Expertenforum - Scheinselbständigkeit

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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

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Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

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  • 01
    Scheinselbständigkeit

    Die Finanzverwaltung gewährte die erhöhten Pauschalen für freiwillige Helfer in Impfzentren. All diejenigen nebenberuflichen Helfer, die direkt an der Impfung beteiligt waren, konnten für ihre Einnahmen die Übungsleiterpauschale (3.000 Euro jährlich bzw. 250 Euro monatlich) in Anspruch nehmen. Die Sozialversicherung orientiert sich bei der versicherungs- und beitragsrechtlichen Bewertung von Aufwandsentschädigungen am Steuerrecht. Da die Impfzentren nun geschlossen werden ist meine Frage: Wie ist es zu beurteilen wenn ich als Arzt auf Honorarbasis nun für eine niedergelassene Arztpraxis, welche ein mobiles Impfteam stellt, tätig bin? Komme ich dann in den Bereich der Scheinselbständigkeit ?

  • 02
    RE: Scheinselbständigkeit


    Guten Tag,
     
    wir bitten um Verständnis, dass wir im Rahmen dieses Forums, da uns die relevanten Unterlagen nicht vorliegen, nur allgemeine Auskünfte geben können:
     
    Wir unterstellen, dass Sie als niedergelassener oder angestellter Arzt im Rahmen einer selbstständigen Tätigkeit oder einem Beschäftigungsverhältnis tätig sind. Die Honorartätigkeit ergänzt lediglich Ihren Tätigkeitsumfang.
     
    Scheinselbständigkeit liegt vor allem dann vor, wenn der Auftragnehmer zum Beispiel aufgrund des Vertrags- und Auftragsverhältnisses nicht als selbständiger Unternehmer sondern als abhängig Angestellter einzustufen ist, aber als selbständiger Unternehmer auftritt und keine Sozialversicherungsabgaben geleistet werden. Insbesondere, wenn folgende Kriterien zutreffen, gehen die Sozialversicherungsträger in der Regel von einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis aus:
    ·         Die erwerbstätige Person ist auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig – das heißt, mehr als fünf Sechstel des Umsatzes werden nur mit einem Auftraggeber erzielt
    ·         Es ist kein unternehmerisches Handeln erkennbar – der Unternehmer verfügt über keinen eigenen Unternehmensauftritt mit Briefpapier, Visitenkarte oder Unternehmensschild und ist darüber hinaus auch weisungsgebunden und in die Arbeitsorganisation des Auftraggebers eingebunden
    ·         Beim Auftraggeber sind für die gleiche Tätigkeit des Auftragnehmers auch angestellte Arbeitnehmer beschäftigt
    ·         Der Auftragnehmer hat die gleiche Tätigkeit beim Auftraggeber zuvor als angestellter Arbeitnehmer verrichtet

    Ein rechtsverbindlicher Bescheid kann nur mit einem Antrag auf Statusfeststellung Scheinselbständigkeit erwirkt werden. Dazu müssten Sie einen Antrag auf Statusfeststellung (Formular V027) der Deutschen Rentenversicherung Bund ausfüllen und bei der Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund einreichen. Diese entscheidet dann darüber, ob Ihre Honorartätigkeit selbstständig angesehen wird oder aber ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis vorliegt.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     

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