Expertenforum - Honorar - besteht SV-Pflicht?

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  • 01
    Honorar - besteht SV-Pflicht?

    Guten Tag,

    ein aktuell SV-Pflichtiger AN mit einem Einkommen von ca. 4500 € im Monat, hat die Möglichkeit über einen Honorarvertrag etwas dazu zu verdienen.

    Es handelt sich bei dem Auftraggeber für die Honorarbasis gleichzeitig um den AG des Kunden.


    Wie verhält es sich mit möglichen Sozialversicherungsbeiträgen für die Honororartätigkeit? Bleibt die Einnahme SV-frei, wenn ja , bis zu welcher Höhe? Wird das Honorar bei der Grenze der JAE herangezogen?


    Vielen Dank für Ihre Hilfe

  • 02
    RE: Honorar - besteht SV-Pflicht?

    Hallo MA-AOKPLUS,
     
    zunächst verstehen wir Ihre Schilderung so, dass Sie mit „Kunde“ der sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer und mit „Auftraggeber“ der Arbeitgeber des zu beurteilenden Arbeitnehmers gemeint ist.
     
    Grundsätzlich besteht rechtlich die Möglichkeit, dass eine natürliche Person für denselben Vertragspartner (Arbeitgeber/Auftraggeber) als abhängig Beschäftigter und daneben selbständig tätig ist.
     
    Werden eine abhängige Beschäftigung und eine selbständige Tätigkeit bei demselben Arbeitgeber unabhängig voneinander ausgeübt, liegt eine so genannte gemischte Tätigkeit vor, bei der abhängige Beschäftigung und selbständige Tätigkeit nebeneinander stehen und rechtlich getrennt zu beurteilen sind.
     
    Allerdings gelten aufgrund der weisungsgebundenen Eingliederung im Rahmen einer Beschäftigung und der erforderlichen weisungsfreien Ausgestaltung einer selbständigen Tätigkeit für denselben Vertragspartner strenge Maßstäbe für das tatsächliche Vorliegen einer selbständigen Tätigkeit. Von daher wird in aller Regel von einem einheitlichen Beschäftigungsverhältnis auszugehen sein, in dessen Rahmen der Beschäftigte seine Arbeitsleistung regelmäßig am selben Betriebsort, für denselben Betriebszweck, unter Einsatz der Betriebsmittel des Arbeitgebers erbringt.
     
    Dementsprechend liegt keine selbständige Tätigkeit, sondern ein einheitliches Beschäftigungsverhältnis regelmäßig dann vor, wenn der vermeintlich selbständige Teil der Tätigkeit nur aufgrund der abhängigen Beschäftigung ausgeübt wird, in diese zeitlich, örtlich, organisatorisch und inhaltlich eingebunden, im Verhältnis zur Beschäftigung nebensächlich ist und daher insgesamt wie ein Teil der abhängigen Beschäftigung erscheint.
     
    Für die Abgrenzung kommt es in erster Linie auf die tatsächlichen Verhältnisse an; die zivilrechtliche Vertragsgestaltung hat - insbesondere bei einem Auseinanderfallen von tatsächlichen und vertraglichen Vereinbarungen - keine ausschlaggebende Bedeutung.
     
    Da die Abgrenzung in der Praxis oftmals nicht ganz einfach ist, empfehlen wir Ihnen, über die zuständige Krankenkasse der betroffenen Person eine versicherungsrechtliche Beurteilung anzufordern.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     
     

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