Expertenforum - Krankengeld

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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Krankengeld
    Guten Tag, liebes Expertenteam!
    Eine Mitarbeiterin ist seit dem längerem arbeitsunfähig erkrankt (seit dem 02.03.2020 bezieht sie bereits Krankengeld). Nun war eine Wiedereingliederung vom 21.09. - 20.10.2020 geplant. Diese hat die Mitarbeiterin jedoch bereits am 30.09.2020 vorzeitig abgebrochen wg. wiederkehrender Schmerzen. Stattdessen wurde eine nächste AU/Folgebescheinigung bis zum 18.10., eine weitere AU bis zum 25.10.2020 vorgelegt. Am 26.10.2020 hat die Mitarbeiterin nun eine neue AU, also eine Erstbescheinigung, mit voraussichtlicher AU bis 25.11.2020 vorgelegt. Wir haben diese AU als Folge-AU betrachtet, weil sie nahtlos an die vorherige AU anknüpft und somit weiterhin keine Entgeltfortzahlung geleistet. Nun behauptet die Krankenkasse, es handle sich um einen neue Erkrankung und der Arbeitgeber wäre ab dem 26.10.2020 für 6 Wochen erneut zur Lohnfortzahlung verpflichtet. Das ist unserer Meinung nach aber nicht korrekt. Die Mitarbeiterin war ja ununterbrochen krank und hat die Arbeit - und das ist doch ganz entscheidend - zu keinem Zeitpunkt wieder aufgenommen. Sonst könnte - überspitzt formuliert - ein Arzt ja ständig neue Erstbescheinigungen ausstellen, ständig mit einer neuen Erkrankung und den AG somit immer wieder aufs Neue zur Entgeltfortzahlung verpflichten. Das kann nicht richtig sein.
    Vielen Dank im Voraus für Ihre Stellungnahme!
    Mit freundlichen Grüßen
    Frau Bahr
  • 02
    RE: Krankengeld
    Sehr geehrte Frau Bahr,
     
    nach § 48 SGB V erhalten Versicherte Krankengeld für den Fall der Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit für längstens 78 Wochen innerhalb von je drei Jahren. Da der Versicherte auch während der Zeit der Entgeltfortzahlung und während der Zeit der stufenweisen Wiedereingliederung arbeitsunfähig ist, werden diese Zeiten auf den Höchstanspruch von maximal 78 Wochen angerechnet, wenn es sich um dieselbe Erkrankung handelt.
     
    Für die Ausstellung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung durch den Arzt gilt:
    Folgen zwei getrennte Arbeitsunfähigkeitszeiten mit unterschiedlichen Diagnosen unmittelbar aufeinander, dann ist für die zweite Arbeitsunfähigkeit eine Erstbescheinigung auszustellen.
     
    Bitte haben Sie Verständnis, dass wir im Rahmen dieses Forums nicht beurteilen können, ob die Arbeitsunfähigkeit ab dem 26.10.2020 auf derselben Erkrankung beruht. Ein Indiz dafür wäre die vom Arzt ausgestellte Erstbescheinigung.
    Da der zuständigen Krankenkasse alle notwendigen Unterlagen für eine Beurteilung vorliegen, empfehlen wir Ihnen erneut Kontakt mit dieser aufzunehmen.
     
    Die Frage nach dem Anspruch auf Entgeltfortzahlung betrifft arbeitsrechtliche Regelungen zu der wir leider keine Auskünfte geben können. Wir empfehlen Ihnen Ihren Arbeitgeberverband, die zuständige Kammer (Industrie-und Handelskammer, Handwerkskammer)
    oder einen Fachanwalt für Arbeitsrecht einzuschalten.
     
    Nach unserem Kenntnisstand muss die Ersterkrankung bereits beendet gewesen sein, damit ein neuer Anspruch entstehen könnte.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr Expertenteam
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