Expertenforum - Praktikant und geringfügige Beschäftigung

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Expertenforum

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  • 01
    Praktikant und geringfügige Beschäftigung

    Hallo,

    bei uns ist während der vorlesungsfreien Zeit vom 24.08. - 01.10.21 ein Student beschäftigt, der ein freiwilliges Zwischenpraktikum mit 24 Wochenstunden leistet und dafür 600 € monatlich erhält. Er hat außerdem noch vom 01.06. - 31.12.21 eine geringfügige Beschäftigung mit 5 Wochenstunden und einem monatlichen Entgelt von 204,95 €.

    Wir gehen nach Prüfung der Voraussetzungen davon aus, dass die Beschäftigung bei uns als kurzfristige Beschäftigung abgerechnet werden kann. Ist das so korrekt? Danke für Ihre Rückantwort.

     

  • 02
    RE: Praktikant und geringfügige Beschäftigung

    Guten Tag,
     
    grundsätzlich liegt eine kurzfristige Beschäftigung vor, wenn die Beschäftigung gelegentlich und nicht berufsmäßig ausgeübt wird und im Laufe eines Kalenderjahres auf eine Dauer von maximal drei Monaten oder 70 Arbeitstagen begrenzt ist. Hierbei werden ggf. vorher ausgeübte Beschäftigungen angerechnet.

    Ein Student, der im Laufe eines Jahres (nicht Kalenderjahres) mehrmals eine befristete Beschäftigung mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden ausübt, ist vom Erscheinungsbild nicht mehr als ordentlich Studierender, sondern als Beschäftigter anzusehen. Die Arbeitszeit bei einer Beschäftigung im Rahmen der 20-Wochenstunden-Grenze kann allerdings während der Vorlesungszeit auf über 20 Wochenstunden ausgeweitet werden. Dies setzt jedoch voraus, dass es sich um eine im Voraus befristete Zeit handelt. Außerdem darf das Überschreiten der 20-Wochenstunden-Grenze nur durch Beschäftigungszeiten am Wochenende oder in den Abend- und Nachtstunden erfolgen. Dabei dürfen diese Beschäftigungszeiten im Laufe eines Jahres 26 Wochen nicht überschreiten.

    Der Jahreszeitraum zur Statusbestimmung ist in der Weise zu ermitteln, dass vom voraussichtlichen Ende der zu beurteilenden Beschäftigung ein Jahr zurückgerechnet wird.

    Anzurechnen sind alle Beschäftigungen in diesem Zeitraum, in denen – unabhängig von der versicherungsrechtlichen Beurteilung – die wöchentliche Arbeitszeit mehr als 20 Stunden beträgt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Beschäftigungen bei demselben Arbeitgeber oder bei verschiedenen Arbeitgebern ausgeübt werden. Eine Zusammenrechnung von geringfügig entlohnten mit kurzfristigen Beschäftigungen ist nicht vorgesehen.

    Sofern in dem von Ihnen beschriebenen Sachverhalt nach den oben aufgeführten Grundsätzen tatsächlich keine weiteren Vorbeschäftigungszeiten vorliegen, ist Ihre Einschätzung korrekt und die im Rahmen des freiwilligen Praktikums ausgeübte Beschäftigung kann als kurzfristige Beschäftigung sozialversicherungsfrei beurteilt werden, wenn die 26 Kalenderwochen mit mehr als 20 Wochenstunden nicht überschritten wird, da die Zeiten der kurzfristigen Beschäftigungen mitgezählt werden. Die daneben ausgeübte geringfügig entlohnte Beschäftigung (Minijob) wird nicht angerechnet.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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