Expertenforum - Rückwirkende Erwerbsminderungsrente nach Aussteuerung mit ALG

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  • 01
    Rückwirkende Erwerbsminderungsrente nach Aussteuerung mit ALG

    Guten Tag,


    ein Mitarbeiter ist seit September 2019 durchgängig erkrankt. Seit dem 27.09.2020 ist er bei uns ausgesteuert worden mit ALG. Er hat im März 2022 eine rückwirkende befristete volle Erwerbsminderungsrente ab 01.04.2021 bekommen. Diese haben wir ab Beginn der EMR erfasst und die Schlüsselung in der SV dementsprechend vorgenommen (3101, PG 101 - Zusatz EM).

    Im Juni 2021 wurde bei uns eine tarifliche Einmalzahlung gezahlt. Diese wurde damals nicht mit SV-Beiträgen hinterlegt. Durch das hinterlegen der EMR wurde jetzt eine Verbeitragung angestoßen. Ist dies so korrekt, oder handelt es sich hier um einen Fehler?

    In beiden Fällen zeigt das System 0 SV-Tage an.


    Vielen Dank im Voraus.


    Mit freundlichen Grüßen

    Y. Herrmann

     

  • 02
    RE: Rückwirkende Erwerbsminderungsrente nach Aussteuerung mit ALG

    Guten Tag,
     
    unter den Begriff des einmalig gezahlten Arbeitsentgelts fallen grundsätzlich alle Zuwendungen ohne Bezug auf bestimmte Entgeltabrechnungszeiträume, die in größeren Zeitabständen als monatlich gewährt werden und kein laufend gezahltes Arbeitsentgelt darstellen.
    Hierzu gehören unter anderem: Urlaubsgeld (Erholungsbeihilfe, Urlaubsbeihilfe) oder wie in Ihrem Fall eine Urlaubsabgeltung.
     
    Einmalzahlungen werden für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge dem Abrechnungsmonat zugeordnet, in dem sie ausgezahlt werden. Auf die Fälligkeit der Zuwendung kommt es dabei nicht an.
     
    Wird eine Einmalzahlung (z. B. eine Urlaubsabgeltung) während eines laufenden Beschäftigungsverhältnisses gezahlt, ist sie dem Monat der Auszahlung zuzuordnen. Ein laufendes Beschäftigungsverhältnis in diesem Sinn liegt auch während einer beitragsfreien Zeit wegen des Bezugs einer Sozialleistung (z. B. Krankengeld) vor.

    Einmalzahlungen sind beitragsrechtlich zu berücksichtigen, soweit das bisher gezahlte beitragspflichtige Arbeitsentgelt die anteilige Beitragsbemessungsgrenze nicht erreicht. Die anteilige Beitragsbemessungsgrenze wird für die Beschäftigungszeiten gebildet, die im laufenden Jahr bei dem Arbeitgeber zurückgelegt wurden, der die Einmalzahlung gewährt. Entscheidend für die Bestimmung der anteiligen Beitragsbemessungsgrenzen sind die sog. Sozialversicherungstage (SV-Tage). Dabei handelt es sich um die anzurechnenden beitragspflichtigen Tage. Volle Kalendermonate sind mit 30 Tagen anzusetzen, Teilmonate sind mit den tatsächlichen Tagen zu berücksichtigen. Auszuklammern sind beitragsfreie Tage, also Zeiten, in denen z. B. ein Anspruch auf Krankengeld besteht.

    Da Sie schreiben, dass für das Jahr 2021 keine SV-Tage vorliegen, würden wir die Einmalzahlung grds. als beitragsfrei einordnen.
     
    Wir bitten um Verständnis, dass wir im Rahmen dieses Forums keine rechtsverbindliche Auskunft geben können, da uns nicht alle relevanten Unterlagen vorliegen. Wir empfehlen Ihnen daher für eine verbindliche Beurteilung Kontakt mit der zuständigen Krankenkasse des Mitarbeiters aufzunehmen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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