Expertenforum - Home Office im Ausland - unregelmäßig

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Expertenforum

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  • 01
    Home Office im Ausland - unregelmäßig
    Guten Abend,

    wir haben eine Frage zur Sozialversicherung während der Arbeit im Home Office im AUSLAND.
    Bsp.
    Ein Mitarbeiter mit Wohn- und Dienstsitz in Deutschland arbeitet zwei Tage die Woche vom Home Office aus. An seinen beiden Home Office Tagen ( z.Bsp. FREI und MO) arbeitet er UNREGELKMÄßIG von seinem Ferienhaus im Ausland aus.
    Wie sieht es hier mit der SV aus? Ist eine Genehmigung vom SV-Träger erforderlich? Wir haben gelesen, dass hier eine Meldepflicht an die Krankenkasse besteht. Ist dies korrekt? In welcher Form muss die Meldung erfolgen? Gibt es Höchstgrenzen für diese unregelmäßigen und spontanen Home Office Tage aus dem Ausland heraus? Gibt es hierfür eine gesetzliche Grundlage?

    Besten Dank für eine Rückmeldung.
    Freundliche Grüße
    Anja Pöppinghaus
     
  • 02
    RE: Home Office im Ausland - unregelmäßig
    Sehr geehrte Frau Pöppinghaus,
     
    entscheidend dafür, ob für Arbeitnehmer die ausländischen oder die deutschen Rechtsvorschriften gelten, ist grundsätzlich in erster Linie der Ort, an dem die Arbeit tatsächlich ausgeübt wird. Dies gilt unabhängig davon, in welchem Staat der Arbeitnehmer wohnt.
    Auch der Firmensitz des Arbeitgebers ist in der Regel nicht von Bedeutung.

    Der Wohn- und Beschäftigungsort ist in Ihrem Beispielfall Deutschland und ein gelegentliches Arbeiten aus dem Ausland unterbricht die in Deutschland bestehende Sozialversicherungspflicht nicht. Wir empfehlen für die einzelnen Zeiträume eine A1-Bescheinigung für den Mitarbeiter zu beantragen, wenn die Homeoffice-Tätigkeit in einem EU-Mitgliedsstaat, einem EWR-Staat oder der Schweiz ausgeübt wird, damit keine Doppelversicherungen eintreten.
     
    Der Entsendezeitraum darf maximal 24 Monate andauern und muss im Vorfeld befristet sein. Im A1-Antrag bestätigt der Arbeitgeber, dass die Entgeltzahlung und auch das Weisungsrecht bei dem deutschen Arbeitgeber verbleibt, im Vorfeld für mindestens einen Monat die deutschen Rechtsvorschriften galten und der Arbeitnehmer keinen anderen Beschäftigten ablöst.
     
    Wenn der Arbeitnehmer immer nur tage- oder wochenweise im Ausland für Ihr Unternehmen tätig ist, können Sie jeden Zeitraum einzeln beantragen, damit die 24 Monate optimal genutzt werden können.
     
    Im § 4 SGB IV (Ausstrahlung) ist Folgendes geregelt:
    „Soweit die Vorschriften über die Versicherungspflicht und die Versicherungsberechtigung eine Beschäftigung voraussetzen, gelten sie auch für Personen, die im Rahmen eines im Geltungsbereich dieses Gesetzbuchs bestehenden Beschäftigungsverhältnisses in ein Gebiet außerhalb dieses Geltungsbereichs entsandt werden, wenn die Entsendung infolge der Eigenart der Beschäftigung oder vertraglich im Voraus zeitlich begrenzt ist.“
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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