Expertenforum - Studentenstatus

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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Studentenstatus
    Sehr geehrtes Expertenteam,

    wir versuchen gerade eine Linie in der Behandlung von beschäftigten Studenten bei uns zu finden. Dazu hätten wir noch einige Fragen.

    1) Muss ein Student jedes Semester dem AG eine Immatrikulationsbescheinigung vorlegen, um vom Werkstudentenprivileg zu profitieren oder reicht die einmalige Vorlage bei Beginn der Beschäftigung?
    2) Wenn die Beurteilung der Sozialversicherungspflicht seiner AN dem AG obliegt, kann dann ein AG entscheiden, dass ein AN der angibt zu studieren, bis max. 20 Std. in der Woche arbeitet, uns eine Immatrikulationsbescheinigung vorlegt und über 30 Jahre alt ist, dass dieser AN nicht unter das Werkstudentenprivileg fällt. Das er diesen AN - sowohl bei einer Neueinstellung wie auch bei einem Bestandsfall - als Pflichtversicherten anmeldet?
    3) D.h., kann jeder AG entscheiden, dass er das Werkstudentenprivileg nicht anwendet - auch wenn alle Voraussetzungen vorliegen und keine kurzfristige oder gfg. Beschäftigung vorliegt?
    4) Entfällt tatsächlich bei der versicherungsrechtlichen Beurteilung der Status „Student“ nur mit Ablauf des Monats, in dem eine Prüfungsentscheidung
    (des Prüfungsamtes oder der Hochschule) ergeht?

    Vielen Dank für Ihre Hilfe im Voraus!!

    Mit den besten Grüßen
    Ch. Kolter-Bekker
  • 02
    RE: Studentenstatus
    Hallo Frau Kolter-Bekker,
     
    Ihre Fragen zur sozialversicherungsrechtlichen Behandlung von beschäftigten Studenten beantworten wir wie folgt:
     
    Zu Frage 1:
     
    Arbeitgeber sollten sich – um rechtsicher vorzugehen – vor der Beschäftigung eines Studenten immer eine Kopie seiner aktuellen Immatrikulationsbescheinigung (Bescheinigung der Einschreibung) sowie für jedes weitere Semester immer eine neue Semesterbescheinigung vorlegen lassen.
     
    Zu den Fragen 2 und 3:
     
    Solange Studierende zwar monatlich mehr als 450,00 € verdienen, aber insgesamt nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich arbeiten, gehören sie vom Erscheinungsbild nach wie vor zu den Werkstudenten.
    Damit besteht in solchen Fällen (alternativlos) Versicherungsfreiheit zur Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. In der Rentenversicherung besteht Versicherungspflicht.
    Arbeitgeber haben die versicherungsrechtliche Beurteilung jeweils im Rahmen der tatsächlichen Verhältnisse nach den vorgenannten Kriterien vorzunehmen, unabhängig davon, welchen sozialversicherungsrechtlichen Status der jeweilige Studierende ggf. „wünscht“.
     
    Zu Frage 4:
     
    Bei der sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung eines Studierenden ist zunächst zu prüfen, ob es sich bei der betreffenden Person um einen „ordentlichen Studierenden“ handelt.
     
    Zu den ordentlichen Studierenden gehören diejenigen, die an einer Hochschule oder einer der fachlichen Ausbildung dienenden Schule eingeschrieben (immatrikuliert) sind.
     
    Die Hochschulausbildung endet mit dem Tag der Exmatrikulation, wenn das Studium abgebrochen, unterbrochen oder in sonstigen Fällen durch Exmatrikulation ohne Prüfung beendet wird.
     
    Hat der Studierende die von der Hochschule für den jeweiligen Studiengang nach den maßgebenden Prüfungsbestimmungen vorgesehene letzte Prüfungsleistung (z. B. Ablegen der Diplomprüfung, des Staatsexamens, der Magisterprüfung oder Abgabe der Bachelor- oder Masterarbeit) erbracht, so wird die Hochschulausbildung im Sinne der Anwendung des Werkstudentenprivilegs nicht mit dieser letzten Prüfungsleistung, sondern mit Ablauf des Monats, in dem der Studierende vom Gesamtergebnis der Prüfungsleistung offiziell schriftlich unterrichtet worden ist, als beendet angesehen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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