Expertenforum - Kurzfristige Beschäftigung

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  • 01
    Kurzfristige Beschäftigung
    Sehr geehrtes Expertenteam,
    wir haben eine Studentin vom 25.05.2020 - 24.07.2020 beschäftigt. Eine Immatrikulationsbescheinigung bis 30.09.2020 liegt vor. Die Beschäftigung wurde von uns als kurzfristige Beschäftigung abgerechnet. Das Werkstudentenprivileg endet mit Ablauf des Monats in dem der Studierende vom Gesamtergebnis der Prüfungsleistung offiziell unterrichtet wird. Unsere Studentin hat das Ergebnis am 24.06.2020 erhalten. Somit liegen die Voraussetzungen für eine kurzfristige Beschäftigung nicht mehr vor. Ab welchen Zeitpunkt liegt für diese Beschäftigung nun Sozialversicherungspflicht vor?
    a) rückwirkend zum Beginn der Beschäftigung
    b) mit Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses
    c) nach Ablauf des Monats der Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses
  • 02
    RE: Kurzfristige Beschäftigung
    Sehr geehrter Herr Diefenbach,
     
    eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigung für eine Zeitdauer ausgeübt wird, die im Laufe eines Kalenderjahres auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder im Voraus vertraglich begrenzt ist. Dies kann auch dann gelten, wenn die kurzfristige Beschäftigung die Voraussetzungen einer geringfügig entlohnten Beschäftigung erfüllt. Im Rahmen der Corona-Pandemie wurden die maßgebenden Grenzen für eine Übergangszeit (01.03.- 31.10.2020) auf fünf Monate bzw.115 Arbeitstage erhöht.
     
    Eine kurzfristige Beschäftigung liegt allerdings nicht mehr vor, wenn die Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt wird und das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung 450 Euro überschreitet. Eine Beschäftigung wird berufsmäßig ausgeübt, wenn sie für den Beschäftigten nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist.
     
    Das Werkstudentenprivileg beinhaltet, dass eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vorliegt, allerdings nur Rentenversicherungspflicht besteht, solange der eingeschriebene Student eine Beschäftigung aufnimmt, die an nicht mehr als 20 Wochenstunden ausgeübt wird. Das Werkstudentenprivileg endet, wie von Ihnen richtig geschildert, mit dem Monat, indem der Student von den Ergebnissen der Prüfungsergebnisse informiert wurde. In dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt wäre es der 30.06.2020. Danach kann eine Werkstudententätigkeit nicht mehr ausgeübt werden.
     
    Die kurzfristige und sozialversicherungsfreie Beschäftigung ist davon grds. nicht betroffen. Sobald jedoch Berufsmäßigkeit unterstellt werden kann, und dies ist nach Abschluss des Studiums der Fall, besteht Sozialversicherungspflicht aufgrund des Vorliegens von Berufsmäßigkeit.
    Die Mitarbeiterin ist somit ab 01.07.2020 sozialversicherungspflichtig anzumelden. Für die zurückliegende Zeit verbleibt es bei der kurzfristigen Beschäftigung.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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