Expertenforum - Freiwillige KV

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  • 01
    Freiwillige KV

    Guten Tag,

    es geht um einen Mitarbeiter (68 Jahre) welcher vor seinem Renteneintritt neben der Beschäftigung in unserem Unternehmen noch ein weitere Steuer- und Sv pflichtige Beschäftigung ausübte. Derzeitig arbeitet er nur noch bei uns und bezieht zudem seine Regelaltersrente. Als der Mitarbeiter noch beide Beschäftigungen ausübte war er freiwillig gesetzlich versichert mit der Beitragsgruppe 9111. Jetzt liegt unser Mitarbeiter jedoch mit dem Bezug seiner Rente sowie dem Beschäftigungsverhältnis bei uns deutlich über der Beitragsbemessungsgrenze.

    Welche Beitragsgruppe und welche Personengruppe ist hier nun anzuwenden??? Wenn wir den Mitarbeiter mit 3321 schlüsseln muss er der Rentenversicherung einen erheblichen Betrag erstatten. Gibt es eine verminderte Beitragspflicht auch im Rahmen eine freiwillig gesetzlichen Versicherung?

    Beste Grüße


     

  • 02
    RE: Freiwillige KV


    Guten Tag,
     
    Beschäftigte Bezieher einer Altersvollrente, welche das Regelalter für die Altersvollrente erreicht haben sind in der Renten- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei. Es ist lediglich der Arbeitgeberanteil zu entrichten. In der Krankenversicherung ist der ermäßigte Beitragssatz aus dem Arbeitsentgelt zugrunde zu legen. Es ist die Beitragsgruppe 3 3 2 1 und Personengruppe 119 zu melden.
     
    Wird während des Rentenbezugs eine krankenversicherungspflichtige Beschäftigung ausgeübt, tritt keine Versicherungspflicht als Rentner ein (Vorrangversicherung). Dennoch sind Beiträge vom Zahlbetrag der Rente zu entrichten. Wenn das aus der Beschäftigung erzielte Arbeitsentgelt die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung nicht erreicht, werden neben dem Arbeitsentgelt nacheinander
     
    ·         der Zahlbetrag der Versorgungsbezüge
    ·         der Zahlbetrag der ausländischen Versorgungsbezüge und
    ·         das Arbeitseinkommen des Rentners
     
    bis zur Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung bei der Beitragsberechnung zur Kranken- und Pflegeversicherung berücksichtigt. Der Zahlbetrag der Rente der gesetzlichen Rentenversicherung wird getrennt von den übrigen Einnahmearten ebenfalls bis zur Beitragsbemessungsgrenze zusätzlich berücksichtigt.
     
    Bei beschäftigten Rentnern kann daher eine zweifache Beitragspflicht bis zur Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung eintreten. Einmal aus dem Rentenbetrag und daneben aus dem Arbeitsentgelt aus dem Beschäftigungsverhältnis, dem Zahlbetrag der Versorgungsbezüge und aus dem Arbeitseinkommen. Dies kann am Jahresende korrigiert werden. Die Einzugsstelle erstattet auf Antrag die zu viel gezahlten Beiträge.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     

  • 03
    RE: Freiwillige KV

    leider verstehe ich Ihre Rückmeldung nicht. Kann unser Mitarbeiter der gleichzeitig eine gesetzliche Rente bezieht weiterhin freiwillig gesetzlich versichert bleiben, wenn das Einkommen plus seine Rente zusammen, die JAEG übersteigt? Ich würde gerne wissen welcher der Beitragsgruppenschlüssel in seinem Fall anzuwenden ist.

  • 04
    RE: Freiwillige KV

    Guten Tag,
     
    wir gehen davon aus, dass in den letzten 5 Jahren vor Beginn der Beschäftigung eine Mitgliedschaft Ihres Arbeitnehmers bei einer gesetzlichen Krankenkasse bestand. In diesem Fall wird Ihr Mitarbeiter versicherungspflichtig als Arbeitnehmer. Die VA 101 mit Beitragsgruppe 3 3 2 1 und Personengruppe 119 ist zu melden. Die freiwillige Versicherung endet mit dem Tag vor Beschäftigungsaufnahme.
     
    Beiträge aus der Rente werden getrennt vom Arbeitsentgelt bis zur Beitragsbemessungsgrenze vom RV-Träger an die Krankenkasse abgeführt. Übersteigen die Beiträge aus der Beschäftigung und der Rente am Jahresende die BBG, wird der zu viel gezahlte Beitrag auf Antrag erstattet. Für Sie als Arbeitgeber ergeben sich somit keine Besonderheiten bei der Beitragsabführung.
     
    Für die JAE Berechnung wird die Rente nicht mitberücksichtigt. Als Berechnungsgrundlage zur Feststellung des regelmäßigen Jahresarbeitsentgelts ist das regelmäßige Arbeitsentgelt aus der Beschäftigung, deren Versicherungspflicht bzw. Versicherungsfreiheit zu beurteilen ist, heranzuziehen. Dementsprechend fließen alle Einnahmen, die dem Arbeitnehmer in ursächlichem Zusammenhang mit der Beschäftigung gewährt werden, in die Ermittlung des regelmäßigen Jahresarbeitsentgelts ein. Weitere Einnahmen, die nicht aus einer gegenwärtig ausgeübten Beschäftigung herrühren (z. B. Renten, Versorgungsbezüge, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Kapitalerträge, Unterhaltsleistungen), sind dem regelmäßigen Jahresarbeitsentgelt nicht zuzurechnen. 
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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