Expertenforum - Überstunden aus Vorstandstätigkeit

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  • 01
    Überstunden aus Vorstandstätigkeit

    Bei uns ergibt sich aktuell der Fall, dass für einen ehemaligen Vorstand einer AG noch eine größere Anzahl an Überstunden zur Auszahlung fällig ist.

    Mittlerweile ist der Mitarbeiter kein Vorstand mehr und wird als normaler sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer geführt.

    Ist es nun tatsächlich so, dass diese Überstunden praktisch sozialversicherungsfrei auszuzahlen wären, da sich die Stunden aus Jahren der Vorstandstätigkeiten ergeben?

    Vielen Dank für Ihre Antwort.

  • 02
    RE: Überstunden aus Vorstandstätigkeit

    Hallo AWI Treuhand,
     
    Vergütungen, die vom Arbeitgeber für Tätigkeiten in einem bestimmten Entgeltabrechnungszeitraum gezahlt werden, stellen laufendes Arbeitsentgelt dar.
    Somit handelt es sich bei der Auszahlung von Überstundenvergütungen nicht um einmalig gezahltes Arbeitsentgelt.  
    Bei laufendem Arbeitsentgelt gilt in der Sozialversicherung das Entstehungsprinzip. Wird die Überstundenvergütung aus mehreren Monaten gesammelt ausbezahlt, so „müssen“ die jeweiligen Zeiträume, in denen die Überstunden angefallen sind, nochmals rückwirkend aufgerollt werden. Die Überstunden werden immer in dem Monat verbeitragt, in dem sie tatsächlich angefallen sind. Eine Abrechnung als einmaliges Arbeitsentgelt ist grds. nicht zulässig.
    Sofern die Monate, denen die Überstunden zuzuordnen sind, nicht bereits bis zu den maßgebenden Beitragsbemessungsgrenzen mit Beiträgen belegt waren, sind die Überstunden nach den Regelungen für laufendes Arbeitsentgelt beitragspflichtig abzurechnen.
     
    Nach Ihrer Schilderung sollen jetzt an einen Mitarbeiter Überstunden ausgezahlt werden, die zu einem Zeitpunkt entstanden sind, als dieser eine Vorstandstätigkeit ausgeübt hat.
     
    Davon ausgehend, dass für den Mitarbeiter, für den zum damaligen Zeitpunkt keine Renten- und Arbeitslosenversicherungspflicht bestanden hat, aufgrund seines regelmäßigen Jahresarbeitsentgelts auch keine Kranken- und Pflegeversicherungspflicht bestand, wären – wie Sie schon richtig vermuten - die Überstundenvergütungen zum jetzigen Zeitpunkt komplett beitragsfrei auszuzahlen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     

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