Expertenforum - Sachbezug - Beitrag Fitnessstudio

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  • 01
    Sachbezug - Beitrag Fitnessstudio

    Hallo, wenn der AG den Beitrag für das Fitnessstudio an den AN zahlt, ist das ein Sachbezug?

  • 02
    RE: Sachbezug - Beitrag Fitnessstudio

    Guten Tag,
     
    sozialversicherungsrechtlich sind alle Einnahmen, die unmittelbar aus der Beschäftigung oder im Zusammenhang mit ihr erzielt werden, unabhängig von Ihrer Form Arbeitsentgelt; also alle Bar- und Sachbezüge. Einmalige Einnahmen oder laufende Zulagen, Zuschläge, Zuschüsse oder ähnliche Einnahmen, die zusätzlich zu Löhnen und Gehältern gewährt werden, sind dann nicht dem Arbeitsentgelt zuzurechnen, wenn sie lohnsteuerfrei sind oder pauschal besteuert werden. Die Beitragspflicht zur Sozialversicherung folgt hier grundsätzlich dem Steuerrecht.
     
    Seit dem 01.01.2020 liegt auch bei zweckgebundenen Geldzuwendungen sowie nachträglichen Kostenerstattungen Barlohn und kein Sachlohn vor mit der Folge, dass die monatliche 44-Euro-Freigrenze für Sachbezüge nicht in Anspruch genommen werden kann. Gutscheine sind Sachlohn, wenn sie ausschließlich zum Bezug von Waren und Dienstleistungen berechtigen und die Kriterien des § 2 Abs. 1 Nr. 10 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes erfüllen. Sie sind hinsichtlich der 44,00 €-Freigrenze begünstigt, wenn sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden.

    Diese Freigrenze gilt nur für Sachbezüge. Sachbezüge, für die es keinen amtlichen Sachbezugswert gibt, sind beitragsfrei in der Sozialversicherung, wenn der Wert monatlich die Freigrenze nicht übersteigt und die Steuerfreiheit durch das Finanzamt festgestellt wurde. Sofern die 44,00 € monatlich überschritten werden (und sei es auch nur um einen Cent), ist der gesamte Wert des Sachbezugs beitragspflichtig und nicht nur der über die Freigrenze hinausgehende Betrag.

    Weiterhin ist zu beachten, dass es sich um eine monatliche Freigrenze handelt. Wird somit dieser Betrag in einigen Monaten nicht ausgeschöpft, so kann der nicht beanspruchte Teil keinesfalls auf die folgenden Monate übertragen werden (der Monatsbetrag von 44,00 € kann also nicht auf einen Jahresbetrag von 528,00 € hochgerechnet werden).

    Ein Sachbezug liegt bei der Übernahme von Beiträgen zu einem Fitnessstudio immer dann vor, wenn der Arbeitgeber Vertragspartner des Leistungserbringers (= Fitnessstudio) ist. Kein Sachbezug, sondern eine Barlohnzuwendung des Arbeitgebers liegt hingegen vor, wenn das Vertragsverhältnis über die Leistung zwischen dem Fitnessstudio und dem Arbeitnehmer besteht und der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer den Mitgliedsbeitrag durch eine Geldzuwendung ersetzt. Auch Gutscheine für Fitnessleistungen (z. B. „formlos“ für den Besuch der Trainingsstätten und zum Bezug der dort angebotenen Waren/Dienstleistungen) sind Sachlohn und bei zusätzlicher Gewährung hinsichtlich der 44-Euro-Freigrenze begünstigt.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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