Expertenforum - Minijob - 4 x Überschreiten der Grenze

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  • 01
    Minijob - 4 x Überschreiten der Grenze

    Ich habe folgenden Fall: Ein Minijober hat im Dez 21, im April 22, Mai 22 und Juni 22 die Grenze von 450 € überschritten. Jedoch kommt er im 12-Monatsdurchschnitt nicht über die Grenze von 5.400 €. Grund war eine unvorhergesehene Krankheitsvertretung eines Mitarbeiters. Muss ich den Mitarbeiter ab Juni 22 versicherungspflichtig anmelden?

  • 02
    RE: Minijob - 4 x Überschreiten der Grenze

    Hallo YvonneD,
     
    im Zusammenhang mit dem Überschreiten der monatlichen 450,00 €-Grenze ist in den (noch bis zum 30.09.2022 gültigen) Richtlinien für die versicherungsrechtliche Beurteilung von geringfügigen Beschäftigungen (Geringfügigkeits-Richtlinien) vom 26.07.2021 u.a. folgendes geregelt:
    übersteigt das Arbeitsentgelt regelmäßig 450,00 € im Monat, so liegt vom Tage des
    Überschreitens an keine geringfügige Beschäftigung mehr vor.
    Für die zurückliegende Zeit verbleibt es bei der geringfügig entlohnten Beschäftigung.
     
    Ein nur gelegentliches und nicht vorhersehbares Überschreiten der Arbeitsentgeltgrenze führt dagegen nicht zur Beendigung der geringfügig entlohnten Beschäftigung; als gelegentlich ist dabei ein Zeitraum bis zu drei Monaten innerhalb eines Zeitjahres anzusehen.
    Der Jahreszeitraum ist in der Weise zu ermitteln, dass vom letzten Tag des zu beurteilenden Beschäftigungsmonats ein Jahr zurückgerechnet wird. Als Monat gilt der Entgeltabrechnungszeitraum (Kalendermonat). Monate, in denen die monatliche Arbeitsentgeltgrenze von 450,00 € vorhersehbar überschritten wird (z. B. aufgrund saisonaler Mehrarbeit), sind hierbei unberücksichtigt zu lassen.
    Das Zeitjahr entspricht einem Zeitraum von 12 Monaten, welcher mit dem Kalendermonat endet, für den aktuell die Beurteilung des Versicherungsstatus wegen nicht vorhersehbaren Überschreitens erfolgen soll.
    Wird die monatliche Arbeitsentgeltgrenze innerhalb des maßgebenden Zeitjahres in mehr als drei Monaten überschritten, ist das Überschreiten nicht mehr gelegentlich und begründet eine nicht geringfügige Beschäftigung; es sei denn, die in dem vom Arbeitgeber gewählten Jahreszeitraum für die Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts geltende Arbeitsentgeltgrenze von 5.400,00 € wird nicht überschritten.
    Die nicht geringfügige Beschäftigung besteht dann für die Dauer des nicht vorhersehbaren Überschreitens der Arbeitsentgeltgrenze. Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt ab dem Zeitpunkt wieder vor, von dem an ein unvorhersehbares Überschreiten nicht mehr gegeben ist und das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt im Durchschnitt einer neu angestellten Jahresbetrachtung 450,00 € nicht übersteigt.
     
    Sofern in Ihrem Sachverhalt in dem nach den vorgenannten Ausführungen gebildeten 12-Monatszeitraum (Jahreszeitraum= vom voraussichtlichen Ende der aktuell zu beurteilenden Beschäftigung ein Jahr zurückgerechnet) trotz viermaligem Überschreiten der monatlichen 450,00 €-Grenze die Jahresgrenze von 5.400,00 € nicht überschritten wurde, blieb es weiterhin bei einer geringfügig entlohnten Beschäftigung.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

  • 03
    RE: Minijob - 4 x Überschreiten der Grenze

    Herzlichen Dank für die schnelle Antwort!

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