Expertenforum - Übergangsbereich ab 01.10.2022

© ZORAN ORCIK / Adobe Stock
Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Profitieren Sie rund um den Jahreswechsel von einem besonderen Angebot. Stellen Sie auch Fragen zum Steuer- und Arbeitsrecht, die Bezug zum Sozialversicherungsrecht haben. Ihre Frage wird dann direkt von unseren externen Steuer- und Arbeitsrechtsexperten beantwortet.

  • 01
    Übergangsbereich ab 01.10.2022

    Eine geringere Beitragsbelastung führt seit 2019 nicht mehr zu einer geringeren Beitragsleistung. Es werden die Entgeltpunkte der Beitragszeiten aus einer Beschäftigung im Übergangsbereich/Midijobbereich immer aus dem tatsächlichen Arbeitsentgelt ermittelt.

    Ist dies ab der neuen Rechtslage ab 01.10.2022 auch der Fall?

  • 02
    RE: Übergangsbereich ab 01.10.2022

    Guten Tag,
     
    mit dem Gesetz zur Erhöhung des Schutzes durch den gesetzlichen Mindestlohn (Mindestlohnerhöhungsgesetz) steigt der Mindestlohn zum 01.10.2022 auf zwölf Euro brutto je Stunde, die Mini-Job-Grenze erhöht sich auf 520 Euro.
     
    Eine Veröffentlichung der angepassten untergesetzlichen Regelungen erfolgte noch nicht, daher können wir Ihnen keine rechtsverbindliche Auskunft erteilen.
     
    Nach jetzigem Kenntnisstand gilt:
     
    Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die eine versicherungspflichtige Beschäftigung mit einem regelmäßigen Arbeitsentgelt innerhalb des Übergangsbereichs ausüben, gelten besondere Regelungen für die Ermittlung der Beitragsbemessungsgrundlage sowie für die Beitragstragung zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.
     
    Ein Beschäftigungsverhältnis im Übergangsbereich liegt ab 01.10.2022 nach § 20 Abs. 2 SGB IV vor, wenn das Arbeitsentgelt aus der mehr als geringfügig entlohnten Beschäftigung nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV regelmäßig 1.600,00 EUR im Monat nicht übersteigt, vom 01.10.2022 an demnach 520,01 EUR bis 1.600,00 EUR im Monat beträgt.
     
    Die Arbeitnehmer haben nur einen reduzierten Beitragsanteil zu den einzelnen Versicherungszweigen zu tragen, mit zunehmenden Arbeitsentgelt steigt der gleitend an bis er bei einem Arbeitsentgelt von 1600,00 EUR seine reguläre Höhe von derzeit rund 20 Prozent des Arbeitsentgelts erreicht.
    Der verringerte Arbeitnehmerbeitragsanteil ergibt sich durch die der Berechnung zugrunde zu legende reduzierte beitragspflichtige Einnahme und die besonderen Regelungen über die Beitragstragung.
     
    Die Arbeitgeber haben bei einem Arbeitsentgelt in Höhe der unteren Entgeltgrenze des Übergangsbereichs einen Beitragsanteil von insgesamt rund 28 Prozent zu tragen. Mit zunehmendem Arbeitsentgelt nimmt der Beitragsanteil des Arbeitgebers gleitend ab bis er bei einem Arbeitsentgelt in Höhe der oberen Entgeltgrenze des Übergangsbereichs von 1.600,00 Euro seine reguläre Höhe von derzeit rund 20 Prozent erreicht.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     

Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.