Expertenforum - Geringfügig Beschäftigter Grenzgänger ohne deutsche Krankenkasse

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  • 01
    Geringfügig Beschäftigter Grenzgänger ohne deutsche Krankenkasse

    Hallo,


    wir haben vermehrt tschechische Grenzgänger als Minijobber beschäftigt.

    Diese werden aufgrund ihres Status Minijob aber nicht von einer deutschen Krankenkasse versichert und sind zumeist in ihrem Heimatland Tschechien versichert.

    Wie läuft hier nun die eAU ab wenn diesen eine Krankenversicherung in Deutschland verweigert wird?


     

  • 02
    RE: Geringfügig Beschäftigter Grenzgänger ohne deutsche Krankenkasse

    Hallo Frau Stengel,
     
    ein Grenzgänger, der in Deutschland beschäftigt ist und in einem anderen EU-, EWR-Staat oder der Schweiz wohnt, unterliegt grundsätzlich den deutschen Rechtsvorschriften.
     
    Sofern Arbeitnehmer jedoch in mehreren Ländern (z.B. in Deutschland und in Tschechien) gleichzeitig tätig sind, muss zunächst entschieden werden, welches Sozialversicherungsrecht gilt.
    Für die Feststellung der anwendbaren Rechtsvorschriften ist jeweils der Mitgliedstaat zuständig, in dem der Arbeitnehmer seinen Lebensmittelpunkt hat (Wohnstaat).
     
    Eine Person, die gewöhnlich in zwei oder mehr Mitgliedstaaten eine Beschäftigung ausübt, unterliegt den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats, wenn dort ein „wesentlicher“ Teil der Beschäftigung ausgeübt wird.
     
    Für einen solchen Arbeitnehmer gelten stets die Rechtsvorschriften über soziale Sicherheit Wohnlandes, wenn dort ein wesentlichen Teil seiner Erwerbstätigkeit ausgeübt wird.
    Zur Prüfung des wesentlichen Teils der Tätigkeit sind die Arbeitszeit und das Arbeitsentgelt heranzuziehen. Ergibt sich aus der Gesamtbewertung dieser Kriterien ein Anteil von mindestens 25%, ist dies ein Anzeichen dafür, dass ein wesentlicher Teil der Tätigkeit im Wohnstaat ausgeübt wird.  
     
    Für die nach Ihrer Schilderung im Rahmen von Minijobs beschäftigten tschechischen Grenzgänger, die in Tschechien versichert sind, greift das in Deutschland zu nutzende „eAU-Verfahren“ nicht, so dass in Fällen einer Arbeitsunfähigkeit weiterhin AU-Bescheinigungen in Papierform zu verwenden sind.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     

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