Expertenforum - Überschneidung von zwei studentischen Beschäftigungen in der vorlesungsfreien Zeit

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  • 01
    Überschneidung von zwei studentischen Beschäftigungen in der vorlesungsfreien Zeit

    Sehr geehrtes Extpertenteam,


    es soll zum 01.08. ein studentischer Mitarbeiter mit 20 Wochenstunden eingestellt werden. Allerdings ist er noch bis zum 15.08.2022 beim alten Arbeitgeber beschäftigt, ebenfalls als studentischer Mitarbeiter mit 20 Stunden, allerdings nimmt er ab dem 01.08.2022 seinen Resturlaub in Anspruch. Jetzt ist die Frage: darf derjenige als studentischer Mitarbeiter von uns im August geschlüsselt werden, da es um die vorlesungsfreie Zeit handelt, und es ist theoretisch erlaubt, als Werkstudent auch mehr als 20 Wochenstunden zu leisten.


    Vielen Dank im Voraus

  • 02
    RE: Überschneidung von zwei studentischen Beschäftigungen in der vorlesungsfreien Zeit

    Hallo Ibpersonal,

    bei Studenten, die mehrere Beschäftigungen nebeneinander ausüben, sind zur Prüfung der Frage, ob die 20 Wochenstunden-Grenze erreicht oder überschritten wird, die wöchentlichen Arbeitszeiten der nebeneinander ausgeübten Beschäftigungen zusammenzurechnen. Ergibt die Zusammenrechnung, dass die wöchentliche Arbeitszeit insgesamt mehr als 20 Stunden beträgt, ist nicht mehr vom Erscheinungsbild eines ordentlichen Studenten auszugehen. Bei nebeneinander ausgeübten Beschäftigungen ist in einem weiteren Schritt zu prüfen, ob bei einer Beschäftigung gegebenenfalls die Merkmale einer geringfügig entlohnten bzw. einer kurzfristigen Beschäftigung vorliegen.

    Die Arbeitszeit bei einer Beschäftigung im Rahmen der 20 Wochenstunden-Grenze kann allerdings während der Vorlesungszeit auf über 20 Wochenstunden ausgeweitet werden.   Dies setzt jedoch voraus, dass es sich um eine im Voraus befristete Zeit handelt. Außerdem darf das Überschreiten der 20 Wochenstunden-Grenze nur durch Beschäftigungszeiten am Wochenende oder in den Abend- und Nachtstunden erfolgen. Dabei dürfen diese Beschäftigungszeiten im Laufe eines Jahres 26 Wochen nicht überschreiten.

    Dies gilt auch dann, wenn durch Aufnahme einer befristeten Beschäftigung bei einem anderen Arbeitgeber der Beschäftigungsumfang auf mehr als 20 Wochenstunden erhöht wird.
    Sofern ein Studierender in der vorlesungsfreien Zeit durch Aufnahme einer weiteren Beschäftigung die 20 Wochenstunden-Grenze überschreitet, ist davon auszugehen, dass dessen Zeit und Arbeitskraft weiterhin überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen wird. Allerdings ist auch hier entscheidend, dass der Studierende im Laufe eines Zeitjahres (von dem voraussichtlichen Ende der zu beurteilenden Beschäftigung ein Jahr zurückgerechnet) nicht mehr als 26 Wochen/182 Kalendertage mit mehr als 20 Stunden in der Woche beschäftigt war.

    Demzufolge ist die von Ihnen beschriebene Fallkonstellation unter Beachtung der vorgenannten Regelungen grundsätzlich möglich, so dass der Mitarbeiter in den Semesterferien neben einer bereits bestehenden noch eine weitere Beschäftigung ausüben kann und dass trotz Überschreitens der 20 Wochenstunden der Werkstudentenstatus erhalten bleibt.

    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     

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