Expertenforum - Minijob

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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Minijob
    Ein AN wurde für die Zeit vom 22.02. bis 30.04.2021 als Helfer eingestellt mit normalerweise 8 Stunden pro Woche.
    Er hat allerdings in dieser Woche schon 20 Stunden gearbeitet und hat somit einen Anspruch auf 240 Euro. Können wir ihn noch als Minijobber anmelden.
  • 02
    RE: Minijob
    Guten Tag,
     
    bei der Prüfung der Frage, ob das Arbeitsentgelt 450 Euro übersteigt, ist vom regelmäßigen Arbeitsentgelt auszugehen. Das regelmäßige Arbeitsentgelt ermittelt sich abhängig von der Anzahl der Monate, für die eine Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt besteht, wobei maximal ein Jahreszeitraum (12 Monate) zugrunde zu legen ist.
     
    Sofern die Beschäftigung im Laufe eines Kalendermonats beginnt, kann für den Beginn des Jahreszeitraums auf den 1. Tag dieses Monats abgestellt werden. Dabei darf das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt im Durchschnitt einer Jahresbetrachtung 450 Euro nicht übersteigen (maximal 5.400 Euro pro Jahr bei durchgehender mindestens 12 Monate dauernder Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt in jedem Monat). Es ist mindestens auf das Arbeitsentgelt abzustellen, auf das der Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch hat; insoweit kommt es auf die Höhe des tatsächlich gezahlten Arbeitsentgelts nicht an.
     
    Die Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts hat stets bei Beginn der Beschäftigung und erneut bei jeder nicht in der bisherigen Prognose berücksichtigten Veränderung in den Verhältnissen (z. B. Erhöhung oder Reduzierung des Arbeitsentgelts), die nicht nur gelegentlich und unvorhersehbar ist, im Wege einer vorausschauenden Betrachtung zu erfolgen.
     
    Das Bundessozialgericht (BSG) (B 12 R 10/15) hat am 5. Dezember 2017 eine wichtige und weitreichende Entscheidung getroffen. Danach gilt auch bei Teilmonaten immer die Monatsgrenze von 450 Euro – und nicht mehr ein anteiliger Wert, der der tatsächlichen Beschäftigungszeit entspricht.
     
    Für Ihren Sachverhalt bedeutet dies, dass die Beschäftigung als Minijob abgerechnet werden kann, sofern keine weitere geringfügig entlohnte Beschäftigung in dem betreffenden Monat ausgeübt wird und das Arbeitsentgelt zusammen nicht 450 EUR übersteigt.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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