Expertenforum - Student nach SV-pflichtiger Beschäftigung

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  • 01
    Student nach SV-pflichtiger Beschäftigung

    Hallo sehr geehrtes Expertenteam. Mir liegt ein 20 Std. AV für einen Studenten vor, der in den Semesterferien aber zusätzliche Std. leisten darf. Nun war dieser Student vorher bei einem anderen AG 4 Monate SV-pflichtig > 20 Std. beschäftigt. Verliert er somit bei mehr als 2 Monaten > 20 Std. in den Semesterferien den Studentenstatus? VG Markus Schwalbe

  • 02
    RE: Student nach SV-pflichtiger Beschäftigung

    Hallo Herr Schwalbe,

    Personen, die neben ihrem Studium nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich beschäftigt sind, gehören ihrem Erscheinungsbild nach grundsätzlich zu den Studenten und nicht zu den Arbeitnehmern. Die Höhe des Arbeitsentgelts ist dabei ohne Bedeutung.
     
    Vom Erscheinungsbild eines Studenten ist dann nicht mehr auszugehen, wenn eine derartige Beschäftigung mit einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden ohne zeitliche Befristung ausgeübt wird oder auf einen Zeitraum von mehr als 26 Wochen befristet ist; in diesen Fällen tritt die Zugehörigkeit zum Kreis der Beschäftigten in den Vordergrund.
     
    Die 26-Wochen-Regelung soll eine auf der Grundlage des Werkstudentenprivilegs grundsätzlich einzuräumende Versicherungsfreiheit ausschließen. Voraussetzung für die Anwendung der 26-Wochen-Regelung ist daher, dass trotz Überschreitens der 20-Wochenstunden-Grenze Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs dem Grunde nach zunächst einzuräumen wäre, weil das Überschreiten der 20-Stunden-Grenze durch Beschäftigungszeiten am Wochenende oder in den Abend- und Nachtstunden bedingt ist oder in die vorlesungsfreie Zeit (Semesterferien) fällt.
     
    Ein Überschreiten der 20-Stunden-Grenze unter Fortgeltung des Werkstudentenprivilegs soll
    jedoch kein Dauerzustand bzw. ein im Jahr überwiegender Zustand sein. Zu diesem Zweck
    tritt die 26-Wochen-Regelung an. Sie führt im Ergebnis dazu, dass ein Student, der im Laufe
    eines Jahres (nicht Kalenderjahres) mehrmals eine Beschäftigung mit einer „wöchentlichen
    Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden“ ausübt, vom Erscheinungsbild nicht mehr als ordentlich
    Studierender, sondern als Beschäftigter anzusehen ist, wenn die „Zusammenrechnung der
    Beschäftigungszeiten mehr als 26 Wochen“ ergibt.
     
    Der Jahreszeitraum zur Statusbestimmung ist in der Weise zu ermitteln, dass vom voraussichtlichen Ende der zu beurteilenden Beschäftigung ein Jahr zurückgerechnet wird. Anzurechnen sind „alle Beschäftigungen in diesem Zeitraum“, in denen – „unabhängig von der versicherungsrechtlichen Beurteilung“ – die wöchentliche Arbeitszeit mehr als 20 Stunden beträgt.
     
    Dabei spielt es keine Rolle, ob die Beschäftigungen bei demselben Arbeitgeber oder bei verschiedenen Arbeitgebern ausgeübt werden.
     
    Aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben stimmen wir Ihnen zu, dass unter Berücksichtigung der oben aufgeführten Regelungen in der von Ihnen zu beurteilenden Beschäftigung der Studentenstatus prinzipiell nicht mehr gegeben wäre, sobald der Beschäftigungszeitraum > 2 Monate bekannt ist.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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