Expertenforum - Kinderkrankenschein und eigene Krankschreibung

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Expertenforum

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  • 01
    Kinderkrankenschein und eigene Krankschreibung

    Hallo,


    wir haben bei einer gesetzlich versicherten Mitarbeiterin den Fall, dass sich der Krankenschein für ihr Kind und ihre eigene Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung um 3 Tage überschneiden. Hat in diesem Fall ihre eigene Arbeitsunfähigkeit "Vorrang" vor dem Bezug von Kinderkrankengeld?


    Vielen Dank für Ihre Unterstützung

  • 02
    RE: Kinderkrankenschein und eigene Krankschreibung

    Guten Tag,
     
    zunächst weisen wir darauf hin, dass sowohl der Bereich der Entgeltfortzahlung der Arbeitnehmer als auch der Bereich der bezahlten bzw. unbezahlten Freistellung eines Arbeitnehmers wegen Erkrankung seines Kindes das Arbeitsrecht betrifft.
    Zu arbeitsrechtlichen Regelungen können wir im Rahmen dieses Forums allenfalls eine allgemeine Stellungnahme abgeben.
     
    Grundsätzlich gelten für den Anspruch auf Krankengeld wegen Erkrankung des Kindes einerseits und für den Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei einer Erkrankung des Arbeitnehmers andererseits folgende Regelungen:
     
    Versicherte haben Anspruch auf Krankengeld, wenn es nach ärztlichem Zeugnis erforderlich ist, dass sie zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und versicherten Kindes der Arbeit fernbleiben, eine andere in ihrem Haushalt lebende Person das Kind nicht beaufsichtigen, betreuen oder pflegen kann und das Kind das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist.
     
    Erfüllen Versicherte die Voraussetzungen für einen Anspruch auf Krankengeld bei Erkrankung des Kindes, haben sie gegenüber dem Arbeitgeber für diesen Zeitraum einen Anspruch auf Freistellung von der Arbeitsleistung. Dieser Anspruch kann durch Vertrag weder ausgeschlossen noch beschränkt werden.
     
    Im Einzelfall ist jedoch zu klären, ob vorrangig ein Anspruch auf bezahlte Freistellung von der Arbeitsleistung besteht.
     
    Voraussetzung für den Anspruch auf Entgeltfortzahlung eines Arbeitnehmers gegenüber seinem Arbeitgeber ist die Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit. Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn der Arbeitnehmer infolge Krankheit daran gehindert ist, seiner bisherigen Berufstätigkeit nachzugehen, oder nur unter der Gefahr der Verschlimmerung seines Zustands weiterarbeiten könnte.
     
    Ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung besteht nur dann, wenn allein die krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit die Ursache für den Ausfall der Arbeitsleistung bildet. Liegt ein anderer Grund vor, besteht kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung.
     
    Es gilt: Sofern Beschäftigte schon arbeitsunfähig erkrankt sind und die Erkrankung eines Kindes hinzutritt, besteht kein Anspruch auf Kinderkrankengeld. Wurde bereits Krankengeld für die Erkrankung eines Kindes bezogen und tritt dann eine eigene Arbeitsunfähigkeit hinzu, ist das Kinderkrankengeld ab diesem Zeitpunkt nicht weiter zu zahlen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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