechnung wäre nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich gewesen.
    Danach konnte die Abgeltung in Ausnahmefällen aus Vereinfachungsgründen im aktuellen Entgeltabrechnungszeitraum „wie einmalig gezahltes Arbeitsentgelt“ behandelt werden. Dadurch wurde jedoch der Charakter der Nachzahlung als laufendes Arbeitsentgelt nicht berührt.
    Die Rentenversicherungsträger beanstandeten dies im Rahmen der Arbeitgeberprüfungen aufgrund gleich hoher Beiträge nicht, sofern die angesammelten Entgelte noch im gleichen Kalenderjahr, spätestens bis März des Folgejahres, tatsächlich ausgezahlt wurden.
     
    Da in Ihrem Sachverhalt die Auszahlung der Überstunden erst im April 2022 erfolgte, war die oben beschriebene Vereinfachungsregelung nicht anwendbar.
    Somit hätte nach unserer Auffassung ein Aufrollen der jeweiligen Monate, in dem die Überstunden erarbeitet wurden, erfolgen „müssen“.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     

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