Expertenforum - Midijob ab Oktober

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  • 01
    Midijob ab Oktober

    Hallo Expertenforum,


    ich habe folgende Fälle:


    Fall 1: Werkstudent

    Vertrag: 01.08.22 bis 31.10.22

    Gehalt: 1.150,00, 20 Std./Wo.

    Vertraglich wurde festgelegt, dass in den Semesterferien mehr gearbeitet werden darf.

    Gehalt 8/22: 1.750,00 (Gehalt 1.150,00 + Mehrstunden) - keine Gleitzone abgerechnet

    Gehalt 09/22: 1.780,00 (Gehalt 1.150,00 + Mehrstunden)- keine Gleitzone abgerechnet

    Gehalt: 10/22: 1.150,00, Austritt 31.10.2022

    Muss im Oktober die Gleitzone angewendet werden?


    Fall 2: Arbeitnehmer

    Vertrag: 01.04.22 bis 31.10.22

    Gehalt: 2050,00, 30 Std./Wo.

    Vertraglich wurde festgelegt, dass im Oktober die Arbeitszeit auf 15 Std./Wo., Gehalt 1.025,00 reduziert wird.

    Gehalt 04/22 bis 8/22: 2.050,00 - keine Gleitzone abgerechnet

    Gehalt: 10/22: 1.575,00, (Gehalt 1.025,00 + Mehrstunden), Austritt 31.10.2022

    Muss im Oktober die Gleitzone angewendet werden?


    Vielen Dank für Ihre Hilfe

     

  • 02
    RE: Midijob ab Oktober

    Hallo Lohnabrechner04,

    die besonderen beitragsrechtlichen Regelungen zum Übergangsbereich finden seit Oktober 2022 Anwendung, wenn das monatliche Arbeitsentgelt aus der Beschäftigung regelmäßig im Übergangsbereich von 520,01 bis 1.600,00 € liegt (bis 30.09.2022 450,01 bis 1.300,00 €). Übergangsbereichsfälle liegen demnach nicht vor, wenn lediglich Teilarbeitsentgelte (z. B. bei Beginn bzw. Ende der Beschäftigung im Laufe eines Kalendermonats) innerhalb des Übergangsbereichs liegen.

    Bei der Prüfung der Frage, ob das Arbeitsentgelt im Übergangsbereich liegt, ist vom regelmäßigen Arbeitsentgelt auszugehen.

    Ob die maßgebenden Entgeltgrenzen regelmäßig im Monat oder nur gelegentlich unter- oder überschritten werden, ist bei Beginn der Beschäftigung und erneut bei jeder dauerhaften Ver-änderung in den Verhältnissen (z. B. Erhöhung oder Reduzierung des Arbeitsentgelts) im Wege einer vorausschauenden Betrachtung zu beurteilen. Dabei dürfen Änderungen des Arbeitsentgelts (z. B. eine Entgelterhöhung aus Anlass einer bereits feststehenden Tariferhöhung) erst von dem Zeitpunkt an berücksichtigt werden, von dem an der Anspruch auf das neue Entgelt besteht.
    Waren - wie in Ihrem ersten Fall – die Überstunden regelmäßig angefallen und zur Auszahlung gekommen, konnten die Regelungen des Übergangsbereichs nicht angewandt werden. Die gilt nach unserem Verständnis auch für den Monat Oktober, obwohl in diesem Monat das Entgelt prinzipiell innerhalb des Übergangsbereichs liegt.
     
    In Ihrem zweiten Fall wurde im Oktober 2022 durch eine vertragliche Änderung das Arbeitsentgelt reduziert. Da aufgrund dessen das Entgelt im Übergangsbereich liegt, finden hier die beitragsrechtlichen Regelungen des Übergangsbereichs Anwendung.    

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam
     

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