Expertenforum - Minijob - Stunden sind noch nicht vorhersehbar

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  • 01
    Minijob - Stunden sind noch nicht vorhersehbar

    Wir möchten einen Arbeitnehmer einstellen, bei dem die monatlichen Stunden nicht vorhersehbar sind. Falls die Stundenzahl den Minijob überschreiten, können diese Stunden dann als Gutzeit für spätere Monate mit weniger Tätigkeit angespart werden?

  • 02
    RE: Minijob - Stunden sind noch nicht vorhersehbar

    Hallo Knauer,

    die monatliche Entgeltgrenze in einer geringfügig entlohnten Beschäftigung von 538,00 € lässt sich innerhalb eines Jahreszeitraumes recht flexibel ausweiten, wenn besondere Spielregeln beachtet werden.

    Um als Minijob zu gelten, darf das Entgelt aus einer geringfügig entlohnten Beschäftigung regelmäßig im Monat 538,00 € nicht überschreiten. Dazu hat der Arbeitgeber ab Beschäftigungsbeginn vorausschauend einen 12-Monats-Zeitraum zu bilden. Dann ist zu prüfen, ob die Einnahmen aus dem Beschäftigungsverhältnis inklusive Einmalzahlungen innerhalb des Jahreszeitraums 6.456,00 € übersteigen oder nicht.

    Dazu kann ein festes monatliches Entgelt (verstetigtes Arbeitsentgelt) vereinbart werden.
    Die Arbeitszeit kann bedarfsweise monatlich schwanken. Der Arbeitnehmer kann dabei sogar für die Dauer von maximal 3 Monaten von der Arbeitsleistung unter Fortzahlung des Entgelts freigestellt werden. Das durchschnittliche monatliche Entgelt darf dabei in einem Jahr unter Berücksichtigung des zum Ende des Jahres in einem Zeitguthaben zu erwartenden Entgeltanspruchs die entgeltliche Geringfügigkeitsgrenze (6.456,00 € / Jahr) nicht übersteigen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam
     

  • 03
    RE: Minijob - Stunden sind noch nicht vorhersehbar

    Bedeutet dies, dass das noch nicht ausgezahlte Zeitguthaben mit in die Jahresentgeltgrenze einbezogen werden muss?

    Z.B. wenn ein Arbeitnehmer aufgrund der ausgezahlten Stunden bereits 12 Mo. x 538,00 € erhalten und noch zusätzlich ein Zeitguthaben von 500 € steht, ist die Geringfügigkeitsgrenze überstiegen und er müsste dann rückwirkend als Midijober gemeldet werden?

  • 04
    RE: Minijob - Stunden sind noch nicht vorhersehbar

    Hallo Knauer,

    bei flexiblen Arbeitszeitregelungen unterliegt ausschließlich das ausgezahlte vertraglich geschuldete verstetigte Arbeitsentgelt - unabhängig von der im Rahmen einer geringeren oder höheren Arbeitszeit tatsächlich erbrachten Arbeitsleistung - der Beitragspflicht.
     
    Die sonstigen flexiblen Arbeitszeitregelungen für geringfügig Beschäftigte „müssen“ neben dem Aufbau von Zeitguthaben auch deren tatsächlichen Abbau ermöglichen. Ist der Abbau eines Zeitguthabens von vornherein nicht beabsichtigt, ist die Arbeitszeitvereinbarung sozialversicherungsrechtlich irrelevant. In diesen Fällen wäre vom Beginn der Beschäftigung das tatsächlich erarbeitete Arbeitsentgelt für die versicherungs- und beitragsrechtliche Beurteilung zu Grunde zu legen.
     
    Zu beachten ist hierbei, dass die Arbeitszeiten, die von der vertraglich festgesetzten Regelarbeitszeit abweichen (positiv oder negativ), auf dem Arbeitszeitkonto verbucht und innerhalb eines festgesetzten Zeitraums maximal bis zum Ende eines Zeitjahres (12 Kalendermonate z.B. 01.07.2024 bis 30.06.2025) auszugleichen sind.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     

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