Expertenforum - Stationäre Mitaufnahme Eltern

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  • 01
    Stationäre Mitaufnahme Eltern

    Ein Mitarbeiter wurde als Begleitperson seines Kindes (unter 12 Jahre) mit aufgenommen. Eine stationäre Mitaufnahme war erforderlich.

    Nach unserer Kenntnis werden die Ansprüche auf eine Verdienstausfallerstattung nicht aus den gesetzlichen Vorschriften für das Kinderkrankengeld hergeleitet. Deshalb gelten weder die Anspruchsvoraussetzungen für das Kinderkrankengeld noch die gesetzlichen Beschränkungen zum Kinderkrankengeld. Die Erstattung des Verdienstausfalls ist daher nicht auf 10 (bei Alleinerziehenden 20, ein Kind) Arbeitstage je Kalenderjahr begrenzt. Zudem ist die Verdienstausfallerstattung auch nicht in seiner Höhe beschränkt wie das Kinderkrankengeld. Nach Rücksprache mit der Krankenkasse des Kindes wurde mitgeteilt, dass analog der Vorschriften für das Kindkrankengeld verfahren wird und auch eine Anrechnung auf die Kindkranktage. Ist dies korrekt?

  • 02
    RE: Stationäre Mitaufnahme Eltern

    Hallo Nicole,
     
    Versicherte einer gesetzlichen Krankenkasse haben Anspruch auf Kinderpflegekrankengeld, häufig auch als Kinderkrankengeld bezeichnet, wenn sie nach ärztlicher Feststellung zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und versicherten Kindes der Arbeit fernbleiben (§ 45 SGV V).
     
    Anspruch auf Mitaufnahme einer Begleitperson haben Versicherte im Falle einer stationären Behandlung. Der Anspruch besteht damit u.a. bei einer Krankenhausbehandlung sowie bei stationären Rehabilitationsmaßnahmen, die zu Lasten der Krankenkasse erbracht werden (§11 Abs. 3 SGB V).
     
    Die Ansprüche auf eine Verdienstausfallerstattung werden nicht aus den gesetzlichen Vorschriften für das Kinderkrankengeld hergeleitet. Tage einer stationären Mitaufnahme können nicht auf die Höchstanspruchsdauer des Kinderpflegekrankengeldes angerechnet werden.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     

  • 03
    RE: Stationäre Mitaufnahme Eltern

    Liebes Expertenteam,

    vielen Dank für die Antwort.

    Damit entspricht der Verdienstausfall bei einer stationären Mitaufnahme nicht der Höhe des Kinderkrankengeldes und mindert nicht den Anspruchszeitraum.

    Wonach richtet sich in diesem Fall die Höhe des Verdienstausfalls? Was ist hier die gesetzliche Grundlage zum Anspruch und der Höhe?


    Vielen Dank und viele Grüße


    Nicole Brust

  • 04
    RE: Stationäre Mitaufnahme Eltern

    Hallo Nicole,
    aufgrund Ihrer Rückfragen möchten wir unsere Aussagen zum Thema „stationäre Mitaufnahme einer Begleitperson“ konkretisieren.
     
    Die stationäre Behandlung umfasst unter anderem auch die aus medizinischen Gründen notwendige Mitaufnahme einer Begleitperson bei Kindern (§11 Abs. 3 SGB V).
     
    Die zeitliche Begrenzung der Begleitperson richtet sich nach der Hauptleistung, also der Dauer der Krankenhausbehandlung des Kindes. Grundsätzlich besteht der Anspruch auf Erstattung des Verdienstausfalls, solange die Anwesenheit der Begleitperson aus medizinischen Gründen notwendig ist. Diese wird bei Säuglingen und Kindern bis zur
    Vollendung des 6. Lebensjahres als gegeben anerkannt.
     
    Darüber hinaus ist eine Mitaufnahme oder Anwesenheit einer Begleitperson medizinisch begründet, wenn ansonsten wegen der Trennung von der Bezugsperson oder wegen der unbekannten Umgebung beim Kind Verhaltensstörungen zu erwarten sind oder die Gefahr besteht, dass sich der Genesungsprozess erheblich verzögert bzw. dieser gefährdet ist.
     
    Die ärztliche Notwendigkeit ist vom behandelnden Arzt zu attestieren.
     
    Um bei dem entstehenden Verdienstausfall ein einheitliches Vorgehen sicherzustellen, erfolgt die Erstattung des nachgewiesenen Verdienstausfalls für Arbeitnehmer/-innen in voller Höhe des Nettoarbeitsentgeltes – begrenzt auf die kalendertägliche Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung (2023: 166,25 €).
     
    Sofern die Voraussetzungen nach §11 Abs. 3 SGB V nicht vorliegen, also ein Elternteil wegen Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege des Kindes während eines stationären Aufenthaltes der Arbeit fernbleibt, ohne dass eine medizinisch notwendige Mitaufnahme erfolgt, ist Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes nach § 45 SGB V zu zahlen.
     
    Zur Klärung, nach welcher gesetzlichen Grundlage eine Erstattung des Verdienstausfalls erfolgt (§ 45 SGB V oder nach § 11 Abs. 3 SGB V), empfehlen wir der betroffenen Person,
    (ggf. nochmals) die zuständige Krankenkasse zu kontaktieren.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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