Expertenforum - Firmenfitness-Verträge

© ZORAN ORCIK / Adobe Stock
Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Profitieren Sie rund um den Jahreswechsel von einem besonderen Angebot. Stellen Sie auch Fragen zum Steuer- und Arbeitsrecht, die Bezug zum Sozialversicherungsrecht haben. Ihre Frage wird dann direkt von unseren externen Steuer- und Arbeitsrechtsexperten beantwortet.

  • 01
    Firmenfitness-Verträge

    Sehr geehrtes Expertenteam, folgender Sachverhalt ist zu klären:

    Der Arbeitgeber schließt mit einem Fitnessstudio einen Firmenfitness-Vertrag ab und zahlt mtl. 59,90 € an das Fitnessstudio. Da hier die monatliche Sachbezugsgrenze von 50,00 € überschritten wurde, stellt dies einen steuer- und SV-pflichtigen geldwerten Vorteil dar (Pauschalversteuerung nach § 37b EStG möglich). Soweit so gut.

    Nun sollen jedoch die Arbeitnehmer mit jeweils 20,00 € beteiligt werden (Abzug vom Nettolohn) - und da sind wir uns nicht ganz sicher, ob sich damit der geldwerte Vorteil auf 39,90 € reduziert, damit unter der Sachbezugsgrenze liegt und somit steuer- und sozialversicherungsfrei bleibt.

    Hier benötigen wir etwas Unterstützung bei der Beurteilung, vielen Dank!

  • 02
    RE: Firmenfitness-Verträge

    Sehr geehrter Fragesteller,


    zunächst ist in der von Ihnen geschilderten Konstellation wichtig, dass die Voraussetzungen für die Einordnung der Leistung als Sachbezug erfüllt werden. Nicht gegeben wäre dies z.B., wenn der Arbeitgeber seine finanzielle Leistung (künftig EUR 39,90 monatlich) an die Arbeitnehmer auszahlt und diese dann (unter Zufügung von EUR 20 aus eigenen Mitteln) den Vertrag vergüten. (Bei dieser Gestaltung bliebe letztlich dem Arbeitnehmer überlassen, wie er die vom Arbeitgeber zufließenden EUR 39,90 verwendet.)


    Wird demgegenüber der Firmenfitness-Vertrag vom Arbeitgeber an den Dienstleister vergütet und vom Arbeitnehmer ein entsprechender Lohnanteil (als Eigenanteil) verrechnet, ist grundsätzlich ein Sachbezug gegeben.


    Da die Betragsgrenze von EUR 50 monatlich gemäß § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG "nach Anrechnung der vom Steuerpflichtigen gezahlten Entgelte" (also nach Anrechnung der vom Arbeitnehmer erbrachten Anteile) zu betrachten ist, würde die Freigrenze von EUR 50 nicht mehr überschritten.


    Nur ergänzend: Die Erbringung eines Eigenanteils von Arbeitnehmer-Seite darf nach § 107 Abs. 2 Satz 5 GewO nicht aus pfändungsfreien Teilen des Arbeitsentgelts erfolgen.


    Mit freundlichen Grüßen


    Ihr Fachexperte für Steuerrecht

     

    Themenbereich:
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.