Expertenforum - Langzeitkrank kurz nach Altersteilzeitbeginn

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  • 01
    Langzeitkrank kurz nach Altersteilzeitbeginn

    Hallo,


    unsere Beschäftigte begann am 01.02.2022 mit der Altersteilzeit Arbeitsphase. Am 01.03.2022 erkrankte sie und ist bis mindestens Dezember 2022 arbeitsunfähig erkrankt. In der Meldung zur Ermittlung des Krankengeldes (EEL Meldegrund 01) hatte unser System die drei Monate vor Beginn der Erkrankung gemeldet, da in allen drei Monaten auch unständige Bezügebestandteile gezahlt wurden, so dass in allen drei Monaten das Entgelt vom vereinbarten Entgelt abweicht. Das Krankengeld wurde nun aus dem Durchschnitt dieser drei Monate ermittelt.

    Nun erhielten wir die Information, dass durch die Altersteilzeitvereinbarung ab 01.02.2022 nur der Februar hätte gemeldet werden dürfen und unsere Beschäftigte viel zu viel Krankengeld erhalten habe, da nicht der Durchschnitt der drei Monate vor Beginn der Erkrankung, sondern nur der Altersteilzeitmonat vor Beginn der Erkrankung für die Ermittlung des Krankengeldes relevant sei.


    Ich würde unserer Beschäftigten gern den Sachverhalt erläutern, finde jedoch keine Rechtsgrundlage, warum in diesem Fall kein Durchschnitt aus den letzten drei Monaten vor Beginn der Erkrankung genommen wird. Können Sie mir bitte bestätigen, dass das Krankengeld neu berechnet werden muss und mir eventuell eine Rechtsgrundlage nennen?


    Vielen Dank und freundliche Grüße

  • 02
    RE: Langzeitkrank kurz nach Altersteilzeitbeginn

    Hallo Mustermann,
     
    Versicherte, die während der Arbeitsphase der Altersteilzeit erkranken, erhalten nach Ablauf der Entgeltfortzahlung Krankengeld nur auf Basis des tatsächlich gezahlten Arbeitsentgelts.
    Wurde darüber hinaus Arbeitsentgelt “erarbeitet”, welches jedoch nicht ausgezahlt, sondern für Zeiten einer Freistellung angespart wird, bleibt dieses bei der Ermittlung des Regelentgelts unberücksichtigt.
     
    Maßgebend ist ausschließlich das im Bemessungszeitraum der Beitragsberechnung
    zugrundeliegende und um einmalig gezahltes Arbeitsentgelt verminderte Arbeitsentgelt.
     
    Dies ergibt sich aus dem gemeinsamen Rundschreiben der Spitzenverbände der Sozialversicherungsträger zum „Krankengeld nach § 44 SGB V, § 44b SGBV und zum Verletztengeld nach § 45 VII“ vom 09.07.2022 in Verbindung mit dem gemeinsamen Rundschreiben zur „Berechnung des Krankengeldes bei flexiblen Arbeitszeitregelungen“ vom 19.04.2007.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     
     

  • 03
    RE: Langzeitkrank kurz nach Altersteilzeitbeginn

    Hallo und vielen Dank.


    Leider beantwortet das noch nicht meine Frage. Wenn im Bemessungszeitraum alle drei Monate bereits Altersteilzeit bestanden hat, sind die von Ihnen genannten Regelungen klar. Mir geht es aber um den Fall, dass nur in einem Monat des Bemessungszeitraums Altersteilzeit vereinbart war und in den beiden anderen Monaten des Bemessungszeitraumes noch ein "normales" Vollzeitarbeitsverhältnis bestand. Die von Ihnen hervorgehobene Aussage:

    Maßgebend ist ausschließlich das im Bemessungszeitraum der Beitragsberechnung

    zugrundeliegende Arbeitsentgelt.

    Im geschilderten Beispiel also ein Monat mit z. B. 1.500 € und die beiden davor liegenden Monate mit 3.000 €. Alle drei Monate liegen im Bemessungszeitraum und das genannte Arbeitsentgelt wurde tatsächlich gezahlt. Nun noch einmal die konkrete Frage:

    Wird im Beispiel das Krankengeld auf Basis der 1.500 € ermittelt oder auf Basis des Durchschnitts aus 1.500 € + 3.000 € + 3.000 €?


    Für eine klärende Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

  • 04
    RE: Langzeitkrank kurz nach Altersteilzeitbeginn

    Hallo Mustermann,
     
    zunächst einmal möchten wir Sie darüber informieren, dass das Expertenteam bemüht ist, auf die Fragestellungen der User einzugehen und diesen eine korrekte -jedoch nicht rechtsverbindliche- Auskunft zu geben.

    Eine „klärende Antwort“ in Ihrem Sachverhalt kann daher (verbindlich) nur von der zuständigen Krankenkasse der beschäftigten Mitarbeiterin erfolgen.

    Wie wir Ihnen bereits in unserer Antwort mitgeteilt haben, ist in Fällen der von Ihnen beschriebenen Art ausschließlich das im Bemessungszeitraum der Beitragsberechnung
    zugrundeliegende und um einmalig gezahltes Arbeitsentgelt verminderte Arbeitsentgelt zu berücksichtigen.
     
    Aufgrund Ihrer Rückfrage haben wir uns noch einmal intensiv mit der von Ihnen angefragten Thematik beschäftigt. Dabei haben wir festgestellt, dass es zu Ihrer Problematik (Ermittlung des anzugebenden Arbeitsentgelts im 3-Monatszeitraum, wenn der Zeitraum nach Beginn der Altersteilzeit noch keine drei Monate beträgt) in den Veröffentlichungen der Krankenkassen-Spitzenverbände keine Aussage gibt.
     
    In Ermangelung einer konkreten Regelung und unter Berücksichtigung der oben stehende Aussage zum maßgeblichen Bemessungszeitraumes vertreten wir die Auffassung, dass für die Krankengeldberechnung in dem 3-Monatszeitraum des verminderte Arbeitsentgelt (fiktiv) jeweils mit 1.500 € zu hinterlegen ist.   
     
    Wir empfehlen Ihnen, dies mit der betroffenen Krankenkasse abschließend zu klären.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     

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