Expertenforum - Kind Krankenhausbegleitung

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  • 01
    Kind Krankenhausbegleitung

    Hallo,

    bislang war es so, dass es für die notwendige Begleitung eines Kindes ins Krankenhaus kein Kinderkrankengeld nach § 45 SGB V gab, sondern der Verdienstausfall bei der Krankenkasse des Kindes (meist ja die gleiche) geltend gemacht wird. Ist dies weiterhin so? Ich frage vor dem Hintergrund der Änderung des § 44b SGB V.

    Vielen Dank

  • 02
    RE: Kind Krankenhausbegleitung

    Hallo SV-Fragen,
     
    bei einer stationären Behandlung beinhaltet der Leistungsumfang unter anderem auch die aus medizinischen Gründen notwendige Mitaufnahme einer Begleitperson bei Kindern (§11 Abs. 3 SGB V).
     
    Die zeitliche Begrenzung der Begleitperson richtet sich nach der Hauptleistung, also der Dauer der Krankenhausbehandlung des Kindes. Grundsätzlich besteht der Anspruch auf Erstattung des Verdienstausfalls, solange die Anwesenheit der Begleitperson aus medizinischen Gründen notwendig ist. Diese wird bei Säuglingen und Kindern bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres als gegeben anerkannt.
     
    Darüber hinaus ist eine Mitaufnahme oder Anwesenheit einer Begleitperson medizinisch begründet, wenn ansonsten wegen der Trennung von der Bezugsperson oder wegen der unbekannten Umgebung beim Kind Verhaltensstörungen zu erwarten sind oder die Gefahr besteht, dass sich der Genesungsprozess erheblich verzögert bzw. dieser gefährdet ist.
     
    Die ärztliche Notwendigkeit ist vom behandelnden Arzt zu attestieren.
     
    Um bei dem entstehenden Verdienstausfall ein einheitliches Vorgehen sicherzustellen, erfolgt die Erstattung des nachgewiesenen Verdienstausfalls für Arbeitnehmer/-innen in voller Höhe des Nettoarbeitsentgeltes – begrenzt auf die kalendertägliche Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung (2023: 166,25 €).
     
    Sofern die Voraussetzungen nach §11 Abs. 3 SGB V nicht vorliegen, also ein Elternteil wegen Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege des Kindes während eines stationären Aufenthaltes der Arbeit fernbleibt, ohne dass eine medizinisch notwendige Mitaufnahme erfolgt, ist Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes nach § 45 SGB V zu zahlen.
     
    Zur Klärung, nach welcher gesetzlichen Grundlage eine Erstattung des Verdienstausfalls erfolgt (§ 45 SGB V oder nach § 11 Abs. 3 SGB V), empfehlen wir der betroffenen Person, (ggf. nochmals) die zuständige Krankenkasse zu kontaktieren.
     
    Um einen Krankengeldanspruch nach § 44b SGB V realisieren zu können, muss bei der zu begleitenden Person u.a. eine Behinderung oder drohende Behinderung vorliegen.

    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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