Expertenforum - KuG; Krank vor Kug, während Kug; Teilweise Kurzarbeit

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  • 01
    KuG; Krank vor Kug, während Kug; Teilweise Kurzarbeit
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir haben bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeit ab 01. April bis 30.06.2020 angezeigt und dies wurde auch genehmigt.
    Kurzarbeit bei uns im Betrieb: 50% der Arbeitszeit.

    Zwei Mitarbeiter waren von dem 27.03. bis 03.04.2020 krank geschrieben.
    Beide Kollegen arbeiten regulär 39 Stunden pro Woche, also 169 Stunden pro Monat, 7,8 Std. pro tag.
    Also sprich während der Kurzarbeit 50%: 84,5 Stunden.

    Die drei Tage von 01.04. bis 03.04.2020 entsprechen somit eigentlich 23,4 Stunden. (7,8 Stunden pro Tag)

    Diese Tage/Stunden sind ja nun im April als "Krank vor Kug" zu erfassen.

    Nun meine Fragen:

    1. a) Wieviele Stunden sind nun als "Krank vor Kug" zu erfassen ? Die kompletten 23,4 Stunden, oder "nur" 50% davon, also 11,70 Stunden ?
    b) Hierfür gibt es dann Krankengeld in Höhe KuG, welches von der jeweiligen Krankenkasse erstattet wird, oder ?

    2. a) Sofern nun ein Mitarbeiter während der Kurzarbeit krank werden würde. z.B. 3 Tage im Mai
    Sind dann 23,4 Stunden, oder 11,70 Stunden als "Krank während KuG" zu erfassen ?
    b) Wird hier auch von der jeweiligen Krankenkasse erstattet ?

    Vielen Dank im voraus und
    viele Grüße
    Martin T.
  • 02
    RE: KuG; Krank vor Kug, während Kug; Teilweise Kurzarbeit
    Hallo Martin T.,
     
    werden Arbeitnehmer arbeitsunfähig, bevor im Betrieb die Voraussetzungen für den Bezug von konjunkturellem Kurzarbeitergeld erfüllt sind, erhalten sie Krankengeld in Höhe des jeweiligen Kurzarbeitergelds, solange sie einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung haben. Das Krankengeld wird also neben dem verminderten Anspruch auf Entgeltfortzahlung gezahlt. Beiträge zur Sozialversicherung fallen aus dem Krankengeld in Höhe des jeweiligen Kurzarbeitergelds nicht an.

    Das auszuzahlende Krankengeld ist in der Höhe identisch mit dem Kurzarbeitergeld. Es erhöht nicht das Ist-Entgelt.
    Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, das Krankengeld zu errechnen und mit der Entgeltabrechnung des Arbeitnehmers auszuzahlen. Die Krankenkasse des Arbeitnehmers erstattet dem Arbeitgeber das verauslagte Krankengeld auf Antrag. Ist der Anspruch auf Entgeltfortzahlung erschöpft, erhalten Arbeitnehmer bei fortbestehender Arbeitsunfähigkeit (reguläres) Krankengeld von ihrer jeweiligen Krankenkasse nach den allgemeinen Berechnungsvorschriften.
     
    Erkranken Arbeitnehmer während des Bezugs von konjunkturellem Kurzarbeitergeld, haben
    sie Anspruch auf Kurzarbeitergeld für die Ausfalltage beziehungsweise Ausfallstunden, solange Anspruch auf Entgeltfortzahlung besteht oder ohne den Arbeitsausfall bestehen würde.

    Das Kurzarbeitergeld ist in der Höhe zu zahlen, in der der Arbeitnehmer bei Arbeitsfähigkeit Kurzarbeitergeld beanspruchen könnte. Ist der Anspruch auf Entgeltfortzahlung erschöpft, erhält ein weiterhin arbeitsunfähiger Arbeitnehmer von seiner Krankenkasse Krankengeld, das von diesem Zeitpunkt an auch den Anspruch auf Kurzarbeitergeld verdrängt. Bemessungszeitraum für die Berechnung des Krankengelds ist der Monat vor Beginn
    des Kurzarbeitergeldgewährungszeitraums.
    Diese Regelung trifft zu, wenn die Arbeitsunfähigkeit während der Bezugsdauer des Kurzarbeitergelds eintritt. Das Kalendermonatsprinzip ist zu beachten. Deshalb kann der erste Tag der Arbeitsunfähigkeit vor dem ersten Ausfalltag wegen Kurzarbeit liegen. Wenn beispielsweise Kurzarbeit ab dem 18. März 2020 angemeldet wird und Arbeitsunfähigkeit ab dem 15. März 2020 besteht, gilt der März als Anspruchszeitraum des Kurzarbeitergelds. Somit ist in einem solchen Fall die Arbeitsunfähigkeit während des Bewilligungszeitraums für das Kurzarbeitergeld eingetreten.
     
    Auf Ihren Fall bezogen bedeutet dies, dass die Mitarbeiter, die vor dem Anspruchszeitraum für KUG erkrankt sind, für die wegen Kurzarbeit ausgefallenen Stunden Krankengeld in Höhe Kurzarbeitergeld erhalten, das dem Arbeitgeber von der jeweiligen Krankenkasse erstattet wird.
    Dagegen haben die Mitarbeiter, deren Arbeitsunfähigkeit erst während des KUG-Anspruchszeitraums beginnt, für die Stunden, die wegen Kurzarbeit ausfallen, Anspruch auf Kurzarbeitergeld, das dem Arbeitgeber von der Agentur für Arbeit erstattet wird.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     
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