Expertenforum - Jahresarbeitsentgeltgrenze

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  • 01
    Jahresarbeitsentgeltgrenze
    Hallo,

    mir ist heute aufgefallen das die Jahresarbeitsentgeltgrenze falsch beurteilt wurde. Der Arbeitnehmer war 2019 drüber und für 2020 wird er es auch sein.

    Eigentlich wäre er dann ja ab 1.1.2020. frei gewesen.

    Was passiert denn jetzt? Muß ich das Rückwirkend ändern?

    Bzw müsste man erst mit dem AN besprechen ob er sich freiwillig oder privat versichern möchte. Bei der Freiwilligen hätte es beitragsrechtlich ja keine Auswirkungen. Aber wie sieht es bei der privaten aus. Wäre das da Rückwirkend überhaupt möglich?

    Oder man lässt es dieses Jahr noch so laufen?

    Wie wäre der Fall wenn er 2018 schon űber der Grenze gewesen wäre?

    Lieben Dank.
  • 02
    RE: Jahresarbeitsentgeltgrenze

    Hallo Julia,

     

    ob das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt aus einer Beschäftigung die maßgebende Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt, ist in einer vorausschauenden Betrachtungsweise auf der Grundlage der gegenwärtigen und bei normalem Verlauf für ein Zeitjahr zu erwartenden Einkommensverhältnissen festzustellen. Eine solche Feststellung ist bei Aufnahme der Beschäftigung, bei jeder wesentlichen Änderung der Einkommensverhältnisse, bei einer Änderung der rechtlichen Verhältnisse, insbesondere hinsichtlich der Arbeitsentgelteigenschaft, sowie bei der jährlichen Anpassung der Jahresarbeitsentgeltgrenzen vorzunehmen.

     

    In diesem Zusammenhang möchten wir darauf hinweisen, dass es aus Arbeitgebersicht sicherlich nur bei neu eingestellten Mitarbeitern sinnvoll ist, unterjährig das Überschreiten der maßgebenden Jahresarbeitsentgeltgrenze zu prüfen, damit festgestellt werden kann, ob ggf. ab Beginn einer Beschäftigung bereits Krankenversicherungsfreiheit besteht.

     

    Für alle anderen Beschäftigten können sich Erhöhungen des Arbeitsentgelts nach § 6 Abs. 4 SGB V immer nur zum darauf folgenden Jahreswechsel auswirken, wenn die Jahresarbeitsentgeltgrenze des laufenden Jahres und auch diejenige des Folgejahres überschritten wird.

    Bei Mitarbeitern, deren Jahresarbeitsentgelt durch eine Entgelterhöhung im laufenden Jahr die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet, sollte zeitnah zu der amtlichen Bekanntmachung der maßgebenden Jahresarbeitsentgeltgrenze des Folgejahres (in der Regel jeweils im Dezember) vom Arbeitgeber geprüft werden, ob die Voraussetzungen für die Krankenversicherungsfreiheit zum 01.01. des Folgejahres vorliegen.

    Um dem betreffenden Mitarbeitenden die Möglichkeit zu geben, ggf. zu einem privaten Krankenversicherungsunternehmen zu wechseln und weil ein solcher Versicherungsvertrag nicht rückwirkend abgeschlossen werden kann, „müssten“ Mitarbeitende nach unserem Verständnis bereits vor dem Jahreswechsel über ihren Status ab dem 01.01. des Folgejahres informiert sein. 

     

    Sofern zum jetzigen Zeitpunkt festgestellt wird, dass das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt eines Mitarbeitenden die maßgebende Jahresarbeitsentgeltgrenze bereits im Vorjahr bzw. vor mehreren Jahren überschritten wurde, führt dies nicht zu einer rückwirkenden Korrektur der versicherungsrechtlichen Beurteilung. Somit ist auch ein rückwirkender Wechsel zu einem privaten Krankenversicherungsunternehmen nicht möglich.

     

    Mit freundlichen Grüßen

     

    Ihr Expertenteam

  • 03
    RE: Jahresarbeitsentgeltgrenze
    Danke für Ihre Antwort.

    Das Jahresarbeitsentgelt 2019 betrug 61.110,82 €, dazu kommt noch eine feste Jahresprämie in Höhe von 3.745,00 €, gesamt also 64.855,82 €. Die Jahresprämie wurde bei der Berechnung vergessen, aber er ist ja auch ohne schon drüber. Wir haben auch eine Aufstellung über das vorausschauende geschätzte Arbeitsentgelt für 2020 bekommen, diese bekamen wir im Dezember 2019. Das Gehalt wird auch in 2020/2021 bei diesem Wert bleiben. Das ist uns einfach durchgegangen.

    Verstehe ich das jetzt richtig das er dann erst zum 01.01.2021 Versicherungsfrei wird?
  • 04
    RE: Jahresarbeitsentgeltgrenze

    Hallo Julia,

     

    Sie verstehen es richtig, dass in Ihrem Sachverhalt die Krankenversicherungsfreiheit erst zum 01.01.2021 eintreten kann.

     

    Mit freundlichen Grüßen

     

    Ihr Expertenteam

     

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