Expertenforum - Jahresgrenze Midijob

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  • 01
    Jahresgrenze Midijob

    Hallo,

    nach Absolvierung des Online-Seminars bin ich doch etwas verwirrt.

    Zum Thema Minijob wurde dort gesagt, dass feststehende Einmalzahlungen mit in den Betrachtungszeitraum (12 Monate im voraus) einberechnet werden.

    Dort wurde also das ermittelte Jahresentgelt incl. EMZ durch 12 dividiert. Wenn dann die Summe unter 2.000 Euro liegt, ist es ein Midijob.

    In meinem Fall liegt das monatliche Entgelt jedoch bei 1.800,00 Euro und würde nur durch die Berücksichtigung der EMZ im Jahreszeitraum über 2.000,00 Euro kommen. Demnach wäre es eben kein Midijob.


    Wenn ich mir Ihre Antworten bei ähnlicher Fragestellung anschaue, habe ich das so verstanden, das die Person aber eben doch ab 01.01.23 als Midijobber einzustufen wäre und dann würden nur in den Monaten der EMZ die Beiträge "normal" berechnet.


    Was ist richtig?

  • 02
    RE: Jahresgrenze Midijob

    Hallo Personalerin007,
     
    die von Ihnen geschilderte Problematik ist in zwei unterschiedlichen Bereichen zu beantworten.
     
    Zunächst geht es um den Bereich der sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung.
    Hierzu geben wir Ihnen folgende Informationen:
     
    Bei der Prüfung der Frage, ob das Arbeitsentgelt im Übergangsbereich zwischen 520,01 und 2.000,00 liegt, ist vom regelmäßigen Arbeitsentgelt auszugehen. Dabei ist grundsätzlich auf das Arbeitsentgelt abzustellen, auf das der Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch hat.  
    Ob die maßgebenden Entgeltgrenzen regelmäßig im Monat oder nur gelegentlich unter- oder überschritten werden, ist bei Beginn der Beschäftigung und erneut bei jeder dauerhaften Veränderung in den Verhältnissen (z. B. Erhöhung oder Reduzierung des Arbeitsentgelts) im Wege einer vorausschauenden Betrachtung zu beurteilen. Dabei dürfen Änderungen des Arbeitsentgelts erst von dem Zeitpunkt an berücksichtigt werden, von dem an der Anspruch auf das neue Entgelt besteht.
     
    Einmalige Einnahmen, deren Gewährung mit hinreichender Sicherheit (z. B. aufgrund eines für allgemeinverbindlich erklärten Tarifvertrags oder aufgrund Gewohnheitsrechts wegen betrieblicher Übung) mindestens einmal jährlich zu erwarten ist, sind bei der Ermittlung des Arbeitsentgelts zu berücksichtigen.
     
    Als Zeitraum, auf den die vorausschauende Betrachtung bei Beschäftigten zu erstrecken ist, wird grundsätzlich der Zeitraum eines Jahres (12 Monate, z.B. 01.01.2023 bis 31.12.2023) angesehen.
    Beispiel: monatliches Arbeitsentgelt 1.800,00 €, Einmalzahlung im November in Höhe von ebenfalls 1.800,00 €, Gesamtjahresentgelt: 23.400,00 € : 12 = 1.950,00 €.
    Damit liegt das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt nicht über 2.000,00 €, so dass das Entgelt der betreffenden Person in den Übergangsbereich fällt und die sich daraus ergebenden Regelung Anwendung finden.
     
    In einem zweiten Schritt stellt sich die Frage nach der beitragsrechtlichen Bewertung (finden die Regelungen des Übergangsbereichs in den einzelnen Abrechnungsmonaten Anwendung oder nicht).
    Dazu erhalten Sie folgende Information:
     
    In den Monaten des Überschreitens der oberen Entgeltgrenze des Übergangsbereichs von 2.000,00 € sind die Beiträge nach den allgemeinen Regelungen zu berechnen.
    Das heißt, der Beitragsberechnung ist das tatsächliche Arbeitsentgelt als beitragspflichtige Einnahme zugrunde zu legen und der Beitrag vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach den für den jeweiligen Versicherungszweig geltenden Bestimmungen zu tragen.
     
    Im oben genannten Beispiel würde durch die Einmalzahlung im November das Entgelt in Höhe von 3.600,00 € (2 x 1.800,00 €) gezahlt werden, so dass (nur) in diesem Abrechnungsmonat die allgemeinen beitragsrechtlichen Regelungen ohne Anwendung des Übergangsbereichs anzuwenden sind.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     

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